Köln - Erwin Hoffer ist bisher der prominenteste Neuzugang des Karlsruher SC in diesem Sommer. Der 28 Jahre alte österreichische Nationalspieler kam vom Liga-Konkurrenten Fortuna Düsseldorf. bundesliga.de sprach mit dem Stürmer, den alle Welt nur "Jimmy" ruft, über seine Ziele mit den Nordbadenern.

bundesliga.de: Erwin Hoffer, Sie haben für zwei Jahre beim Karlsruher SC unterschrieben. Mit welchen Ambitionen sind Sie zum KSC gewechselt?

Erwin Hoffer: Ich möchte dem Verein und der Mannschaft weiterhelfen. Ich werde alles geben, damit wir unsere Ziele erreichen. Aber es wird schwierig werden und sehr lange dauern, um sie zu erreichen. Wir müssen hart arbeiten, dann ist Einiges möglich.

bundesliga.de: Wie sehen diese Ziele aus?

Hoffer: Wir wollen mit der Mannschaft dort anknüpfen, wo es letzte Saison geendet hat und vielleicht sogar noch etwas besser abschneiden. Die Saison wird lange und hart, sehr schwierige Spiele kommen auf uns zu. Wenn wir die Leistungen bringen, können wir es schaffen.

"Die letzte Saison ist abgehakt"

bundesliga.de: Wie haben Sie die Stimmung erlebt, als Sie in Karlsruhe angekommen sind? Herrschte noch eine gewisse Niedergeschlagenheit nach dem in letzter Minute unglücklich verpassten Aufstieg in die Bundesliga?

Hoffer: Nein. Die Mitspieler haben es ganz gut abgehakt. Natürlich ist das in den Gesprächen noch ab und zu ein Thema. Aber auch der Verein selbst hat es abgehakt. So ist der Fußball leider manchmal. Wir wollen in der kommenden Spielzeit neu angreifen.

bundesliga.de: Sie sind Stürmer und finden beim KSC in Rouwen Hennings einen Konkurrenten vor, der im letzten Jahr Torschützenkönig wurde. In den Testspielen konnten Sie überzeugen. Wie sehen Sie Ihre eigene Position im Konkurrenzkampf?

Hoffer: Konkurrenz gibt es bei jedem Verein. Fußball ist ein Mannschaftssport, in dem alle zusammenhalten müssen. Wer dann spielt, entscheidet der Trainer. Wir Spieler werden alle Vollgas geben und es dem Trainer so schwer wie möglich machen.

bundesliga.de: Ihr Trainer Markus Kauczinski hat Sie bereits gelobt und gesagt, dass der KSC durch Ihre Verpflichtung flexibler geworden ist. Wie gut tut einem ein solches Lob?

Hoffer: Ich muss meine Leistung bringen, wenn ich das nicht tue, werde ich auch nicht spielen. Mein Ziel ist, so viele Einsätze wie möglich zu bekommen. Wir sind jetzt auf allen Positionen mindestens doppelt besetzt, der Trainer hat verschiedene Möglichkeiten. Wenn etwas passiert oder sich ein Spieler verletzt, können wir reagieren.

bundesliga.de: In zehn Tagen geht die Saison los. Wie weit ist der KSC in der Vorbereitung? Wie schätzen Sie die aktuelle Form ein?

Hoffer: Wir haben noch eineinhalb Wochen Zeit und bereiten uns sehr gut vor. Wir arbeiten sehr konzentriert. Das müssen wir auch in den kommenden Tagen durchziehen. Dann sind wir auf einem Topniveau zum Start. Das war unser Ziel. Wir müssen es dann auf dem Spielfeld zeigen.

bundesliga.de: Der KSC hat in der Vorbereitung fast nur Testspiele gegen internationale Erstligisten absolviert und dabei ordentliche Resultate geholt. Wie sind die Leistungen einzuschätzen?

Hoffer: Die Vorbereitung ist immer etwas anders als der Punktspielbetrieb. Man ist in einigen Spielen noch müde von den anstrengenden Einheiten im Trainingslagern. Aber wir haben gute Testspiele gezeigt, gute Ansätze waren zu erkennen. Das ist wichtig. Jetzt müssen wir diese Leistungen über die kompletten 90 Minuten zeigen.

bundesliga.de: Die Fluktuation im Kader des KSC war nicht so groß, es gab nur wenige Zu- und Abgänge. Ist es ein Vorteil, dass die Mannschaft dadurch eingespielt ist?

Hoffer: Sicher. Das Zusammenspiel funktioniert schon ganz gut. Und das wird nun auch von Tag zu Tag immer mehr kommen.

"Es wird eine harte Saison"

bundesliga.de: Sie kennen die 2. Bundesliga sehr gut. Was trauen Sie dem KSC zu und wer sind die Aufstiegsfavoriten?

Hoffer: Das ist ganz schwierig zu sagen. Natürlich wollen wir gute Leistungen zeigen und dann schauen, wo wir am Ende stehen. Wir wollen so weit wie möglich vorne mitspielen und die Leistung des Vorjahres bestätigen. Alles ist möglich. Es ist auch schwer vorherzusagen, wer vorne landen wird. Das lässt sich erst nach den ersten Spieltagen erahnen. Sicher ist, dass es eine harte Saison werden wird.

bundesliga.de: Zum Auftakt spielt Karlsruhe in Fürth und gegen St. Pauli, zwei Vereine, die im letzten Jahr unter ihren Möglichkeiten blieben. Wie bewerten Sie das Auftaktprogramm?

Hoffer: Man darf in der 2. Bundesliga überhaupt keinen Gegner unterschätzen. Wenn man vorne mitspielen und vielleicht sogar aufsteigen will, sind die Gegner zum Start egal. Man muss einfach punkten.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski