München - Hertha BSC geht als klarer Favorit ins Spiel gegen den FC Ingolstadt und will das Pokal-Aus vergessen machen. Das wollen die "Schanzer" aber auch - ebenso wie 1860 München beim Karlsruher SC im zweiten Samstagsspiel (ab 12:45 Uhr im Live-Ticker).

Mit 1:2 hatte Hertha bei der TuS Koblenz den Kürzeren ziehen müssen. "Wir sind in Koblenz hingefallen, aber ich erwarte von meinem Team, dass wir wieder aufstehen", sagt Trainer Markus Babbel. "Und ich bin mir sicher, dass die Jungs am Samstag ein ganz anderes Gesicht zeigen werden." Ohnehin dürfte ein Sieg nur Formsache sein, angesichts von 23 Punkten auf dem Hertha-Konto und nur vier Zählern auf dem des Tabellenvorletzten Ingolstadt. Oder?

Mitnichten, denn: "Wir dürfen nicht den Fehler machen und auf die Tabelle schauen", warnt Babbel. "Die Ingolstädter haben eine spielstarke Mannschaft, die vor allem schnelle Konter setzen kann. Wir werden bestimmt nicht den Fehler machen und sie unterschätzen." Mitspielen darf der Brasilianer Raffael, der nach seiner Roten Karte im DFB-Pokal nur für diesen Wettbewerb gesperrt wurde.

Überraschung: Aerts schon wieder im Training

Überraschend stand auch Torhüter Maikel Aerts schon wieder auf dem Trainingsplatz. Ob er auch schon wieder von Beginn an zwischen den Pfosten stehen wird, ließ Babbel offen: "Er ist unsere unumstrittene Nummer eins. Aber wir wollen jetzt nichts übers Knie brechen. Wir müssen erst einmal abwarten, wie sein Knie auf die Trainingsbelastung reagiert." Babbel bangt noch um Christian Lell, nicht aber um den ebenfalls angeschlagenen Rob Friend. "Rob hat Adduktorenprobleme, aber er wird auflaufen können."

Trotz der schweren Aufgabe ist Ingolstadt-Coach Michael Wiesinger nicht bange: "Meine Mannschaft hat zuletzt in Hoffenheim wieder bewiesen, zu was sie zu leisten imstande ist. Klar, wir müssen vor allen an unserer Effizienz arbeiten. Das Meiste spielt sich diesbezüglich im Kopf ab."

Verzichten muss Wiesinger auf Angreifer Sebastian Hofmann, der am Mittwoch in Hoffenheim nach rund einer Stunde mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden musste. "Sein Ausfall tut uns natürlich schon weh", meint Wiesinger, der zudem um den Einsatz von Andreas Görlitz (ebenfalls Oberschenkel) zittern muss.



Karlsruher SC - 1860 München

Der KSC war als einziger der vier Clubs, die am Samstag spielen, nicht im DFB-Pokal aktiv und konnte dementsprechend regenerieren. Die Badener flogen in der 1. Runde in Ingolstadt raus, beim Gegner der Hertha vom Samstag. Natürlich setzt Coach Markus Schupp gegen 1860 nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Duellen auf Sieg. "Wir müssen drei Punkte holen, ein Unentschieden wäre zu wenig", sagt er und nimmt seine Spieler in die Pflicht: "Ich sehe das Spiel auch als ein ganz, ganz wichtiges für den Verein an."

Vom 0:3 der "Löwen" gegen den 1. FC Köln im Pokal lässt sich Schupp nicht täuschen. "Sie konnten 60 Minuten gut mithalten und waren dabei immer wieder gefährlich", erklärt er. Verzichten muss der Fußballlehrer weiter auf die verletzten Christian Demirtas, Sebastian Langkamp, Kristian Nicht und Massimilian Porcello. Auch Christian Timm konnte in der vergangenen Woche nach einer Reaktion seines Knies nicht trainieren. Erneut in der Anfangsformation wird Marco Engelhardt stehen. Er gehe mit gutem Beispiel voran, meint Schupp: "Einsatz und Kampf müssen bei allen Spielern einhundert Prozent betragen." Wieder fit sind Anton Fink und Matthias Zimmermann.

1860: Sechs Spiele ungeschlagen, aber vorsichtig

1860 steht fünf Plätze vor dem KSC auf Rang 9 der Tabelle. Außerdem ist die Mannschaft seit sechs Partien unbesiegt. Trainer Rainer Maurer glaubt sogar: "Wir haben die Qualität, um den 3. Platz mitzuspielen." Die Partie in Karlsruhe werde allerdings kein Selbstläufer. "Dass sie spielstark sind, mussten wir letzte Saison im Heimspiel schmerzlich spüren, als Karlsruhe uns mit 3:1 besiegte", erklärt der Übungsleiter: "Wenn wir defensiv nicht super stehen, haben wir keine Chance. Im Mittelfeld müssen wir gut dagegen halten. Wenn wir nur offensiv arbeiten, dann erleiden wir Schiffbruch."

Stefan Aigner (Syndesmosebandverletzung) fällt ebenso aus aus wie Aleksandar Ignjovski, der eine Oberschenkelverletzung hat, die vom Rücken herrührt. Als Alternativen für den kleinen Serben zählt Maurer Eke Uzoma, Christopher Schindler und Dominik Stahl auf. Ob Florin Lovin und Moritz Leitner wie gegen Bielefeld (0:0) gemeinem in der Startelf stehen, ließ Maurer offen. Apropos Leitner: Der erst 17 Jahre alte Mittelfeldspieler wechselt zu Borussia Dortmund - bleibt den "Löwen" aber in dieser Saison noch erhalten. "Ich hoffe, dass er weiterhin eine feste Stütze des Teams ist", sagt Maurer. Am Besten schon in Karlsruhe.