Berlin - Hertha BSC, das Präsidium, der Aufsichtsrat und alle Gremien, Geschäftsführung, Mitarbeiter, Mannschaften, Trainer sowie Mitglieder trauern um Wolfgang Holst. Herthas langjähriger Präsident und Mitglied des Ältestenrates ist am Freitagmorgen im Alter von 88 Jahren unerwartet gestorben.

Wolfgang Holst war seit 1960 Mitglied bei Hertha BSC und wurde auf der letzten Mitgliederversammlung für seine 50jährige Vereinszugehörigkeit mit dem Ehrenschild des Vereins - der höchsten Auszeichnung, die der Club zu vergeben hat - ausgezeichnet.

Sechs Jahre lang Hertha-Präsident

Wolfgang Holst, der bei Hertha BSC viele Ämter bekleidete, wurde am 30. Juli 1922 in Rostock geboren. Mit zehn Jahren spielte er bei Rostock 99 selbst Fußball, seine innige Zuneigung zu Hertha BSC begann im Jahr 1932. Der ehemalige Gastronom, der unter anderem "Holst am Zoo" etablierte, trat am 1. Juni 1960 dem Verein bei und war zunächst Leiter der Alten Herren. 1962 wurde er als Spielausschuß-Obmann erstmals in den Vorstand des Clubs gewählt.

Wolfgang Holst prägte den Verein stets aufgrund seines rhetorischen Vermögens und seiner Sachkenntnis. Von 1979 bis 1985 führte er Hertha BSC als Präsident, nach dem Abstieg 1980 lenkte er den Club zwei Jahre später zurück in die Bundesliga. Seit 1997 gehörte er ununterbrochen dem Ältestenrat an.

Trauerflor am Sonntag

Hertha BSC verliert mit Wolfgang Holst, der bis zu seinem Tod aktiv am Vereinsleben - unter anderem war er Fanclub-Ehrenvorsitzender der OFC's HFC und FCB - und dem Wohl und Wehe von Hertha BSC teilhatte, eine ganz große Persönlichkeit. Die emotionsgeladenen, aber immer versöhnlichen und mahnenden Auftritte von Wolfgang Holst auf den Mitgliederversammlungen sind inzwischen nicht nur bei den Mitgliedern unvergessen.

"Wir sind sehr traurig und betroffen. Hertha BSC, der ganze Verein, verneigt sich vor Wolfgang Holst. Er war auch in schweren Zeiten immer ein Fels in der Brandung und hat sich um unseren Club, aber auch um die Sportstadt Berlin mit immensem Einsatz und vielen Ideen verdient gemacht. Mit ihm verlieren wir einen ganz großen Herthaner, der alles was er anpackte, nie für sich, sondern nur für seinen Verein tat", sagt Werner Gegenbauer, Präsident von Hertha BSC, "unsere Gedanken und unser Mitgefühl gehören in dieser schweren Stunde ganz besonders seiner Familie und seinen Angehörigen!" Hertha BSC wird zum Gedenken an Wolfgang Holst das Zweitligaspiel gegen Erzgebirge Aue am kommenden Sonntag mit Trauerflor bestreiten und eine Schweigeminute für seinen ehemaligen Präsidenten einlegen.