Immer in Bewegung: Neuzugang Daniel Halfar stand bislang acht Mal in der Startelf
Immer in Bewegung: Neuzugang Daniel Halfar stand bislang acht Mal in der Startelf
2. Bundesliga

Halfar: "Peter Stöger schaltet nie zurück"

Köln/München - Auf dem Platz an der Sonne lässt sich eine Länderspielpause aushalten: Daniel Halfar steht mit dem 1. FC Köln nach zehn Spieltagen dort, wo der Club aus der Domstadt auch nach 34 Runden stehen will. Im bundesliga.de-Interview spricht der 25-Jährige über seinen Wechsel von 1860 München zum FC, die Ambitionen der Kölner und den Erfolgshunger von Trainer Peter Stöger.

bundesliga.de: Herr Halfar, wie bewerten Sie Ihre ersten drei Monate in Köln?

Daniel Halfar: Ich habe mich schnell an alles gewöhnt: die Mitarbeiter, das Trainerteam, die neue Mannschaft. Und ich glaube, das sieht man auch. Es herrscht eine gute Chemie auf dem Platz. Nachdem wir uns an den ersten Spieltagen natürlich noch aufeinander einspielen mussten, haben wir zuletzt gezeigt, zu was wir imstande sind. Wir sind bislang ungeschlagen und sicher noch nicht am Ende unseres Weges.

bundesliga.de: Sie haben vor einem Jahr gesagt, dass es Ihr Ziel ist, wieder Bundesliga zu spielen. Damals spielten sie noch bei 1860 München. Sehen Sie in Köln die besseren Perspektiven, um dieses Ziel zu erreichen?

Halfar: Der Verein, die Mannschaft, das Umfeld - der FC hat das Potential, in der Bundesliga zu spielen. Die Gegebenheiten sind hier auf Dauer so, dass die erste Liga der Anspruch sein muss. Ob Köln die besseren Möglichkeiten bietet, um direkt aufzusteigen, kann ich schwer beurteilen. Jedenfalls bereue ich den Schritt keineswegs.

bundesliga.de: Immerhin sind Sie ja auch direkt Stammspieler geworden. Wo sehen Sie bei sich persönlich noch Steigerungspotential?

Halfar: Schön wäre es, endlich selbst mal zu treffen. So ein Tor würde mir mal ganz gut tun. Aber das ist nicht das Wichtigste.

bundesliga.de: Sondern?

Halfar: Wichtig ist, dass wir uns als Mannschaft stetig stabilisieren, dann können wir auch weiterhin so erfolgreich Fußball spielen.

bundesliga.de: Es wirkt, als hätte Peter Stöger in dieser Hinsicht bereits einiges bewirkt. Was zeichnet ihn aus?

Halfar: Der Trainer hat eine klare Linie, macht nicht den Hampelmann an der Außenlinie, ist ruhig und sachlich. Trotzdem weiß er, wann er uns härter anpacken muss. Auch wenn es gut läuft, schaltet Peter Stöger nie zurück. Teilweise machen wir sogar mehr als sonst.

bundesliga.de: Klingt anstrengend, was heißt das genau?

Halfar: Obwohl wir erfolgreich spielen, streicht der Trainer nur ganz selten mal eine Einheit oder gibt uns freie Tage. Der Trainer lässt hart und konzentriert arbeiten, weil er immer Potential nach oben sieht.

bundesliga.de: Für höhere Ansprüche hat sich der Verein mit Patrick Helmes verstärkt. Wie wirkt sich so ein prominenter Neuzugang auf die Mannschaft aus?

Halfar: Mit seiner Qualität hilft er jeder Mannschaft, er kennt das Umfeld, braucht keine Anlaufzeit. Und vom Typ her passt er einfach in unser Team. Wir haben alle schnell zueinander gefunden.

bundesliga.de: Kommt es Ihnen als Vorlagengeber entgegen, dass Stöger auf ein System mit zwei Spitzen setzt?

Halfar: Ob eine Spitze oder zwei, das ist mir relativ egal. Wir sind da variabel und nicht auf ein System festgelegt. Mir persönlich ist wichtig, dass wir viel und schnell den Ball laufen lassen. Das ist die Art, die meiner Spielweise sehr entgegenkommt.

bundesliga.de: Welchen Club sehen Sie als ärgsten Konkurrenten um den Aufstieg?

Halfar: Die Liga ist sehr ausgeglichen, das sieht man angesichts von drei Teams an der Spitze mit 20 Punkten. Dahinter kommt schon der FCK mit 17 Punkten. Deshalb müssen wir kontinuierlich punkten und dürfen uns keine Fehler erlauben.

bundesliga.de: Leise hat man jetzt zumindest Kaiserslautern herausgehört ...

Halfar: Beim FCK hatte ich schöne Jahre, dort habe ich von der Jugend bis zu den Profis gespielt. Momentan zählt für mich nur der 1. FC Köln. Klar blicke ich aber auf meine Ex-Vereine mit anderen Augen.

bundesliga.de: Am 11. Spieltag haben Sie dazu persönlich Gelegenheit. Sie treffen Sie mit dem FC auf die Münchner Löwen.

Halfar: Ich habe noch Kontakt zu einigen Spielern und auch privat noch Verbindungen nach München. Das ist eine besondere Begegnung für mich. Wenn wir die drei Punkte in Köln behalten, dann können wir nach dem Spiel gerne unsere Freundschaften weiterleben.

Das Gespräch führte Andreas Messmer