Marbella - Zum Abschluss des zehntägigen Aufenthaltes in Marbella hat der FC Ingolstadt 04 gegen die Grasshoppers Zürich (aktuell 6. der Schweizer Liga) einen klaren Erfolg verbuchen können. Beim 6:0 zeigte die Mannschaft unter der Leitung von Trainer Ralph Hasenhüttl sehenswerten Offensivfußball und ließ dabei selbst kaum Gefahr zu.

Nach wenigen Minuten hatte Moritz Hartmann die Führung auf dem Fuß. Der 28-Jährige war mustergültig gestartet und bekam den Ball von der linken Seite serviert, verzog allerdings (6. Minute). Im Gegenzug verpasste Yoric Ravet nach schnellem Kontergegenzug (11.).

Blitzschnell ging es nach einer Balleroberung im Mittelfeld über Danilo und Hartmann in den Strafraum, dort setzte sich Lukas Hinterseer mit geschickter Drehung durch und wurde gefällt – Elfmeter. Den fälligen Strafstoß verwandelte Alfredo Morales souverän (13.).

Pledl haut Freistoß in den Winkel

Die Grasshoppers konnten zunächst keine Gefahr erzeugen, der FCI blieb griffiger und schnörkelloser in den Offensivaktionen. Nach guter Vorlage war Stefan Lex durch und tankte sich bis auf die Grundlinie, fand in der Mitte aber keinen Abnehmer (23.). Im Nachsetzen versuchte sich Roger aus der Distanz, konnte Daniel Davari im Tor der Schweizer aber nicht vor Probleme stellen. Ramazan Özcan war rechtzeitig heraus, als Gefahr durch Munas Dabbur nahte (26.).

Spektakulär wurde es in der 34. Minute. Der Freistoß von Thomas Pledl segelte an Freund und Feind vorbei und schlug im Winkel ein. Das 2:0, zu dem Zeitpunktabsolut verdient für die Schanzer. Und Moritz Hartmann legte in typischer Mittelstürmermanier sogar nach (36.) und vollstreckte nur Augenblicke später. Brenzlig im eigenen Strafraum wurde es lediglich kurz vor Halbzeitpfiff, doch Tobias Levels, Özcan und Co. konnten entschärfen. Mit klaren Verhältnissen und einem 3:0 ging es in die Pause.

Starkes Pressing lässt Zürich keine Chance

Mit zwei neuen Gesichtern startete unsere Mannschaft in den zweiten Abschnitt. Konstantin Engel ersetzte links Danilo, für Stefan Lex kam Robert Bauer, rückte jedoch ins Dreier-Mittelfeld. An vorderster Front agierte nun Pledl mit auf dem Flügel. Erneut erwischten die Schanzer den deutlich besseren Start, Morales hätte um ein Haar erhöht, traf jedoch nur den Pfosten (55.).

Durch das frühe Pressing kamen die Schweizer kaum zum Atmen und verloren frühzeitig die Bälle, ein wenig Entlastung brachte ein Torabschluss durch Ahani Tarashaj (60.), doch Özcan hatte keine Schwierigkeiten. Konsequenz: Ein schnell vorgetragener Angriff des FCI durch die Mitte führte zum sehenswerten 4:0 durch Neuzugang Max Christiansen. Den Assist hatte Hartmann gegeben. Nicht weniger gut lief die Ballstaffette vor dem 5:0 (69.) durch Pledl. Der Ex-Fürther vollendete damit einen wiederholt tollen Angriff, bei dem die Grasshoppers stets das Nachsehen hatten.

"Munteres Wechselspiel" des FCI

Der Keeper der Schweizer verhinderte, dass Morales das halbe Duzend vollmachen konnte (75.), ehe Ralph Hasenhüttl nochmals zum "munteren Wechselspiel" ansetzte (80.). Ganz im Sinne des Teamspirits brachte Coach Hasenhüttl dann noch eine ganze Reihe an Feldspielern. Einer dieser Akteure, Julian Günther-Schmidt, hätte wohl zum sechsten Treffer parat gestanden, doch Zürich konnte gerade noch entschärfen (83.). Der durfte dann aber kurz vor Schluss doch noch eindrücken. Die Vorlage hatte Tomas Pekhart geliefert, nachdem Christiansen diesen mustergültig in Szene gesetzt hatte.

Nach einer knappen Niederlage gegen Luzern (0:1) und einem Remis gegen Rijeka (1:1) ist nun also zum letzten Spiel auf spanischem Boden ein Sieg gelungen, auch wenn Verantwortliche und speziell Trainer Ralph Hasenhüttl stets betonten, dass das Resultat der Testpartien zu vernachlässigen sei. Am Sonntag steht lediglich noch eine morgentliche Abschlusseinheit an, bevor der FCI-Tross sich langsam auf die Heimreise vorbereitet. Gegen 21:30 werden die Schanzer dann in Ingolstadt eintreffen.

Aufstellung FC Ingolstadt: Özcan – Levels (60. Christiansen), Matip (81. Cohen), Hübner (81. Mijatovic), Danilo (46. Engel) – Roger (81. Gunesch), Pledl (81. Günther-Schmidt), Morales (81. Jainta) – Hinterseer (62. Lappe), Hartmann (81. Pekhart), Lex (46. Bauer)