München/Frankfurt - Erwin Hoffer? Wer ist das? "Jimmy" wird er nur genannt. Eiskalt wie der Killer aus dem Bruce-Willis-Film "Keine Halben Sachen" sei er, deswegen bekam er in der Jugend von Admira Mödling diesen Spitznamen verpasst. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten zu Saisonbeginn zählt der 24-Jährige mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern der Eintracht.

"Es wäre nicht schlecht, wenn ich vor dem Tor immer so eiskalt wäre, wie Bruce Willis im Film", sagt er. Seine Cleverness hilft der Eintracht enorm: 14 Mal durfte er von Beginn an ran, zehn Mal gewann am Ende die Eintracht. 32 von 42 möglichen Punkten holten die "Alder" dabei. Sieben Mal ließ es Hoffer in dieser Spielzeit schon klingeln.

Mit bundesliga.de spricht er über einen noch ausgefalleneren Spitznamen, die Stärken der Eintracht im Aufstiegskampf und das Montagsspiel bei Union Berlin (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

bundesliga.de: Herr Hoffer, Sie werden von allen nur "Jimmy" genannt. Finden Sie gut, dass Sie mit Bruce Willis verglichen werden?

Erwin Hoffer: Den Namen trage ich seit den Nachwuchsteams von Admira Mödling. Er stört mich nicht. Es wäre nicht schlecht, wenn ich vor dem Tor immer so eiskalt wäre, wie Bruce Willis im Film.

bundesliga.de: Es gibt ja noch einen anderen, ganz speziellen Spitzname für Sie, den Ihr Mitspieler Ümit Korkmaz mal ins Leben gerufen hat. Wissen Sie, wovon ich spreche?

Hoffer: (Grübelt)… nein, welchen denn?

bundesliga.de: "Panzertyp mit Shakira-Arschbacken."

Hoffer: (Lacht) Ja, das hat er mal gesagt. Aber das sagt auch nur er! Da kann ich dann mit "Jimmy" schon besser leben.

bundesliga.de: Reden wir über die Lage in der 2. Bundesliga. Oben ist ja alles noch ziemlich eng. Warum schafft ausgerechnet die Eintracht den Aufstieg?

Hoffer: Wir sind eine gute Mannschaft, stehen hinten sehr kompakt. Wir treten als Einheit auf, und das soll auch bis zum letzten Spieltag so bleiben. Zurzeit läuft es gut bei uns, aber es ist trotzdem noch ein weiter und harter Weg.

bundesliga.de: Sie erwähnten es - es läuft. Zuletzt gab es drei Siege in Folge, Frankfurt hat auch wieder gespielt wie der Topfavorit auf den Aufstieg. Zwischendurch strauchelt die Eintracht trotzdem immer mal wieder und tut sich schwer, wie gegen Paderborn oder gegen St. Pauli. Worin sehen Sie die Gründe?

Hoffer: Schwer zu sagen. Es gibt im Sport einfach Höhen und Tiefen. Es ist schon bitter, wenn es mal nicht so läuft. Wir müssen in den letzten Spielen die Konzentration hoch halten. Jeder muss dazu seine Leistung bringen, dafür arbeiten wir hart.

bundesliga.de: Gegen keines der Topteams gab es einen Sieg in der Rückrunde. Nimmt die Eintracht die Topteams wie Fürth, St. Pauli oder Düsseldorf auf die leichte Schulter?

Hoffer: Überhaupt nicht. Wir nehmen jeden Gegner ernst, Topteam oder nicht.

bundesliga.de: Wo sehen Sie, im Vergleich zur Konkurrenz, die Stärken der Eintracht?

Hoffer: Was das Angriffsspiel angeht, sind wir sehr stark, wir kommen immer zu unseren Chancen. Aber dazu gehört natürlich nicht nur die Offensive, das fängt schon hinten an.

bundesliga.de: Sprechen wir über Ihre persönlichen Leistungen. Sie standen 14 Mal in der Startelf, haben bislang sieben Mal geknipst. Wie beurteilen Sie Ihre Saison bislang?

Hoffer: Ich habe regelmäßig gespielt, bin zu meinen Chancen gekommen und habe auch getroffen. Mein Ziel und das der Mannschaft ist der Wiederaufstieg, dazu will ich beitragen.

bundesliga.de: Gibt es bei Ihnen noch Luft nach oben? In welchen Bereichen möchten Sie im Endspurt noch besser werden?

Hoffer: Sicher. Ich kann mich noch um einiges steigern. Ich muss einfach meine Chancen eiskalt nutzen. An Toren wird der Stürmer nun mal gemessen und so will ich der Mannschaft helfen.

bundesliga.de: Sie haben in den vergangenen drei Jahren bei drei verschiedenen Clubs gespielt. Erst Neapel, dann Kaiserslautern, nun Frankfurt. Vom Aufstieg mal ausgegangen, sehen Sie bei der Eintracht langfristig Ihre fußballerische Heimat?

Hoffer: Ich würde mich darüber freuen! Aber ich habe noch bis 2014 Vertrag in Neapel. Wir werden sehen, was sich ergibt.

bundesliga.de: Fühlen Sie sich in Frankfurt wohler als in Italien?

Hoffer: Das kann man nur schwer vergleichen. Das war mein erstes Jahr im Ausland, da habe ich nicht wirklich viel gespielt. Hier ist es anders: Ich spiele, bekomme meine Chancen. Und das Umfeld passt einfach. Ich fühle mich sehr wohl hier.

bundesliga.de: Am Montag treten Sie mit der Eintracht bei Union Berlin an. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Hoffer: Es wird eine sehr harte Partie. Wir brauchen aber die Punkte, damit wir oben bleiben. Wir müssen sehr konzentriert auftreten und dürfen hinten kein Tor bekommen, vorne kriegen wir schon unsere Chancen. Wir werden alles versuchen, dass wir am Ende den Dreier einfahren.

Das Gespräch führte Christoph Gschoßmann