München - Sein halbes Leben stand Dennis Eilhoff im Tor von Arminia Bielefeld. Nach dem Abstieg der Ostwestfalen suchte der erfahrene Keeper eine neue Herausforderung und fand sie beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden, wo er einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieb.

Als 14-jähriger Jugendlicher wechselte Dennis Eilhoff von der damals noch existierenden TuS Paderborn-Neuhaus zu Arminia Bielefeld. 1996 war das und mit Ausnahme eines zweijährigen Abstechers zur TuS Koblenz zwischen 2006 und 2008 blieb der 1,90 Meter lange Torhüter seiner Arminia immer treu.

Mal hütete er in der Bundesliga (36 Einsätze) den Kasten, mal eine Klasse tiefer. 113 Zweitliga-Spiele absolvierte der verheiratete Familienvater zweier Kinder. Dabei stellte er vor zwei Jahren einen neuen Rekord in der 2. Bundesliga auf, als er zwischen dem 5. und 12. Spieltag acht Mal in Folge ohne Gegentor blieb. Die Arminia war Tabellenführer. Doch statt der damals noch erhofften Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs, ging es in Bielefeld in der Folgezeit steil bergab.

Absturz mit der Arminia

Der Aufstieg wurde verpasst, der Trainer gefeuert. Es kam noch schlimmer. In der vergangenen Saison lief in Bielefeld so ziemlich alles schief, der Verein belegte am Ende abgeschlagen den letzten Tabellenplatz. Dennis Eilhoff traf aber sicherlich keine Schuld am Dilemma des Traditionsvereins. Er hielt in seinen 28 Saisoneinsätzen, was zu halten war. Nicht von ungefähr wurde er einst auch "BieleHeld" genannt.

Der Abschied aus Bielefeld dürfte ihm trotzdem schwer gefallen sein. Denn Dennis Eilhoff war nicht nur der Torwart der Arminia, sondern auch einer ihrer größten Fans und Mitglied des ultra-orientierten Fanclubs "Boys Bielefeld".

Neue Aufgabe beim Aufsteiger

In Dresden hofft der 28-Jährige jetzt, sein neues sportliches Glück gefunden zu haben. "Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe bei Dynamo und bin sehr glücklich darüber, zukünftig bei einem Traditionsverein zu spielen, hinter dem eine fußballverrückte Stadt steht", sagte Dennis Eilhoff nach einem Rundgang durch das "glücksgas stadion".

"Ich habe schon viel über die packende Stimmung bei den Heimspielen in Dresden gehört und bin natürlich gespannt darauf, genau das jetzt in der zweiten Bundesliga in diesem erstligareifen Stadion selbst zu erleben", macht der Keeper seiner neuen Arbeitsstätte gleich dicke Komplimente.

Konkurrenzkampf mit Kirsten

Doch erst einmal muss er den teaminternen Zweikampf um die Nummer 1 gegen seinen Konkurrenten und Aufstiegshelden Benjamin Kirsten für sich entscheiden. Eine Garantie auf den Posten im Tor will ihm Dynamo-Trainer Ralf Loose nicht geben. Doch das Trikot mit der Nummer 1 ging an Eilhoff. Vielleicht ein erstes Indiz.

In den ersten Testspielen wechseln sich die beiden Torhüter ab. Statt nach 45 Minuten den Keeper zu tauschen, dürfen die beiden abwechselnd 90 Minuten durchspielen. "Das ist für einen Torhüter angenehmer als ein Wechsel zur Halbzeit", sagt Dennis Eilhoff. Noch hat er knapp drei Wochen Zeit, um seinen Trainer zu überzeugen, ihn beim Ligastart in Cottbus am 15. Juli zwischen die Pfosten zu stellen.

Tobias Gonscherowski

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