München - Auch die 2. Bundesliga biegt auf die Zielgerade der Saison ein, noch sind keine Entscheidungen im Kampf um Aufstieg und Klassenerhalt gefallen. Doch so langsam geht es um Alles oder Nichts. Am 29. Spieltag kann es zu schon Vorentscheidungen im oberen und unteren Tabellendrittel kommen (alle Freitagsspiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

FC Augsburg - SpVgg Greuther Fürth

Das Derby zwischen Augsburg und Fürth bietet eigentlich auch ohne die momentane Tabellensituation genug Brisanz. Doch wenn der Tabellenzweite auf den -vierten trifft, geht es sechs Spieltage vor Saisonende um mehr als schwäbisch-fränkische Befindlichkeiten. "Fürth steht zurecht auf Platz 4, das Stadion wird voll werden, also können wir uns auf ein heißes Spiel einstellen", sagte FCA-Kapitän Uwe Möhrle. "Jedes Spiel bis zum Saisonende ist jetzt ein Finale", glaubt FCA-Stürmer Nando Rafael: "Es ist ganz eng an der Tabellenspitze, daher müssen wir gewinnen."

Augsburg könnte mit einem Sieg zumindest bis Montag, wenn Spitzenreiter Hertha auf Bochum trifft, Platz 1 übernehmen und den Abstand auf den Vierten aus Fürth auf zehn Punkte ausbauen. Allerdings fehlen FCA-Coach Jos Luhukay wichtige Spieler. Marcel Ndjeng fällt wegen einer Knie-Entzündung aus. Der Einsatz von Angreifer Michael Thurk ist fraglich (Sprunggelenksverletzung). Moritz Leitner befindet sich nach seiner Ellenbogen-Operation noch in der Reha und Jan-Ingwer Callsen-Bracker sitzt seine Gelb-Rot-Sperre ab. Dafür kehrt aller Voraussicht nach Hajime Hosogai in die Startformation zurück.

Auch die SpVgg Greuther Fürth will in die Bundesliga und wird keine Chance ungenutzt lassen, um zumindest noch auf den ersehnten Relegationsplatz zu kommen. Dafür muss ein Sieg her. "Wir können den Augsburgern auf Augenhöhe begegnen. Das ist uns in dieser Saison schon im Pokal und im Hinspiel gelungen", gibt sich Fürth-Coach Mike Büskens kämpferisch. Gleichzeitig müssen die Franken aber hoffen, dass der Tabellendritte VfL Bochum im Heimspiel gegen Hertha BSC patzt. Büskens muss seine Abwehr umstellen. Innenverteidiger Mergim Mavraj ist wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Dafür steht Asen Karaslavov nach auskuriertem Muskelbündelriss wieder in der Startelf.




MSV Duisburg - Alemannia Aachen

Der MSV Duisburg hat mit den Aufstiegsplätzen nichts mehr zu tun. Und auch die Abstiegsplätze sind in weite Ferne gerückt. Da fällt es schwer, den Kampfgeist aufrecht zu erhalten. Zumal Duisburg ohne seinen Angreifer Stefan Maierhofer antreten muss. Er fällt wegen eines Mittelfußbruches für den Rest der Saison aus. Linksverteidiger Olivier Veigneau ist gesperrt und auch Ivica Grlic (Reha) und Julian koch (Knie-OP) fehlen Trainer Milan Sasic.

MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch glaubt, "dass wir auch diesmal wieder eine hoch engagierte und motivierte Duisburger Mannschaft sehen. Und es wird auf das ankommen, was uns jetzt so stark macht und benötigen: Leidenschaft, Herzblut, eine großartige Atmosphäre von den Rängen für die Mannschaft!"

Die Auf- und Abstiegsplätze sind auch für Alemannia Aachen kein Thema mehr. Dennoch haben sich die Alemannen Ziele gesteckt: "Wir werden versuchen, auf Tabellenplatz 7 zu klettern. Und das geht nun mal nur mit einem Sieg in Duisburg", gibt Coach Peter Hyballa als Marschroute für seine Arminen aus. Leicht wird es für die Aachener nicht, denn wegen seiner fünften Gelben Karte muss Marco Höger zuschauen. Für ihn kehrt Kevin Kratz nach überstandener Grippe in die Startelf zurück. Fehlen werden außerdem Markus Daun (Reha) und Florian Müller (Kreuzbandriss).




VfL Osnabrück - DSC Arminia Bielefeld

Um aus der Abstiegszone herauszukommen, braucht der VfL Osnabrück im Derby gegen Arminia einen Sieg. Da macht es den Anschein, dass der Tabellenletzte aus Bielefeld gerade recht kommt. Doch VfL-Sportdirektor Lothar Gans lässt sich von der schlechten Platzierung nicht täuschen: "Wir dürfen die Arminia nicht am Tabellenplatz messen. Sie hat in Duisburg gewonnen und auch zuletzt gegen Augsburg über weite Strecken überzeugt."

"Einsatz und Leidenschaft", fordert VfL-Trainer Joe Enochs daher von seiner Mannschaft. Der Coach wird für die Partie wieder auf Jan Tauer und Kristoffer Andersen zurückgreifen, die ihre Verletzungen auskuriert haben. Dafür fehlen ihm jede Menge andere Spieler: Tobias Nickenig (Sehnenanriss im Zeh), Michael Lejan (Meniskusriss, Bruch des Schienbeinkopfes), Aleksandar Kotuljac (Kreuzbandriss), Henrich Bencik (Mandelentzündung) und Benjamin Gorka (Magen-Darm-Infektion).

Die Bielefelder stecken mitten im Abstiegssumpf und müssen die 3. Liga in ihren Planungen für die nächste Saison mit berücksichtigen. Denn um von den direkten Abstiegsplätzen wegzukommen, fehlen noch ganze zwölf Zähler. Ohne die Verteidiger Benjamin Lense und Nils Fischer, Mittelfeldspieler Eke Uzoma, Angreifer Michael Delura und Pavel Fort wird es schwer, drei Punkte aus Osnabrück mitzunehmen. Alle befinden sich noch im Aufbau. Zumindest stehen Trainer Ewald Lienen nach der Rückkehr von Markus Bollmann wieder mehr Defensiv-Optionen zur Verfügung. Ein Fragezeichen stand bis zuletzt noch hinter Sandro Kaiser. Er hatte sich im Spiel gegen Augsburg eine Oberschenkelzerrung zugezogen, wird aber voraussichtlich rechtzeitig zum Anpfiff fit werden