Köln - Am vergangenen Wochenende war Arminia Bielefeld in aller Munde. Mit 6:0 hatte der damals Tabellen-Vorletzte daheim den Zweiten Eintracht Braunschweig überrollt. Einfach so. Damit verließen die Ostwestfalen die Abstiegsplätze und stehen wieder über dem Strich. Nun soll am letzten Spieltag mit drei Punkten bei Dynamo Dresden der Klassenerhalt endgültig eingetütet werden. Im Interview mit bundesliga.de spricht Reinhold Yabo, gegen die Eintracht dreifacher Torschütze, über das Saisonfinale und den Abstiegskampf.

>>> Alle Informationen zu #SGDDSC im Matchcenter

bundesliga.de: Reinhold Yabo, am vergangenen Sonntag hat Arminia Bielefeld mit dem 6:0-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig für eine große Überraschung gesorgt. Der Jubel kannte keine Grenzen. Steht die Alm noch oder hat die Schüco-Arena Schaden genommen?

Yabo: Ja, das Stadion steht noch. (lacht)

bundesliga.de: In den beiden Spielen zuvor hat sich die Arminia mit späten Gegentoren noch um den Erfolg ihrer Arbeit gebracht. Hat sie den Charakter eines Stehauf-Männchens, das nichts umwirft und sich von Rückschlägen nicht beeindrucken lässt?

Yabo: So ist es. Mit dem Sieg haben wir uns nun eine super Ausgangsposition geschaffen. Wir haben es nun absolut selbst in der Hand. Wir sind froh, dass wir diesen Schritt machen konnten und freuen uns nun auf das alles entscheidende Spiel am Sonntag.

>>> Arminia: Nach Motivationsrede zum Kantersieg

bundesliga.de: Wie erklären Sie sich dieses 6:0, diese Leistungsexplosion? War es die Motivsationsrede des Co-Trainers Carsten Rump, die sich gerade rasend schnell im Netz verbreitet?

Yabo: Wir haben auch schon vorher gute Spiele gezeigt und über 60 oder 70 Minuten einen guten Fußball gespielt. Wir sind oft verdient in Führung gegangen, haben das Ergebnis aber nicht über 90 Minuten halten können und am Ende nur unentschieden gespielt. Gegen Braunschweig ist es uns gelungen, nochmal eine Schippe draufzulegen. Und die Motivationsrede war natürlich auch nicht schlecht. (lacht)

bundesliga.de: Wie bewerten Sie jetzt die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag?

Yabo: Es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung, dessen sind wir uns alle bewusst. Wir haben uns die Möglichkeit jetzt selbst erarbeitet. Es liegt jetzt an uns. Und es gibt kein besseres Gefühl, als es selbst entscheiden zu können und nicht von anderen Ergebnissen abhängig zu sein. Wir wissen, dass das Ziel Klassenerhalt noch nicht erreicht ist.

bundesliga.de: Was spricht im Saisonfinale für die Arminia?

Yabo: Für uns spricht, dass wir wissen, um was es geht. Wir müssen noch einmal alles in die Waagschale werfen, um dieses Spiel auswärts gegen eine spielstarke Mannschaft für uns entscheiden zu können. Es geht um alles oder nichts. Dieses Bewusstsein spricht für uns.

bundesliga.de: Man sagt auch gerne "The trend is your friend". Im Gegensatz zur Konkurrenz geht Bielefeld mit einem Erfolgserlebnis ins letzte Spiel.

Yabo: Die anderen Clubs sind in einer anderen Situation. Sie haben es nicht selbst in der Hand. Wir müssen aber einfach nur auf uns schauen und das, was wir gut gemacht haben, noch einmal ins letzte Spiel zu transportieren.

>>> Spielbericht: 6:0! Starke Bielefelder stürzen Braunschweig

bundesliga.de: Sie sind jetzt ein halbes Jahr in Bielefeld. War die Ausleihe aus Salzburg für Sie der richtige Schritt?

Yabo: Ich bereue sie nach wie vor nicht. Das Ziel war für mich persönlich, nach einer langen Verletzungspause wieder in den Rhythmus zu kommen und Spielpraxis zu sammeln. Das hat wunderbar geklappt. Ich bin höchstzufrieden mit der Ausleihe. Außerdem ist es motivierend, denn ich möchte dieses Kapitel unbedingt positiv beenden.

bundesliga.de: Dynamo Dresden ist dann also der Gegner am letzten Spieltag. Im Hinspiel siegte Dynamo mit 2:1, Dresden steht auf Platz 5, und Arminia kommt als schlechteste Auswärtsmannschaft der 2. Bundesliga. Diese Zahlen sprechen nicht unbedingt für Bielefeld.

Yabo: Wir gucken nicht auf die Zahlen, das wäre die absolut falsche Vorgehensweise. Sie sind uns egal. Wir haben noch ein Spiel. Wenn wir das gewinnen, haben wir unser Ziel erreicht. Nur darauf kommt es an.

bundesliga.de: Haben Sie noch eine mögliche Relegation auf dem Schirm?

Yabo: Wir sind Profis. Man weiß, wie das Geschäft läuft. Natürlich könnte es noch so kommen. Aber ich wiederhole mich: Wir haben es selbst in der Hand. Unser Fokus liegt nur auf dem Spiel in Dresden. Wenn wir dort gewinnen, können die anderen machen, was sie wollen. Das ist in unseren Köpfen verankert.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski