Das lange Warten hat ein Ende, nach genau 90 Tagen endet am Freitagnachmittag, den 15. August, die Sommerpause für die 2. Bundesliga.

Die 2. Bundesliga bleibt spannend und qualitativ hochwertig: Mit Absteiger 1. FC Nürnberg geht einer der Topfavoriten für den sofortigen Wiederaufstieg in die neue Saison. Aber auch die Mitabsteiger aus Duisburg und Rostock machen sich Hoffnungen.

Dazu kommen ambitionierte Jäger, wie der SC Freiburg, der seinerseits die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse als offensives Saisonziel ausgegeben hat. Zurück in die Bundesliga, das will man auch in Mainz, Aachen und bei 1860 München. Das Aufstiegsrennen ist eröffnet! Und was machen die Neulinge? Wie schlagen sich Oberhausen, Ingolstadt, Ahlen und FSV Frankfurt?

bundesliga.de hat die 18 Clubs der 2. Bundesliga und deren Vorbereitung, Transfers und Verletzten unter die Lupe genommen:

Die Plätze 1 bis 6:


1. FC Nürnberg
Nach dem bitteren Abstieg brach beim "Club" das große Wechselfieber aus. 14 Spieler verließen den FCN (darunter Koller, Saenko, Misimovic oder Galasek), 13 neue wurden bis dato geholt. Dennoch kann Trainer Thomas von Heesen immer noch eine eingespielte Truppe aufbieten - mit bis zu sieben Akteuren, die vor gerade einmal 15 Monaten im Pokalendspiel in Berlin den Cup gewannen. Von den Neuen scheinen Rückkehrer Schäfer im Tor, der international erfahrene Innenverteidiger Goncalves, der Schweizer Offensivspieler Gygax sowie Stürmer Eigler gute Aussichten auf einen Stammplatz zu haben. In den Testspielen gab es bei u.a. drei Nullnummern gegen europäische Erstligisten Licht und Schatten, die Defensive überzeugte, der Angriff nicht. Genauso war es auch im Pokal, in dem Rot Weiss Ahlen erst glücklich im Elfmeterschießen mit 4:3 besiegt wurde.

Hansa Rostock
Seit 2005 trainiert Frank Pagelsdorf den FC Hansa, der nach dem einjährigen Gastspiel in der Bundesliga mit einem überschaubar veränderten Kader in die neue Saison geht. Bei den Neuverpflichtungen bewiesen der Coach und Manager Herbert Maronn offenbar ein gutes Näschen. Den 2:0-Auftaktsieg im Pokal gegen Holstein Kiel sicherten der aus Unterhaching gekommene Lechleiter und der Ex-Bremer Schindler mit ihren Treffern. Auch der frühere Hamburger Fillinger und vor allem der dänische Nationalspieler Retov konnten in den Testspielen (u.a. 2:0 gegen Bielefeld, 1:5 gegen Bremen) bereits ihre Klasse im Mittelfeld andeuten. Dagegen wiegen die Defensiv-Abgänge von Sebastian (KSC) und Stein (Hertha) schwer, auch Stammkeeper Wächter fehlt noch einige Monate.

MSV Duisburg
Wie die anderen beiden Absteiger aus Nürnberg und Rostock setzt auch der MSV Duisburg auf Kontinuität auf dem Trainerposten. Rudi Bommer durfte bleiben und sich auf große Einkaufstour begeben. Bis dato 17 Kicker (u.a. Ishiaku, Daun, Niculescu, Lavric, Lamey und Filipescu) zogen das "Zebra"-Trikot aus, 13 neue wurden verpflichtet. In den Vorbereitungsspielen blieb der MSV ungeschlagen und überzeugte beim 1:0 gegen Brügge und beim 1:1 gegen den 1. FC Köln über weite Strecken. Dabei zeigten Neuzugänge wie die Verteidiger Brzenska (Dortmund) und Chaftar (Frankfurt) sowie die torgefährlichen Offensivkräfte Christ (Charleroi), Ede (Hertha), Wagner (Bayern II) und Kouemaha (Debrecen) ansprechende Ansätze. Auch beim ersten Ernstfall im Pokal hielt sich der MSV beim 5:1 in Bergedorf schadlos.

1. FSV Mainz 05
Nach der über sieben Jahre dauernden Ära Jürgen Klopp nehmen die Mainzer mit einem neuen Mann auf der Kommandobrücke das Saisonziel Aufstieg ins Visier: Jörn Andersen. Der frühere norwegische Bundesliga-Torschützenkönig kann auf eine eingespielte Mannschaft setzen, die nur punktuell verstärkt wurde. Vor allem in der Abwehr bestand Bedarf nach dem Abgang von Subotic (Dortmund). Ihn soll der Ex-Offenbacher Bungert ersetzen, auch van der Heyden (Wolfsburg) und Heller (Aue) drängen in die Startelf. Auch von Fleßers (M gladbach), dem albanischen Dribbler Hyka, Sturmtank Bancé (Offenbach) und Stürmer Bogavac (Koblenz) verspricht man sich einiges. In den Testspielen und beim mühsamen Pokalsieg gegen den den Regionalligisten Babelsberg (2:1 n.V.) zeigte sich, dass Andersen noch viel Arbeit vor sich hat.

SC Freiburg
Erstaunlich geräuschlos verlief in der vergangenen Saison der Trainerwechsel von SC-Legende Volker Finke zu Robin Dutt. Die Breisgauer kämpften bis zum Schluss mit ansehnlichem Fußball um den Aufstieg. Der wurde knapp verfehlt und soll nun mit einem runderneuerten Kader geschafft werden. Abgänge wie Aogo und Pitroipa (beide zum HSV), Matmour (M gladbach) oder Sanou (Köln) spülten teilweise Geld in die Freiburger Transfer-Kasse. Den aktuell 13 Abgängen stehen sieben Neuverpflichtungen gegenüber, von denen sich Torhüter Pouplin sowie die torgefährlichen Bechmann (Bochum), Türker (Offenbach) oder Abdessadki auf Anhieb in die erste Elf kämpften. In der Vorbereitung wurden Karlsruhe und Mainz geschlagen, gegen Straßburg gab es ein happiges 1:4. Im Pokal überstand der Sport-Club weitgehend problemlos mit 2:0 in Unterhaching die erste Runde.

SpVgg Greuther Fürth
In sechs der vergangenen acht Jahre belegte die SpVgg einen beachtlichen 5. Platz in der 2. Bundesliga. Trainer Benno Möhlmann gelang dieses Kunststück in seiner zweiten Fürther Amtszeit zwischen 2004 und 2007 gleich dreimal. Jetzt ist er nach nur einem Jahr Abstinenz als Nachfolger des von Bayer Leverkusen abgeworbenen Bruno Labbadia wieder da. Möhlmann kennt das Umfeld wie kein Zweiter und findet eine intakte Truppe vor, deren Umbruch vor der Saison nicht allzu groß war. Bis auf Achenbach (Aachen) und Lanig (Stuttgart) schmerzen die Abgänge nicht. Dafür angelten sich die Fürther u.a. mit den Kreativspielern Takyi (St. Pauli), Langen (Koblenz) und Abwehr-Haudegen Meichelbeck (Bochum) Kicker, die höheren Ansprüchen genügen. Nach einer starken Vorbereitung ohne Niederlage gab es jedoch im Pokal beim Zweitliga-Absteiger Kickers Offenbach ein 0:1.

Tobias Gonscherowski