Osnabrück/Karlsruhe - Es ist November, das erste Drittel der Saison geht bereits zu Ende und so ist die Zeit der richtungsweisenden Spiele angebrochen! Dabei stellt sich für den VfL Osnabrück und den Karlsruher SC vor dem Montagsspiel der 2. Bundesliga (ab 20 Uhr im Live-Ticker) die gleiche Frage: Abstiegskampf oder erst einmal durchatmen?

Die Lage ist für beide Clubs nicht rosig: Die Süddeutschen belegen mit acht Punkten den Relegationsplatz, Osnabrück hingegen steht mit zehn Zählern auf Rang 14 etwas besser da und könnte mit dem "Dreier" ins untere Mittelfeld vorrücken.

Doch das soll laut Karsten Baumann nichts heißen. Der Trainer hatte die Badener bei der 0:3-Niederlage in Duisburg am 9. Spieltag noch beobachtet, verspricht sich davon aber nicht zu viel: "Beim KSC hat es ja einen Trainerwechsel gegeben. Das könnte dazu führen, dass die Mannschaft bei uns ein ganz anderes Gesicht haben wird."

Kauczinski setzt auf Herz

Eine Vermutung, die sich bewahrheiten wird, denn Markus Kauczinski, U-23- und derzeit Interimstrainer der Karlsruher, muss die Startelf verletzungsbedingt umbauen. Mit Godfried Aduobe, Marco Engelhardt und Anton Fink werden gleich drei Stammspieler ausfallen. Kristian Nicht, Christopher Nguyen und Niklas Tarvajärvi komplettieren das Lazarett.

Kauczinski will der schwierigen Personalsituation mit Leidenschaft aus der zweiten Reihe entgegentreten und auf Spieler der zweiten Mannschaft bauen. "Das sind gute und willige Leute. Zwar fehlt es dabei vielleicht manchmal etwas an Qualität, aber vielleicht können sie das mit einem Riesenherz wettmachen", erklärt der 40-Jährige, der um die Stärken, aber auch die Schwächen des VfL weiß: "Osnabrück ist kampfstark und spielt sehr schnell nach vorne, sie haben aber auch Schwächen in der Defensive."

Flutlicht bringt Unbesiegbarkeit

Probleme in der Abwehr sind auch Baumann aufgefallen, der in der vergangenen Trainingswoche das Hauptaugenmerk auf der Trainingsarbeit darauf gelegt hatte. Innenverteidiger Angelo Barletta wird wegen Adduktorenproblemen zwar noch nicht zur Verfügung stehen, dafür stehen die Chancen bei Außenverteidiger Jan Tauer besser, seinen Teamkollegen wieder helfen zu können.

Die besten Chancen auf drei Punkte hat Osnabrück aber schon allein durch die Ansetzung der Partie auf den Montagabend bekommen. Der VfL ist in der Liga seit mehr als fünfeinhalb Jahren in Heimspielen unter Flutlicht unbesiegt. Seit der 0:2-Niederlage gegen Lübeck in der Regionalliga Nord am 1. April 2005 gab es aus 38 Spielen 22 Siege und 16 Remis. Da scheint der Mittelfeldplatz nach dem 11. Spieltag schon fast sicher zu sein.

Gregor Nentwig