Wird den 1. FC Heidenheim am Saisonende verlassen: Kapitän Marc Schnatterer - © kolbert-press/Burghard Schreyer via www.imago-images.de/imago images/kolbert-press
Wird den 1. FC Heidenheim am Saisonende verlassen: Kapitän Marc Schnatterer - © kolbert-press/Burghard Schreyer via www.imago-images.de/imago images/kolbert-press
2. Bundesliga

Marc Schnatterer: Eine Ikone verlässt den 1. FC Heidenheim

Er begleitete seinen Verein von der Regionalliga in die 2. Bundesliga, schaffte beinahe den Sprung in die Bundesliga. Im Sommer endet der gemeinsame Weg von Marc Schnatterer und dem 1. FC Heidenheim. Verein und Spieler verlängern den gemeinsamen Vertrag nicht.

Marc Schnatterer wusste, über welchen Spieler er sprach, und wohl deshalb musste er schmunzeln. Auf einen besonderen seiner zahlreichen Spitznamen angesprochen, sagte der Angreifer des 1. FC Heidenheim im SWR-Podcast "Steil": "'Der Totti von der Schwäbischen Alb' hat was charmantes. Er hat ja ewig lang bei der Roma gespielt. Das spiegelt etwas von mir wider, vielleicht drei Stufen darunter." Selbstverständlich verstand es Schnatterer, den Vergleich mit dem italienischen Ex-Profi Franceso Totti richtig - und zwar scherzhaft - einzuordnen. Trotzdem hat der 35-Jährige für Heidenheim eine ähnliche Bedeutung wie der Weltmeister von 2006 für den AS Rom.

Und so war den Anhängern des Zweitligisten gar etwas mulmig dabei, als sie am 1. April die Kunde davon erhielten, dass der Kapitän den Club zum Ende der Saison verlassen würde. Manche glaubten - dem Datum war es geschuldet - an einen Scherz, doch auch tags darauf behielt die Meldung ihre Gültigkeit. "Letztlich gehören auch solch schwere Entscheidungen zum Profifußball dazu, insbesondere wenn sich eine Mannschaft, wie unsere derzeit, im stetigen personellen Umbruch befindet", begründete der FCH-Vorsitzende Holger Sanwald den Beschluss der Vereinsführung, den Vertrag mit Schnatterer nicht zu verlängern.

"Schnatti", wie ihn die meisten in seinem Umfeld rufen, nahm das sportlich, obschon er gern noch ein wenig für seinen Herzensverein gespielt hätte, mit dem er sportlich schon eine Menge erreicht hat und für den er gemeinsam mit Trainer Frank Schmidt eine der Säulen des sportlichen Erfolges ist.

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Am 1. Juli 2008 wechselte er vom Karlsruher SC zum damaligen Süd-Regionalligisten Heidenheim, schaffte in der gleichen Saison den Drittliga-Aufstieg und zog fünf Jahre später gar in die 2. Bundesliga ein. In der vergangenen Spielzeit hätten Schnatterer und Heidenheim beinahe das nie Erwartete geschafft. Doch der Bundesliga-Aufstieg scheiterte an zwei Unentschieden in der Relegation. Beim SV Werder Bremen spielte die Schmidt-Elf 0:0, in Heidenheim hieß es am Ende 2:2.

Auf der Ostalb sei das nicht allzu lange ein Thema gewesen, versichert der Angreifer, der schon weit mehr als 400 Partien für den FCH absolviert hat. "Natürlich wäre das ein Traum gewesen", gibt Schnatterer zu. Denn aufgrund der beständigen Entwicklung des Clubs sei der Gedanke, den Bundesliga-Aufstieg auf die To-Do-Liste zu setze, immer realistischer geworden.

Der Routinier hatte sich mit seiner Rolle in der 2. Bundesliga gut angefreundet, doch zur Wahrheit gehört auch, dass er zuletzt nicht mehr regelmäßig zum Stammpersonal gehörte. Der Kapitän hatte seinen letzten Startelf-Einsatz im Oktober gegen Fortuna Düsseldorf, seither waren es vor allem Joker-Einsätze, bei denen er sich zeigen konnte.

Immer wieder hatte Schnatterer betont, dass er nicht aufhören wolle. Zu gern, auch daraus machte er keinen Hehl, hätte er sich noch mindestens eine weitere Saison das Heidenheimer Dress übergestreift. Doch daraus wird nichts mehr, der gebürtige Heilbronner wird zunächst einen anderen Weg gehen, ehe er wohl in der Zeit nach seiner aktiven Karriere den versprochenen Platz bei seinem Herzensclub einnehmen wird. Wann auch immer 'Schnatti' seine Spielerkarriere beenden wird, stehen ihm beim FCH alle Türen und Tore jederzeit offen", sagt der Vereinsvorsitzende Holger Sanwald. "In welcher Funktion, steht noch nicht fest."

Zwei Säulen des Heidenheimer Erfolges: Marc Schnatterer und Trainer Frank Schmidt - imago sportfotodienst/imago sportfotodienst