
Christian Kofane: Ein Senkrechtstarter für Bayer 04 Leverkusen
Christian Kofane spielte vor etwas mehr als einem halben Jahr noch in seiner Heimat Kamerun und war hier ein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Nun ist der 18-Jährige eine neue Zukunftshoffnung bei Bayer 04.
Nimmt man sich einen Duden zur Hand, blättert bis zum Buchstaben S und sucht nach dem Begriff "Senkrechtstarter", so versorgt einen dieses allwissende Buch mit folgender Erklärung: "Männliche Person, die ohne lange Anlaufzeit eine ungewöhnlich steile Karriere macht; etwas, was plötzlich großen Erfolg hat."
Zwei Definitionen, die par excellence auf Christian Kofane zutreffen, das neue Sturmjuwel von Bayer 04 Leverkusen. Der erst 18-jährige Angreifer, den Bayer 04-Geschäftsführer Sport Simon Rolfes als "extrem wuchtig", "schnell", "technisch beschlagen" sowie "sehr durchsetzungsfähig" beschreibt, kommt vom spanischen Zweitligisten Albacete Balompié zum Fußball-Bundesligisten (Vertrag bis 2029) und soll seinen zuletzt steilen Aufstieg unterm Bayerkreuz fortsetzen.
Wieder nur 114 Sekunden für ein Tor?
Dabei ist es gerade einmal etwas mehr als ein halbes Jahr her, dass Kofane überhaupt unter die spanische Sonne transferiert wurde. Zuvor kickte der 1,89 Meter große Mittelstürmer noch in seiner kamerunischen Heimat für den AS Nylon, ein hierzulande gänzlich unbekannter Verein – dessen Vereinsemblem aber seltsamerweise fast eins zu eins dem von Kofanes neuem Arbeitgeber gleicht. Eine offizielle Partnerschaft besteht allerdings nicht zwischen beiden Klubs...
Aber zurück in den Süden Spaniens, beziehungsweise ins eineinhalb Stunden von Murcia entfernt gelegene Albacete. Dort war Kofane ursprünglich eigentlich für die U19 vorgesehen, empfahl sich aber auf Anhieb für das Profiteam und benötigte in seinem ersten Ligaspiel im Januar nur 114 Sekunden, um beim 2:2 gegen Racing Santander für seine Farben zu netzen.
"Hat das Potenzial, ein wichtiger Teil unserer Mannschaft zu werden"
Kein Strohfeuer, denn Kofane knüpfte nahtlos an diese Leistung an. Letztlich erzielte er acht Treffer in 20 Einsätzen in LaLiga2 und machte damit eben auch über die Landesgrenzen hinaus auf sich aufmerksam. In Leverkusen, wo sie zuletzt schon andere junge Spieler wie Moussa Diaby, Jeremie Frimpong oder Florian Wirtz erfolgreich ausgebildet haben, ist die Freude über den Rohdiamanten jedenfalls groß.
"Er wird unser Spiel mit seinen Stärken noch variabler gestalten und hat das Potenzial, um in den kommenden Jahren ein wichtiger Teil unserer Mannschaft zu werden", so Rolfes, der bei Kofane damit auf ein offenes Ohr stößt: "Ich werde alles geben, um diese Chance in der Bundesliga zu nutzen", sagt der Stürmer und will weiter nach oben. Wie ein Senkrechtstarter halt.
Michael Oer
