Milot Rashica ist der Bremer Topscorer in dieser Bundesliga-Saison - © Lukas Schulze/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
Milot Rashica ist der Bremer Topscorer in dieser Bundesliga-Saison - © Lukas Schulze/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images
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Zwischenbilanz: Der Saisonverlauf des SV Werder Bremen

Nach der Verlegung des 26. Spieltags: Mehr als zwei Drittel der Saison sind bisher gespielt. Was lief gut, was eher nicht so? Was waren die Highlights der bisherigen Spielzeit? bundesliga.de zieht ein Zwischenfazit für den SV Werder Bremen.

Der Saisonverlauf

Nachdem der SV Werder Bremen die Qualifikation für die Europa League in der Saison 2018/19 nur knapp verpasste, sollte es 2019/20 endlich klappen mit der Rückkehr in den internationalen Fußball. Zuletzt qualifizierten sich die Bremer 2010/11 für Europa. An dem ambitionierten Ziel änderte auch der Abgang des Kapitäns Max Kruse nichts. Der Linksfuß war seit seiner Rückkehr an die Weser drei Jahre lang das Herz des Offensivspiels. Dieser Verlust sollte im Kollektiv aufgefangen werden. Mit Leonardo Bittencourt und Niclas Füllkrug kamen zwei unterschiedliche Spielertypen für die Offensive.

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Schon am 1. Spieltag gab es durch die äußerst unglückliche 1:3-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf den ersten Dämpfer. Nach zwei Siegen am 3. und 4. Spieltag schien Werder aber auf Kurs für eine ordentliche Saison, aber dann schlug das Verletzungspech richtig zu. Der starke Niclas Füllkrug riss sich nach zwei Toren in vier Einsätzen das Kreuzband, praktisch zeitgleich verletzte sich der zuvor extrem formstarke Yuya Osako am Oberschenkel, Neuzugang Ömer Toprak musste ebenfalls die Segel streichen und die Rückkehr von Ludwig Augustinsson verzögerte sich immer weiter. Zunächst konnte die Kohfeldt-Truppe die Verluste spielerisch durchaus noch kompensieren, fuhr aber trotz ordentlichen Spielen zu wenig Punkte ein. Zwischen dem 6. und 9. Spieltag sammelte der SVW fünf Unentschieden in Serie. Anschließend gab es aber auch einen spielerischen Bruch und von den folgenden 13 Partien wurden elf verloren (zwei Siege). So wurden die Bremer bis auf Rang 17 durchgereicht.

Topspiel: 3:2 beim VfL Wolfsburg

Dieser Sieg wirkte nach zuvor acht sieglosen Partien wie ein Befreiungsschlag. Milot Rashica war mit einem Doppelpack der entscheidende Mann. Leonardo Bittencourt steuerte per sehenswertem Flugkopfball den dritten Treffer bei. Jiri Pavlenka hielt den Dreier mit einigen sehenswerten Paraden fest. Der Wendepunkt war der Erfolg aber dennoch nicht, denn es blieb der letzte Punktgewinn in der Hinrunde.

Topfakt

Der SV Werder stellt zwar mit 27 Treffern die erfolgloseste Offensive (gemeinsam mit Fortuna Düsseldorf), in einer Kategorie gehören die Grün-Weißen aber dennoch zur absoluten Ligaspitze: In den ersten 15 Minuten erzielte Bremen bereits acht Tore. Nur der FC Bayern (15) und Bayer Leverkusen (10) sind in diesem Zeitraum erfolgreicher. Die Probleme fangen also erst nach der Anfangsphase an.

Schlüsselspieler: Milot Rashica

Der Kosovare war über weite Strecken der Saison der Lichtblick beim SV Werder. Gegen Ende der Hinrunde fiel dann aber auch der flinke Offensivspieler in ein Loch und blieb bis zum 2:2 bei Hertha BSC acht Spieltage in Serie ohne direkte Torbeteiligung. Dennoch ist Milot Rashica mit sieben Treffern nicht nur der erfolgreichste Torschütze, sondern mit vier Torvorlagen auch der beste Assistgeber der Norddeutschen. Damit war Rashica an 40 Prozent der Bremer Treffer direkt beteiligt.

Überraschung: Nick Woltemade

Noch hat der junge Stürmer keine 60 Bundesliga-Minuten auf dem Buckel, aber den ersten Club-Rekord hat er sich dennoch schon geschnappt. Mit 17 Jahren, elf Monaten und 18 Tagen debütierte er für den SV Werder Bremen und wurde so zum jüngsten Spieler, der jemals für den SVW in der Bundesliga auflief. Beim FC Augsburg durfte er sogar gleich in der Startelf ran und machte seine Sache sehr ordentlich. Dabei spielt der 1,98 Meter große Schlacks eigentlich gerade erst seine erste Saison für Werders U19, bei der er auch im nächsten Jahr noch spielen dürfte. Mittlerweile ist Woltemade, der in 16 Einsätzen in der U19-Bundesliga Nord, die Werder als Tabellenführer anführt, 16 Tore erzielte, fester Bestandteil des Profikaders. Kohfeldt will das Top-Talent behutsam aufbauen, aber das er jetzt schon eine ernsthafte Alternative für die Bundesliga ist, ist eine großartige Leistung des gebürtigen Bremers.