Mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen hat Hertha BSC einen guten Start in die Bundesliga-Spielzeit 2008/09 hingelegt. Doch der erste dicke Brocken wartet bereits auf die Hauptstädter: Heute sind sie zu Gast beim FC Bayern München.

Vor dem Duell gegen den amtierenden Deutschen Meister spricht bundesliga.de mit Marc Stein, einem der neuen Gesichter in Reihen der Berliner. Der Abwehrspieler sagt, warum er sich im Sommer für die Hertha entschieden hat, und verrät, wie schwer es wird, Toni und Co. zu stoppen.

bundesliga.de: Herr Stein, die neue Saison ist in vollem Gange. Wie beurteilen Sie den Saisonstart von Hertha BSC?

Marc Stein: Ich denke, dass wir mit dem Saisonstart sehr zufrieden sein können, obwohl wir gegen Bielefeld zwei Punkte verschenkt haben. Der Auftaktsieg in Frankfurt war sehr überzeugend und wir sind noch in allen Wettbewerben (DFB-Pokal und UEFA-Pokal; Anm.d.Red.) vertreten.

bundesliga.de: Sie sind im Sommer aus Rostock an die Spree gewechselt. Welche Gründe waren ausschlaggebend für den Gang nach Berlin?

Stein: Ich wollte in meiner Karriere den nächsten Schritt machen. Ich denke, dass es für meine sportliche Weiterentwicklung die richtige Wahl war. Außerdem komme ich als gebürtiger Potsdamer aus der Nähe von Berlin und mein Traum war es schon immer, irgendwann einmal mit Hertha BSC im Olympiastadion zu spielen.

bundesliga.de: Haben Sie sich denn schon eingelebt in Berlin und in der Mannschaft?

Stein: Absolut. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und ich fühle mich in Berlin natürlich sehr wohl. Ich bin mit der Entscheidung und dem Wechsel rundum zufrieden.

bundesliga.de: Was sind Ihre bisherigen Eindrücke von Hertha-Trainer Lucien Favre?

Stein: Lucien Favre ist ein akribischer Trainer, der dem Erfolg der Mannschaft alles andere unterordnet. Für ihn steht das Team und nicht der einzelne Spieler im Vordergrund. Er ist ein sehr gewiefter Taktiker und hat sehr viel Ahnung von Fußball.

bundesliga.de: Am Sonntag ist Hertha BSC zu Gast in München beim FC Bayern. Der Meister steht enorm unter Zugzwang. Ein psychologischer Vorteil für Ihre Mannschaft?

Stein: Ob das ein Vorteil ist, kann ich erst am Sonntagabend beantworten. Der Saisonstart des FC Bayern ist nicht so verlaufen, wie sie sich das vorgestellt haben. Ich hoffe, dass nicht ausgerechnet am Sonntag gegen uns der Knoten platzt. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass die Mannschaft im Gegensatz zu uns noch nicht so eingespielt ist.

bundesliga.de: Vor allem in der Defensive haben die Bayern bislang Probleme gehabt. Wie motiviert haben sich Ihre Stürmerkollegen Marko Pantelic und Raffael angesichts dieser Tatsache in den vergangenen Tagen im Training gezeigt?

Stein: Ich habe im Training keine Veränderungen erkennen können. Die Zeit zwischen dem UEFA-Cup-Spiel und dem Spiel in München ist ja auch nur kurz.

bundesliga.de: Sie haben in Ihrer Laufbahn zwei Mal in der Bundesliga gegen die Bayern gespielt - in der vergangenen Saison mit Rostock. Beide Partien gingen verloren. Sind Stürmer wie Luca Toni, Miroslav Klose und Lukas Podolski besonders schwer zu stoppen und was haben Sie aus diesen beiden Partien gelernt?

Stein: Diese drei Stürmer spielen auf einem absoluten Top-Niveau und sind nur sehr schwer komplett auszuschalten. Wir müssen in der Defensive sehr konzentriert sein, weil die Bayern jeden Fehler sofort bestrafen. Als Abwehrspieler muss man versuchen, den Gegner schon bei der Ballannahme zu stören. Es wird verdammt schwierig und wir müssen auf der Hut sein.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz