Die Superserie verlängert, den Halbfinal-Rekord ausgebaut und die Fans wieder ein Stückchen zurückgewonnen - mit viel Arbeit, aber noch wenig Glanz, kämpft sich Werder Bremen mühsam aus der sportlichen Krise.

"Es wird von Spiel zu Spiel ein bisschen besser, man kann sich das wieder anschauen", lobte Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem 2:1 (1:0)-Sieg des Cup-Verteidigers gegen 1899 Hoffenheim noch eher verhalten.

"Jeder nimmt mittlerweile wieder am Defensivspiel teil"

Zum 20. Mal stehen die Hanseaten im Halbfinale des DFB-Pokals, zudem blieb Werder auch im 34. Heimspiel dieses Wettbewerbs in 22 Jahren ungeschlagen. Beeindruckende statistische Werte, die aber noch nicht so recht zur wechselhaften Leistung der Bremer passen wollten. Aber auch Mannschaftskapitän Torsten Frings sah einen leichten Aufwärtstrend: "Wir haben uns besser bewegt, jeder nimmt mittlerweile wieder am Defensivspiel teil."

Dennoch brachten die stark ersatzgeschwächten Gäste den Bundesliga-Sechsten weit öfter in Gefahr, als ihm lieb sein konnte. "Mit der Mannschaft, die wir zur Verfügung hatten, konnten wir nicht viel besser spielen. Phasenweise haben wir Bremen auch spielerisch kontrolliert und waren drauf und dran, das Spiel zu drehen", meinte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, 1899-Manager Jan Schindelmeiser ergänzte: "Die Mannschaft hat überhaupt nicht enttäuscht."

Letztlich waren es Einzelaktionen wie der Freistoß von Naldo in der 27. und der Alleingang von Hugo Almeida in der 76. Minute, die im verschneiten Weser-Stadion den Ausschlag gaben. Drei Minuten lang durften die Hoffenheimer mit dem Erreichen der Verlängerung liebäugeln, nachdem Prince Tagoe in der 73. Minute per Kopfball für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gesorgt hatte.

K.o-Spiele liegen Werder - Hoffenheim blickt nach vorn

Nun aber gilt es für die Hanseaten, auch in der Liga wieder die Kurve zu kriegen. Dazu entwickelte Nationalspieler Per Mertesacker einen interessanten Denkansatz: "Schon im letzten Jahr hat uns der Pokal Erfolgserlebnisse beschert. Anscheinend liegen uns K.o-Spiele, vielleicht sollten wir auch die Bundesliga als K. o-Runde betrachten." Der Innenverteidiger ist besonders heiß auf die Endspielteilnahme in Berlin, weil er im vergangenen Jahr das Finale verletzungsbedingt verpasste.

Während die Norddeutschen nun weiterhin in drei Wettbewerben stehen, ist bei den Kraichgauern volle Konzentration auf die Liga angesagt. Denn die erstmalige Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb hat man noch längst nicht abgeschrieben.

Rangnick: "Wir müssen eigentlich nur auf diesem Klasse-Spiel aufbauen." Was durchaus möglich erscheint, angesichts des bevorstehenden Gastspiels in Bochum. Denn der VfL konnte in der laufenden Saison erst ein einziges Heimspiel gewinnen.