Was machen eigentlich die Ex-Bundesligastars? Natürlich weiß ein jeder, wie es um Diego, Berbatov und Co. steht. Doch es gibt weitaus mehr Stars, die in der Bundesliga aktiv waren und im Ausland noch weiterhin für Schlagzeilen sorgen. bundesliga.de hat recherchiert:

"Ich Roque!"

Bis zum Jahr 2007 war der Stürmer aus Paraguay insgesamt acht Jahre beim FC Bayern München unter Vertrag. Geholt als großes Talent, kam er doch nie über diesen Status so richtig hinaus. Roque Santa Cruz will es jetzt aber noch einmal so richtig wissen. In England kam er in seiner ersten Saison für die Blackburn Rovers gleich auf sensationelle 19 Tore in 37 Spielen.

Bedenkt man, dass in England mit die stärksten Verteidiger der Welt unter Vertrag stehen, wird schnell klar, warum auch Manchester City auf den Stürmer aufmerksam geworden ist. Wer sich in England durchsetzt, ist eben für höhere Ziele bestimmt. Doch Blackburn hielt an dem Ex-Münchner fest und gab ihn nicht frei. Noch eine Saison also bei den Rovers - ein Seuchenjahr.

Mit seinem Club steckte er tief im Abstiegssumpf, selbst hatte er fast komplett das Toreschießen verlernt und zu guter Letzt streikte das Knie - Operation im April 2009. Der einzige Lichtblick: Manchester City wollte Santa Cruz um jeden Preis. Blackburn gab nach. Santa Cruz darf sich nun neben Stürmern wie Adebayor, Bellamy oder Robinho beweisen. Ob er den gleichen Status wie seine Kollegen erreichen wird steht allerdings noch in den Sternen.

Ewerthon lässt es krachen

Ganze vier Jahre war er der Liebling bei den BVB-Fans. Er schoss ein Tor nach dem anderen und mit seinen Dribblings spielte er so einige Abwehrreihen schwindelig. Doch im Jahr 2005 wurde das Kapitel Ewerthon bei Borussia Dortmund geschlossen und der Brasilianer versuchte sein Glück in Spanien. Real Saragossa hieß sein neuer Arbeitgeber.

Die ersten zwei Jahre in der Primera Division waren - sagen wir einfach - ok. Im Schnitt traf der Stürmer in jedem vierten Spiel. Den Vorgesetzten war das zu wenig. Er wurde ausgeliehen. Also hieß es: Zurück nach good old Germany! Aber auch beim VfB Stuttgart konnte er in dem halben Jahr nicht wirklich etwas reißen. Gleiches gilt für seine nächste Station bei Espanyol Barcelona.

Also hieß es im letzten Jahr: zweiter Versuch bei Saragossa. Diesmal allerdings in der zweiten spanischen Liga. Von nun an ließ es Ewerthon gewaltig krachen. In 36 Ligaspielen schoss er sagenhafte 28 Tore und war Garant für den sofortigen Wiederaufstieg. Der Knoten scheint endlich geplatzt und man kann gespannt sein, ob es auch in der Primera Division kracht.

Die Türken haben Spaß an Ernst

So etwas wird man in Deutschland wohl nicht erleben. Als Fabian Ernst in diesem Frühjahr vom FC Schalke 04 ins türkische Istanbul zu Besiktas wechselte, wartete ein Empfang auf ihn, der seinesgleichen sucht. Er wurde auf Schultern durch die tobende Menge getragen. Die Menschen ahnten wohl, dass er das Team zum größten Erfolg seit zwei Jahrzenten führen würde.

Fabian Ernst war von Beginn an der Leader im Spiel von Besiktas. Sein Beliebtheitsgrad stieg innerhalb kürzester Zeit gewaltig - doch die Krönung folgte noch. Erst holte er mit seinem Club den türkischen Pokal, ehe er gut zwei Wochen später an seinem 30. Geburtstag auch noch die Meisterschaft klar machte - eine runde Sache eben.

Der gebürtige Hannoveraner galt als Macher des Erfolgs und hat sich durch das erste Double für Besiktas seit 19 Jahren schon jetzt ein Denkmal gesetzt. Auch er selbst fühlt sich am Bosporus pudelwohl: "Für mich war der Wechsel in die Türkei genau die richtige Entscheidung. Ich bin toll aufgenommen worden und habe mich schnell ins Team eingefunden."

Sport-Invalide? Nein, danke!

In Dortmund ist er zu einem Juwel herangereift, bei Arsenal wollte er dann zu einem echten Weltstar werden - Tomas Rosicky war auf dem besten Weg. Unter Arsene Wenger war er schon bald Stammspieler in London. Mit seinem Spielwitz und seiner technischen Brillanz passte er perfekt ins System. Doch eines machte ihm einen Strich durch die Rechnung - sein Knie.

Dem Tschechen sprang im Januar 2008 eine Sehne aus dem Kniegelenk. Die Ärzte rieten ihm wegen der bevorstehenden EURO zu einer konservativen Behandlung - ein fataler Fehler! Im Mai musste Rosicky operiert werden. Seine Motivation war ungebrochen. Zu frühes Reha-Training stand auf dem Programm - nächster Fehler! Im November musste er erneut unters Messer.

In seiner Heimat erinnerten sich einige schon an seinen Bruder Jiri, der 2006 als Sportinvalide mit 31 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel hängen musste - Schuld war das Knie. Doch Tomas ließ sich davon nicht beirren und gab vor einigen Wochen sein Comeback. Seitdem bestritt er jedes Spiel für die "Gunners" und ist auf dem besten Weg wieder der "Alte" zu werden.

Klasnic lässt sich nicht stoppen

151 Spiele, 49 Tore und 28 Assists - die Bremer Fans hatten immer ihre wahre Freude an Ivan Klasnic. 2007 kam dann die Hiobsbotschaft: eine Nierentransplantation. Doch dabei blieb es nicht. Erst die zweite gespendete Niere nahm sein Körper auch wirklich an. Gesundheitlich ging es ihm danach gut, doch in Bremen konnte er nicht an seine Bestform anknüpfen.

Konsequenz: der Wechsel 2008 zum FC Nantes. Der kroatische Nationalstürmer musste sich nun also in einem neuen Land beweisen. In Frankreich tat er dann das, was er am besten kann: Tore schießen. Sechs Treffer waren allerdings zu wenig, um den Abstieg des FC Nantes zu verhindern. In der zweiten Spielklasse wollte Ivan jedoch nicht kicken.

Ein neuer Club musste also her. Doch dieser ließ lange auf sich warten. Also lief Klasnic noch einmal für Nantes auf - mit großen Erfolg. In fünf Spielen traf er vier Mal - die beste Eigenwerbung. Die Bolton Wanderers schnappten sich den Stürmer und er ist nun in einer der stärksten Ligen der Welt angekommen. Ein Angebot von seinem Ex-Club FC St. Pauli kommentiert Klasnic folgendermaßen: "Es ehrt mich, kommt aber noch zu früh."



Zusammengestellt von Norman Thalwitzer