Zusammenfassung

  • Die Hertha startet so gut in eine Saison wie nie zuvor.

  • Die Mischung aus Talent und Erfahrung stimmt.

  • Ibisevic: "Wir haben ein paar junge Leute mit sehr viel Qualität bekommen."

Berlin - Hertha BSC befindet sich in Top-Form. Gegen Mönchengladbach holte die Hertha am 4. Spieltag bereits den dritten Dreier, zudem gab es ein Remis. Besonders die gelungene Mischung aus Jung und Alt ermöglicht dem Team von Trainer Pal Dardai, den vielleicht besten Fußball des Clubs seit Jahren zu spielen.

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"Das ist nur eine Momentaufnahme", wehrte WM-Teilnehmer Marvin Plattenhardt nach der Partie die Fragen nach weitergehenden Ambitionen ab. Immerhin eroberte die Alte Dame mit dem Sieg gegen die Fohlen vorübergehend die Tabellenspitze. Und auch, wenn Platz eins nur drei Stunden später durch den Sieg der Bayern auf Schalke schon wieder futsch war: Niemand zweifelte daran, dass Berlin derzeit verdient oben mitmischt.

Matchwinner Vedad Ibisevic © imago / Hübner

Ibisevic: "Junge Leute mit sehr viel Qualität"

Wie es dazu kam? Mit kleinen Schritten entwickelte Trainer Pal Dardai im Verbund mit Sportdirektor Michael Preetz die Mannschaft weiter – personell, taktisch und spielerisch. Nicht erst gegen Gladbach kam dabei ein ziemlich ansehnlicher Offensivfuball heraus.

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"Wir wussten vor der Saison nicht, wo wir stehen", sagte Kapitän Vedad Ibisevic. "Wir haben ein paar junge Leute mit sehr viel Qualität bekommen." Mit Javairo Dilrosun (20), Marko Grujic (22), Lukas Klünter (22), Pascal Köpke (22) und Derrick Luckassen (23) sowie dem nach einer Leihe fest verpflichteten Valentino Lazaro (22) wechselten eine ganze Reihe spannender Talente zum BSC.

Valentino Lazaro im Duell © gettyimages / Andersen

Maier einer für Löw?

Auch Arne Maier, Youngster aus der eigenen Jugend, ragt heraus. Möglicherweise war er ein Grund für den Besuch von Bundestrainer Jogi Löw im Olympiastadion. Auch andere Akteure aus den Jahrgängen 1999 und 2000 sind extrem talentiert und zum Teil schon ganz nah dran: Palko Dardai und Dennis Jastrzembski standen im Kader, auch Spieler wie Julius Kade, Florian Baak und Muhammed Kiprit könnten bald ihre Chance bekommen.

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"Wir wussten nicht, wann die zuschlagen", räumt Ibisevic ein. Am Samstag war es vor allem Dilrosun, der mit zwei Vorlagen und vielen guten Aktionen überzeugte. "Links vorne haben wir einen Pfeil, der ins Eins-gegen-eins gehen kann", lobte Abwehrchef Niklas Stark, selbst auch erst 23, den jungen Niederländer.

Arne Maier überzeugt im defensiven Mittelfeld © gettyimages / Andersen

Vorne und hinten Ü30

"Momentan ist das eine gute Mischung", betonte Ibisevic, der mit seinen 34 Jahren wie auch Salomon Kalou (33) zu den Ältesten im Team gehört. Wie viel Qualität die Routiniers noch immer haben, zeigte sich besonders beim 3:1, als Kalou einen Sprint über 50 Meter hinlegte, um dann dem vor dem Tor lauernden Ibisevic perfekt den Ball zu servieren.

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"Es ist alles gut im Moment, aber die Saison ist noch lang", warnte Ibisevic vor zu viel Euphorie. Immerhin gibt es aus dem Lazarett –  neben der Hiobsbotschaft zu Grujic, der mit Bänder- und Kapselriss erst einmal ausfällt – auch positive Nachrichten: Davie Selke konnte nach überstandener Lungenverletzung sein Saisondebüt feiern, Maximilian Mittelstädt stand zumindest wieder im Kader. Das gibt Dardai vor den nächsten beiden Top-Spielen in Bremen und gegen Bayern personell und taktisch wieder mehr Möglichkeiten. Der Höhenflug der Hertha kann also weitergehen.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo