
Ungewohnte Bedingungen: Bayern in Stavanger gefordert
Der FC Bayern trifft am 2. Spieltag der Champions League erneut auf einen norwegischen Vertreter. Zwar gelang dem Rekordmeister gegen Bodø/Glimt ein erfolgreicher Auftakt, dennoch gibt es mehrere Gründe, warum die Münchner gewarnt sein sollten.
Drei Tage nach dem Remis in Augsburg ist der FC Bayern München erstmals in dieser Champions-League-Saison auswärts gefordert. Die Reise führt den Doublesieger der Vorsaison zum norwegischen Club Viking Stavanger. Ein Gegner aus diesem Land dürfte den Münchnern nach den jüngsten Erinnerungen durchaus liegen: Zum Auftakt in die neue Königsklassen-Saison feierten sie gegen Bodø/Glimt einen deutlichen 5:0-Erfolg (in Überzahl).
Dennoch ist der neunmalige norwegische Meister und sechsfache Pokalsieger alles andere als eine leichte Aufgabe – und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Norwegens Fußball im Aufwind
Zum einen befindet sich der norwegische Fußball bekanntermaßen seit geraumer Zeit im Aufwind. Dazu trugen vor allem Norwegens Viertelfinaleinzug bei der Weltmeisterschaft im Sommer sowie auch die starken Leistungen von Bodø/Glimt in der vergangenen Champions-League-Saison bei. Der Club aus dem hohen Norden bezwang unter anderem Manchester City, Atlético Madrid und Inter Mailand (zweimal), ehe seine Reise erst im Achtelfinale endete.
Ob sich dieser Aufwind auch auf Viking Stavanger übertragen hat, ist trotz der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart zum Auftakt in die Königsklasse nicht auszuschließen – schließlich kommen sie als Meister der Vorsaison und aktueller Tabellenführer in der norwegischen Eliteserien, jeweils vor Bodø/Glimt, mit ziemlich breiter Brust daher.
Ungewohnte Bedingungen
Zum anderen hat der erstmalige Champions-League-Teilnehmer einen nicht unerheblichen platzbedingten Vorteil, vor dem offenbar auch die Bayern Respekt haben: Wie Bodø/Glimt tragen die Norweger ihre Heimspiele auf Kunstrasen aus. Vincent Kompany, der nach eigener Aussage in seiner 20 Jahre langen Karriere noch nie auf diesem Untergrund gespielt hat, entschied sich deshalb dazu, mit seinem Team einen Tag früher als gewohnt nach Norwegen zu reisen. Statt am Montag, einen Tag vor dem Spiel, machte sich der FCB-Tross bereits am Sonntag auf den Weg.
Schon auf der Abschluss-Pressekonferenz vor der Partie beim FC Augsburg hatte der Cheftrainer die Beweggründe erläutert: "Es ist besser, dort einmal zu trainieren und zu wissen, welche Schuhe man tragen muss." Dass die ungewohnten Bedingungen im Falle eines schlechten Ergebnisses als Ausrede dienen könnten, wollte Kompany jedoch nicht gelten lassen. "Egal ob es in Amerika oder in Norwegen ist, egal ob die Sonne scheint oder nicht: Das ist egal. Wir wollen überall Bayern sein. Wir wollen so viele Informationen vor dem Spiel in Norwegen bekommen wie möglich", betonte der Belgier.
Kane: "Man muss sich an den Belag gewöhnen"
Auch Torjäger Harry Kane äußerte sich vor der Partie zu den Platzbedingungen, zeigte sich allerdings etwas entspannter als sein Übungsleiter: "Man muss sich kurz an den Belag gewöhnen; er geht etwas stärker auf Knie und Knöchel. Mit den richtigen Schuhen sollte das aber kein großes Problem sein."
Wie viele Probleme Viking Stavanger dem FC Bayern tatsächlich bereiten wird, zeigt sich am Dienstagabend, wenn ab 21 Uhr in Stavanger der Ball rollt.