Anzeige
Jubel bei den Stuttgarter Spielern
Jubel bei den Stuttgarter Spielern - © IMAGO/Steven Mohr
Jubel bei den Stuttgarter Spielern - © IMAGO/Steven Mohr
bundesliga

Die schwäbische Maschinerie kommt ins Rollen: VfB startet Abenteuer Europa erfolgreich

xwhatsappmailcopy-link

Nach dem holprigen Saisonstart kommt der VfB Stuttgart immer besser in Fahrt. Zum Auftakt der Europa League fuhren die Schwaben ein verdientes 2:0 gegen Celta Vigo ein und sammelten ordentlich Selbstvertrauen für die Begegnung beim 1. FC Köln am Sonntag.

Vielleicht waren es 30 Sekunden, die zwischen den Gefühlswelten lagen. Zunächst schimpfte Sebastian Hoeneß lautstark, als sich die Offensive des VfB Stuttgart gegen die kompakte Defensive von Celta de Vigo festgelaufen hatte. Eben keine Minute später kam der Trainer der Schwaben aus dem Grinsen nur schwer heraus.  Der zu Beginn der Begegnung noch ungewohnt patzende Alexander Nübel setzte mit einem Geniestreich Badredine Bouanani ein, der alleine aufs Tor zulief, eiskalt verwandelte und die Dose öffnete.

Für den Algerier war es das erste Pflichtspieltor, Nübel ist der erste deutsche Keeper mit einem Assist in der Europa League. "Das war schon genauso geplant", sagte der Vorlagengeber. Stuttgart traf in zehn von elf Europa-League-Spielen. Und das diesmal doppelt, denn Bilal El Khannouss erhöhte, so dass der Anschlusstreffer durch den Ex-Leverkusener Borja Iglesias nicht mehr ins Gewicht fiel. 

Der erste Torjubel: Badredine Bouanani erzielt seinen erstes Pflichtspieltreffer - IMAGO/Grant Hubbs

Nübel wackelt zu Beginn

Es hatte nichts mit Understatement zu tun, vielmehr hatte Hoeneß vorab gewusst, dass die Begegnung eine schwere werden würde. "Celta Vigo ist schwierig zu bespielen und schwierig zu schlagen", hatte der VfB-Coach prophezeit. Und er sollte gegen defensiv eingestellte Gäste recht behalten.

Dennoch: Die Maschinerie der Schwaben nimmt früh in dieser Spielzeit deutlich an Fahrt auf, auch wenn es zu Beginn der Partie schon ein kurzes Stottern gab. Nicht lang, aber unter Umständen bedeutend genug, dass die Begegnung früh eine andere Dynamik erfahren hätte. So lief Nübel nach wenigen Minuten unnötig aus dem Tor und legte Iago Aspas den Ball in den Fuß. Der Spanier probierte es mit dem Chip, doch verfehlte deutlich. 

Ermedin Demirovic verpasst das erste Stuttgarter Tor - IMAGO/Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank

Bouananis Lupfer ist der Dosenöffner

Fortan spielte im ersten Abschnitt nur noch der VfB und hätte sich belohnen müssen. Unter anderem vergaben Chema Andrés mit einem Kopfball (9.) sowie Lorenz Assignon mit einem satten Schuss aus der Distanz, den Vigo-Keeper Andrei Radu stark aus dem Giebel fischte (38.). Ansonsten machten die Schwaben zwar Druck, doch der entscheidende Pass wollte nicht ankommen.

Und genauso schien es nach dem Wechsel weiterzugehen. Eben bis Nübel den Algerier Bouanani mit einem langen Ball schickte und der mit einem tollen Lupfer vollendete (51.). Eine Viertelstunde später erhöhte El Khannouss nach einer Ecke von der Strafraumgrenze (68.). In der Schlussphase verkürzte Borja Iglesias noch einmal – und das mit dem ersten Schuss der Spanier, der aufs Stuttgarter Tor kam (86.).

"Darauf lässt sich aufbauen"

Der VfB startet also mit einem verdienten Sieg in die Europa League und dürfte mit viel Selbstvertrauen Richtung Sonntagnachmittag schielen. Dann geht es in der Liga zum 1. FC Köln. Die Maschinerie der Schwaben läuft längst wieder. "Heute haue ich mal die Bremse rein", sagte Jamie Leweling: "Es war ein gutes Spiel und darauf lässt sich aufbauen. Wir schauen, was dann noch geht."

VfB-Coach Hoeneß wäre sicherlich froh, wenn es am Sonntag zu unterschiedlichen Gefühlswelten nicht kommen muss – und die schwäbische Maschinerie auch ohne kurzes Stottern wieder in Gang kommt.

Weitere Videos