Marvin Friedrich erzielt das 2:2 und bringt Union Berlin damit auf Kurs Richtung Liga 1 - © imago images / Michael Weber
Marvin Friedrich erzielt das 2:2 und bringt Union Berlin damit auf Kurs Richtung Liga 1 - © imago images / Michael Weber
2. Bundesliga, bundesliga

2:2 beim VfB Stuttgart - Union Berlin im Rückspiel im Vorteil

Stuttgart - Der 1. FC Union Berlin hat sich mit einem 2:2 (1:1) beim VfB Stuttgart in eine aussichtsreiche Position für das Relegations-Rückspiel am kommenden Montag, 27. Mai, gebracht.

Stuttgart gelang in einer umkämpften Partie vor 58.619 Zuschauern durch Kapitän Christian Gentner in der 42. Minute das umjubelte 1:0. Die Freude währte jedoch nur 87 Sekunden, denn Suleiman Abdullahi glich mit der ersten Aktion nach dem Anstoß aus. Die VfB-Defensive hatte sich noch nicht sortiert. Joker Mario Gomez (51.) brachte den VfB wieder in Führung, ehe Marvin Friedrich (68.) erneut ausglich.

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Stuttgart, das in der Liga zuletzt einen Aufwärtstrend zeigte, habe "Bock auf das Spiel", sagte VfB-Coach Nico Willig kurz vor der Partie. Dies wurde schnell deutlich. Allerdings war auch der Druck, den Bayern-Trainer Niko Kovac unlängst gar als "unmenschlich" bezeichnet hatte, spürbar.

Mutige Unioner

Den Aktionen des VfB fehlte bei allem Bemühen die Präzision. Auch spielerische Elemente kamen zu kurz. So profitierten die Stuttgarter bei der ersten nennenswerten Möglichkeit von einem Fehler von Manuel Schmiedebach. Anastasios Donis scheiterte jedoch an Rafal Gikiewicz (7.).

Ansonsten fehlten sehenswerte Offensivaktionen. Union hielt humorlos dagegen und konnte sich so immer wieder Luft verschaffen. Gefahr ging von den "Eisernen" aber bis zur 21. Minute nicht aus: Dann zwang Sebastian Andersson VfB-Keeper Ron-Robert Zieler zu einer Glanzparade.

Union wurde nun mutiger. Der VfB hatte weitgehend Probleme, den Zweitligisten in Verlegenheit zu bringen - bis der auffällige Donis durchstartete und Gentner zur Führung bediente. Doch der Schock durch den Ausgleich von Abdullahi, der Emiliano Insua ins Leere laufen ließ, folgte prompt.

Mario Gomez erzielt das zwischenzeitliche 2:1 für den VfB Stuttgart - imago images / Sven Simon

Willig reagierte und brachte Gomez für Daniel Didavi. Der 33-Jährige verpasste kurz darauf erst knapp, ehe er unter Mithilfe von Friedrich die erneute Führung erzwang. Die Einwechslung des Stürmers brachte kurzzeitig etwas mehr Schwung ins VfB-Spiel. Union wackelte, kämpfte sich aber wieder zurück.

Und wurde belohnt: Nach einer Ecke kam Friedrich unbedrängt zum Kopfball und traf per Aufsetzer. Mit erneuten Glanztaten gegen Andersson (78./90.+3) musste Zieler Schlimmeres verhindern, da die VfB-Defensive immer wieder ins Schwimmen geriet.

Gonzalo Castro im Zweikampf mit Robert Zulj - imago images / Jan Huebner

Die Stimmen zum Spiel

Entsprechend stolz war Unions Trainer Urs Fischer: "Schlussendlich war es eine tolle Leistung von uns. Mit dem ersten Angriff ist Stuttgart in Führung gegangen. Wenn sie ins Umschaltspiel kommen, sind sie sehr gefährlich. Es war wichtig mit dem nächsten Angriff auszugleichen. Ich glaube, über 90 Minuten sich hinten rein stellen, wäre nicht aufgegangen. Das hat die Mannschaft also sehr gut umgesetzt, das haben sie toll gemacht. Auf unsere Fans können wir zählen."

Nach dem Spiel musste VfB-Trainer Nico Willig das für sein Team ungünstige Ergebnis kommentieren: "Das passiert, es geht weiter. Montag ist ein neues Spiel, wir werden uns schütteln und dann gewinnen wir am Montag. Gomez und Gentner sind wichtig, sie waren heute wichtig und werden am Montag wichtig sein - aber es sind nicht nur die beiden."

VfB-Kapitän Christian Gentner fasste zusammen: "Das ist kein Traumergebnis, aber wir sind noch nicht abgestiegen. Es geht bei 50:50 los, wir haben die Möglichkeit, den Klassenerhalt zu schaffen. Heute sahen wir bei vielen Luftduellen nicht gut aus, das müssen wir verbessern. Wir haben es nicht geschafft, sie weit weg von unserem Tor zu halten. das zweite Tor ist dann eine Standardsituation, die er gut köpft, aber wir müssen da besser verteidigen."

Mario Gomez ergänzte: "Wir haben uns natürlich mehr vorgestellt. Aber abgerechnet wird am Schluss, wir haben noch ein Spiel in Berlin, wenn wir gewinnen sind wir durch. Bei Kopfbällen sind sie extrem stark. Beim Kopfball waren wir zu weit vom Gegenspieler weg. Wir haben eine zweite Chance jetzt."