München - Vier Spiele lang konnten sie ihn ganz genau beobachten. Und was die Verantwortlichen von Hannover 96 in diesen rund 360 Minuten von Felipe sahen, hat sie überzeugt.

Die Niedersachsen spielten in der vergangenen Saison erst in der Gruppenphase und später im Achtelfinale der Europa League gegen Standard Lüttich. In allen vier Aufeinandertreffen (jeweils 1 Sieg und 2 Unentschieden) lieferte Felipe in der Innenverteidigung der Belgier solide Leistungen ab. Seine Quote gewonnener Zweikämpfe lag zwischen ausbaufähigen 68 und sehr ordentlichen 82 Prozent.

Auch für Tore gut



Seitdem der 25-Jährige im Sommer 2009 aus seiner Heimat Brasilien kam, ist er in Lüttichs Hintermannschaft gesetzt. 58 Einsätze in der Jupiler Pro League, fünf in der Champions League (plus 2 in der Quali) sowie neun in der Europa League (plus 2 in der Quali) stehen mittlerweile für Felipe zu Buche.

"Internationale Erfahrung war ein wesentlicher Punkt im Anforderungsprofil unseres neuen Innenverteidigers", sagte Jörg Schmadtke, der Geschäftsführer Sport der "Roten". Diese Routine soll dem Brasilianer auch in Hannover helfen. Schmadtke: "Ich bin zuversichtlich, dass Felipe ein wesentlicher Leistungsträger unserer Mannschaft wird." Sein Vertrag läuft bis Ende Juni 2016.

96 darf sich als Ersatz für den nach Wolfsburg wechselnden Emanuel Pogatetz auf einen robusten Verteidiger freuen, der auch immer mal wieder für ein Tor gut ist. Vor allem bei Standards rückt Felipe gerne mit auf und ist per Kopf gefährlich. In der vergangenen Spielzeit erzielte er zwei Treffer in der belgischen Liga und traf auch in der Europa League - allerdings nicht gegen Hannover.

"Mein Traum ist wahr geworden"



Der 1,93 Meter große Linksfuß, der vom Aussehen her an den hierzulande bereits bestens bekannten und geschätzten Dante erinnert, freut sich auf die neue Herausforderung. "Mein Traum ist wahr geworden. Ich habe immer davon geträumt, in der Bundesliga zu spielen", sagte der Brasilianer bei der Vertragsunterzeichnung: "Ich hatte noch zwei andere Anfragen. Nachdem ich aber hier in Hannover rumgeführt wurde und mit dem Trainer gesprochen hatte, stand meine Entscheidung fest."

Den Vergleich mit Dante findet der 25-Jährige im übrigen nicht dramatisch. "Das nervt mich nicht, ist überhaupt kein Problem. Dante ist Dante, Felipe ist Felipe. Wir sind gut befreundet. Bald wird man sehen, dass wir verschiedenartig spielen."

Neben der Statur und der schwarzen Lockenpracht sowie den brasilianischen Wurzeln verbindet Felipe übrigens noch etwas mit Dante. Auch der Neu-Münchner wechselte einst von Standard Lüttich in die Bundesliga und schlug bei Borussia Mönchengladbach voll ein. Wenn der bescheidene Felipe sich in Hannover ähnlich erfolgreich etabliert, werden beide Seiten schnell zufrieden sein.