Mainz und Freiburg haben im Vergleich zu 2021/22 am meisten aufgeholt - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Punktevergleich zu 2020/21: 1. FSV Mainz und SC Freiburg deutlich stärker

Nicht selten scheint es sich auch in schlechten Phasen zu lohnen, am bewährten Personal festzuhalten. Sowohl der 1. FSV Mainz 05 als auch der SC Freiburg laufen in dieser Saison mit nahezu denselben Spielern auf wie noch im vergangenen Jahr. Dennoch haben beide Clubs im Vergleich zum 11. Spieltag 2020/21 ligaweit am meisten Punkte hinzugewonnen.

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Der 1. FSV Mainz 05 stand nach dem 11. Spieltag der Vorsaison mit nur fünf Punkten auf Platz 17 und damit knietief im Abstiegskampf. Nun haben die Rheinhessen bereits 17 Zähler auf dem Konto und mischen im Kampf um die europäischen Plätze mit. Zwölf Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr – das kann ligaweit keine andere Mannschaft aufweisen.

Interessant dabei: Die Mainzer Elf hat sich im Kern kaum verändert. So standen mit Silvan Widmer und Jae-sung Lee in der letzten Bundesliga-Partie gegen Borussia Mönchengladbach nur zwei Spieler in der Startelf, die 2020/21 noch nicht zum Kader gehörten. Der Schlüssel für diesen Erfolg ist in erster Linie mit dem neuen Trainer verbunden. Seit Bo Svensson die Mainzer im Januar 2021 übernommen hat, ging es steil bergauf. Der Klassenerhalt war frühzeitig gesichert. Svensson kommt bis heute mit Mainz in der Bundesliga auf einen Punkteschnitt von 1,7. Das hätte in den letzten zehn Jahren – hochgerechnet auf 34 Spieltage – immer für den Einzug in die Europa League gereicht.

Svensson hat es dabei in erster Linie verstanden, auf die Tugenden zu setzen und das Maximale aus seinen Spielern herauszuholen: "Es gibt keine Ergebnisgarantie, aber es gibt eine Leistungsgarantie", sagte er noch bei seiner Vorstellung. Dieses Versprechen hat er nach knapp einem Jahr eingehalten. Dass in ihm aber offenbar ein Trainertalent schlummert, war den Verantwortlichen schon zu seinen aktiven Zeiten bekannt, als er 2013/14 als Reservespieler neben Sportdirektor Christian Heidel saß: "Das habe ich mir ein Jahr angehört und intern gesagt: Den nächsten Trainer haben wir schon", so Heidel beim "Sportbuzzer".

Noch mehr Konstanz als in Mainz gibt es eigentlich nur noch beim SC Freiburg: Mit Maximilan Eggestein haben die Breisgauer vor dieser Saison nur einen externen Neuzugang verpflichtet und das Team ansonsten mit Leihrückkehrer Nico Schlotterbeck und einigen vielversprechenden Nachwuchskräften verstärkt. Trainer Christian Streich ist ohnehin der dienstälteste Coach in der Bundesliga.

Das Resultat: Freiburg hat sich im Vergleich zu 2020/21 nicht nur um elf Plätze in der Tabelle, sondern auch um elf Punkte verbessert. Hinter Mainz ist das der zweitbeste Wert. Und nach diesem Duo kommt dann erst einmal lange nichts, bevor es an der Tabellenspitze wieder interessant wird.

Borussia Dortmund hat unter Marco Rose gleich fünf Punkte mehr auf dem Konto als zum gleichen Zeitpunkt 2020/21 unter Lucien Favre. Damit wäre der BVB im letzten Jahr nach elf Spieltagen klarer Tabellenführer gewesen. Einziges Manko: Auch der FC Bayern München steht jetzt deutlich besser da als noch im letzten Herbst und hat immerhin vier Zähler mehr geholt. So bleibt Dortmund weiterhin nur die Verfolgerrolle.

Zu den "Überperformern" zählt schließlich auch noch der 1. FC Köln. Ähnlich wie schon bei Mainz beschrieben, hat sich der FC unter dem neuen Trainer Steffen Baumgart zu einer Mannschaft entwickelt, die stets ihr letztes Hemd gibt. Und das sieht man auch am Tabellenbild, wo die Kölner immerhin noch vier Punkte und vier Plätze besser sind als im Vorjahr.

Aber wo es Überperformer gibt, da gibt es auch jene Mannschaften, die den eigenen Ansprüchen aus 2020/21 aus verschiedensten Gründen noch hinterherhinken. Bestes Beispiel ist Bayer 04 Leverkusen: Die Mannschaft von Gerardo Seoane steht zwar auf Platz sechs gar nicht mal so schlecht da, war aber zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr mit 25 Punkten Tabellenführer. Das sind aktuell sieben Zähler weniger.

Auf so eine große negative Differenz kommt sonst nur noch der VfB Stuttgart. Die Schwaben waren letzte Saison als Aufsteiger mit 17 Punkten nach elf Spielen furios in die Saison gestartet, haben aktuell aber mit unglaublich viel Verletzungspech zu kämpfen und müssen alleine aus diesem Grund derzeit mit komplett anderem Spielermaterial arbeiten.

Und auch beim Vizemeister RB Leipzig braucht es nach den erfolgreichen Jahren mit Julian Nagelsmann unter dem neuen Übungsleiter Jesse Marsch eine gewissen Anpassungsphase. Obwohl aktuell Fünfter, haben die Sachsen sechs Punkte weniger auf dem Konto als 2020/21. Seit dem 4. Spieltag nach der Niederlage gegen Bayern sind die Leipziger in der Liga aber ungeschlagen und haben dabei vier Siege eingefahren.

Der Trend zeigt also nach oben, auch bei so manchen Vertreter, der es sich im Sommer nicht leisten konnte, auf eine ähnliche Konstanz wie in Mainz und Freiburg zu setzen.

Punktevergleich zu 2020/21 nach 11 Spieltagen:
1. 1. FSV Mainz 05 +12
2. SC Freiburg +11
3. Borussia Dortmund +5
4. FC Bayern München +4
1. FC Köln +4
6. TSG 1899 Hoffenheim +2
7. Hertha BSC +1
DSC Arminia Bielefeld +1
9. 1. FC Union Berlin 0
10. Eintracht Frankfurt -1
11. VfL Wolfsburg -2
Borussia Mönchengladbach -2
13. FC Augsburg -4
14. RB Leipzig -6
15. VfB Stuttgart -7
Bayer 04 Leverkusen -7