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Eta bei ihrem Debüt gegen Wolfsburg
Eta bei ihrem Debüt gegen Wolfsburg - © IMAGO/Michael Taeger
Eta bei ihrem Debüt gegen Wolfsburg - © IMAGO/Michael Taeger
bundesliga

Marie‑Louise Eta mit historsichem Debüt gegen Wolfsburg

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Es war ein historischer Moment in der Geschichte der Fußball-Bundesliga! Als erste Frau an der Seitenlinie eines Männer‑Bundesliga-Spiels feierte Marie-Louise Eta ihr Cheftrainerinnen-Debüt für Union Berlin. Bei ihrer Premiere verlor Eta mit den Eisernen mit 1:2 gegen den VfL Wolfsburg.

Für Marie-Louise Eta war es ein besonderer, wenn auch vertrauter Gang. Umringt von zahlreichen Fotografen schritt sie die Seitenlinie an der Alten Försterei entlang, um Gäste-Coach Dieter Hecking zu begrüßen. Mit erhobener Faust jubelte sie im Anschluss dem Berliner Anhang zu und wurde von den Fans der Eisernen frenetisch gefeiert.

Auf den Rängen waren viele Plakate der Trainerin gewidmet, die als erste Cheftrainerin eines Bundesligisten an diesem 18. April 2026 Geschichte schrieb. Zum ersten Mal stand die 34-Jährige hauptverantwortlich beim 1. FC Union Berlin an der Seitenlinie, auch wenn sie bereits im November 2023 als Co-Trainerin bei den Köpenickern aktiv war.  

Zingler: "Hoffen auf Inspiration"

Am Sky-Mikrofon erklärte Dirk Zingler, Präsident der Köpenicker vor dem Anstoß: "Wir haben eigentlich nur unsere U-19 Trainerin zur Cheftrainerin gemacht, was in ganz vielen anderen Vereinen ja auch passiert. Bei uns war die U-19-Trainerin nur eine Frau und somit hatten wir plötzlich eine Frau als Cheftrainerin der Männer. Für uns war das ein normaler Vorgang, aber wir sind uns natürlich bewusst, dass das eine Wirkung erzielt und auch ganz, ganz positiv gesehen wird. Darüber freuen wir uns, weil es hoffentlich andere inspiriert - junge Mädchen, junge Frauen - im Fußball noch aktiver zu sein."

Union startete schwungvoll ins Spiel, wurde allerdings durch ein Traumtor per Außenrist von Patrick Wimmer jäh auf den Boden zurückgeholt. Etas Mannschaft ließ sich unter permanenten Anfeuerungsrufen der Cheftrainerin nicht beirren und tat sein Möglichstes für die Offensive. Vor dem Seitenwechsel sollte den Eisernen der Ausgleich nicht mehr gelingen, vielmehr dauerte es nach Wiederanpfiff nur 29 Sekunden, ehe der Ball ein zweites Mal im Netz der Eisernen zappelte - Dženan Pejčinović hatte ebenfalls traumhaft aus der Distanz getroffen. 

Khedira lobt Eta

Eta suchte immer wieder das Einzelgespräch mit ihren Spielern und vermittelte weiter den Glauben an Zähler in diesem Sechs-Punkte-Spiel. "Loui ist inhaltlich unfassbar stark, empathisch und hat den Punkt aufs Wesentliche gerichtet", lobte Rani Khedira nach Abpfiff. Union wurde immer offensiver und drängte Wolfsburg in die eigene Hälfte. Auch weil die Eisernen etwas zu fahrlässig mit ihren Gelegenheiten umgingen und Kamil Grabara im Tor der Wölfe überragend hielt, gelang erst in Minute 86 der mehr als verdiente Anschluss. 

Eta hatte ihre Mannschaft unermüdlich nach vorne gepeitscht, die Köpenicker gaben so viele Torschüsse wie noch nie in einem Bundesliga-Spiel ab (26). Spät in der Nachspielzeit hatte Danilho Doekhi noch die Chance auf den Ausgleich, aber erneut konnte Grabara stark parieren. 

“Kann den Jungs keinen großen Vorwurf machen"

So blieb Marie-Louise Eta in ihrem ersten Bundesliga-Spiel als Cheftrainerin ein Punktgewinn verwehrt, der nach 2,9 xGoals mehr als verdient gewesen wäre - Wolfsburg stand nach 90 Minuten bei 0,2 erwartbaren Toren. Es war dennoch ein "ordentliches bis gutes Spiel von uns" resümierte Rani Khedira, der die Niederlage als "maximal unnötig" einstufte. 

"Aus meiner Sicht zeigt das Ergebnis heute nicht das, was unsere Leistung verdient gehabt hätte", analysierte Eta im Nachgang an die bittere Niederlage. "Es hat oft immer nur eine Kleinigkeit gefehlt, um früher heranzukommen. Ich kann den Jungs heute aber keinen großen Vorwurf machen, weil sie insgesamt ein gutes Spiel gezeigt haben!"

Etas Debüt machte in sehr vielen Aspekten Mut für die kommenden Wochen, auch wenn "es noch einmal sehr bedrohlich werden könnte, und es sehr eng ist", wie Christopher Trimmel warnte. Eta schloss sich ihrem Führungsspieler an, schob aber noch hinterher: "Ich bin absolut überzeugt, dass wir in den nächsten Spielen mit dieser Art und Weise von heute die entscheidenden Punkte holen werden!"