Spektakulärer Start: Serge Gnabry trifft bereits in der 2. Minute zum 1:0 - © Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
Spektakulärer Start: Serge Gnabry trifft bereits in der 2. Minute zum 1:0 - © Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images
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Beim 6:0-Sieg des FC Bayern München bei der TSG 1899 Hoffenheim gerät der Sport in den Hintergrund

Der FC Bayern München hat auch ohne Robert Lewandowski bei der TSG Hoffenheim mit 6:0 (4:0) gewonnen. Allerdings geriet der sportliche Aspekt in der zweiten Halbzeit zur Nebensache, denn aufgrund mehrerer Schmähplakate gegen Dietmar Hopp im Münchner Fanblock unterbrach Christian Dingert die Partie für mehrere Minuten. Im Anschluss setzten aber sowohl Spieler als auch Verantwortliche ein deutliches Zeichen gegen die Schmähungen.

Die 22 Akteure auf dem Platz ließen den Ball bis zum Schlusspfiff nur noch freundschaftlich zirkulieren. Große Teile des Publikums, Spieler und Verantwortliche klatschten dabei fortwährend solidarisch Applaus.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert äußerte sich nach der Partie zu den Vorkommnissen in Sinsheim: "Die permanenten Anfeindungen gegen Dietmar Hopp sind schon lange nicht mehr hinnehmbar und auf das Schärfste zu verurteilen. Wir haben diesbezüglich heute einen traurigen Höhepunkt erlebt. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Alle Beteiligten - Spieler, Schiedsrichterteam und die Verantwortlichen von Bayern München und der TSG Hoffenheim sowie sehr, sehr viele Stadion-Besucher - haben in dieser Situation vorbildlich gehandelt und damit ein klares Signal an einige selbsternannte Herrscher über die Fußball-Kultur gesetzt, derartige Entgleisungen nicht mehr zu dulden. Jegliche Art von Hass darf keinen Platz haben. Dies muss der Anspruch des gesamten deutschen Profifußballs sein."

Joshua Kimmich legt mit einem platzierten Schuss von der Strafraumkante nach und freut sich entsprechend - Jan Huebner/Voelker via www.imago-images.de/imago images/Jan Huebner

Vor diesen Vorkommnissen trafen der frühere Hoffenheimer Serge Gnabry (2.), Joshua Kimmich (7.), Joshua Zirkzee (15.), Philippe Coutinho (33./46.) und Leon Goretzka (62.) für die Bayern, die nunmehr neun Partien in Folge nicht verloren haben. Für die TSG war es die höchste Heimniederlage ihrer Bundesliga-Geschichte.

Für Lewandowski, der am Dienstag in London einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk erlitten hatte, stürmte der erst 18 Jahre alte Niederländer Zirkzee. Auch der Franzose Kingsley Coman (Oberschenkelzerrung) fehlte der Mannschaft von Trainer Hansi Flick. Vor 30.150 Zuschauern in der Sinsheimer Arena mussten die Gäste, bei denen neben Lewandowski und Coman auch Javi Martinez, Ivan Perisic sowie der Ex-Hoffenheimer Niklas Süle fehlten, nicht lange auf die Führung warten. Nach Vorarbeit von Müller traf Gnabry spektakulär per Seitfallzieher aus spitzem Winkel.

Das 3:0 erzielt Lewandowski-Vertreter Zirkzee in bester Mittelstürmer-Manier - Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

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Das Flick-Team ließ es dabei aber nicht bewenden. Kurz nach der Führung erhöhte Kimmich mit einem überlegten Schuss von der Strafraumkante den Vorsprung. Zirkzee schraubte das Ergebnis mit einem überlegten Abschluss aus kurzer Distanz in die Höhe. Das 3:0 nach einer halben Stunde war auch in der Höhe verdient.

Anschließend drehte Coutinho richtig auf und schnürte mit zwei sehenswerten Treffer seinen ersten Auswärts-Doppelpack im Bayern-Trikot. Auch im Anschluss erspielten sich die Bayern eine Chance nach der anderen. In der 56. Minute durfte Müller gehen, für ihn kam Goretzka. Der traf auch prompt auf Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Corentin Tolisso. Später traf Goretzka noch einmal die Latte.

Philippe Coutinho setzt einen satten Schuss zum 4:0 genau unter die Latte - Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Spieler des Spiels: Philippe Coutinho

Philippe Coutinho gab bis zur Spielunterbrechung die meisten Torschüsse aller Bayern-Spieler ab (sechs) und beendete eine Torlos-Serie von neun Pflichtspielen eindrucksvoll per Doppelpack. Es war sein erster Auswärts-Doppelpack im Trikot der Bayern.