Köln – Besser kann ein Debüt kaum laufen. Hannovers Neuzugang Jonathas traf als Joker zum 1:0-Siegtreffer der Roten am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen den FC Schalke 04. Hannover 96 ist somit mit zwei Siegen in die Saison gestartet. Das hatte man so nicht erwarten können.

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Keine Frage, er war der Mann des Spiels - Jonathas Cristian de Jesus Maurício, genannt Jonathas. Der 28-Jährige brauchte nicht lange, um auf sich aufmerksam zu machen. Exakt fünf Minuten. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit feierte der Brasilianer, der vom russischen Erstligsten Rubin Kasan zu 96 wechselte, sein Debüt in der Bundesliga. Er kam für Niklas Füllkrug in die Partie. In der 67. Minute zeigte sich, dass Jonathas durchaus eine Verstärkung für den Aufsteiger sein kann. Nach einem groben Schnitzer des Schalkers Thilo Kehrer bekam er von Marvin Bakalorz den Ball und blieb alleine vor S04-Keeper Fährmann ruhig und schob zum 1:0 ein. "Ich bin sehr glücklich, dass mir gleich ein Tor gelungen ist", erklärte Jonathas nach dem Spiel.

Jonathas perfekter Einstand

Bei seinem Torjubel zeigte er zunächst auf seine Trikotnummer, dann auf das 96-Enblem. Jonathas ist gekommen, um zu bleiben. "Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, und ich habe das Gefühl, dass ich schon länger als eine Woche hier bin", freute sich der Siegtorschütze. Die neue Nummer 9 der Roten ist allerdings schon wieder weg. Er bekam vom Trainer Sonderurlaub, um ein paar persönliche Dinge zu regeln. Erst am kommenden Montag steht Jonathas wieder mit der Mannschaft auf dem Platz. "Er erfüllt alle Kriterien, die uns bei einem Stürmer wichtig sind. Er ist physisch sehr präsent, beidfüßig und kopfballstark. Egal wo er unter Vertrag stand, er hat immer seine Tore gemacht", so Sportdirektor Horst Heldt bei dessen Verpflichtung. Jonathas war in den letzten Jahren ein wahrer Wandervogel und spielte seit seinem Wechsel nach Europa 2009 bei acht verschiedenen Clubs. Jetzt würde er gerne in Hannover sesshaft werden. Sein Vertrag läuft bei den Niedersachsen bis 2020.

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Nach dem Heimsieg gegen die Königsblauen stehen die Hannoveraner mit sechs Punkten aus zwei Spielen auf Platz vier. Punktgleich mit dem BVB, Bayern und dem HSV. Für den Aufsteiger nur eine Momentaufnahme, wenn auch eine schöne. Das Saisonziel Klassenerhalt wird deshalb nicht geändert. "Wir sind ja nicht auf Schalke, sondern in Hannover. Da geht man mit gewissen Dingen realistisch um", konnte sich 96-Coach Andre Breitenreiter eine kleine Spitze gegen seinen Ex-Clubs nicht verkneifen.

Breitenreiter bleibt ungeschlagen

Der Trainer stellte seine Mannschaft gegen die ambitionierten Schalker perfekt ein. Der Sieg war verdient. Ausgerechnet der Vor-Vorgänger von S04-Coach Domenico Tedesco fügte dem FC Schalke die erste Pflichtspielniederlage zu. "Wir waren gut vorbereitet auf den Gegner. Wir haben absolut verdient gewonnen, weil wir nicht nur hoch gepresst haben, sondern weil wir auch bis zur 70. Minute den besseren Fußball gespielt haben. Man kann nur die Leidenschaft, die Bereitschaft und die taktische Disziplin loben", so Breitenreiter stolz. Der Coach ist seit seinem Amtsantritt im März mit dem Aufsteiger in zwölf Spielen noch ungeschlagen.

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Augenscheinlich nach dem guten Saisonstart sind nicht nur die beiden Siege in Mainz und gegen Schalke, sondern auch dass die Niedersachsen noch kein Gegentor kassiert haben. Ein Grund für die gute Defensive und die gute Organisation auf dem Platz ist der Zusammenhalt des Teams. "Uns ist weiter bewusst, dass die spielerische Klasse bei den meisten Gegnern größer ist. Wir müssen über das Kollektiv kommen", stellte Angreifer Martin Harnik klar, der am ersten Spieltag in Mainz den Siegtreffer erzielte. Auch sein Teamkollege Felix Klaus stellte den besonderen Teamgeist hervor: "Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir wissen, dass wir unangenehm und schwer zu spielen sind. Schalke hat das zu spüren bekommen."

Nach Länderspielpause gegen Wolfsburg

Nach der Länderspielpause geht es für Hannover 96 am dritten Spieltag zum Nachbarn VfL Wolfsburg. Für das Match gegen den niedersächsischen Rivalen steht dann auch wieder Jonathas zur Verfügung. Sein Teamkollege Martin Harnik freut sich schon auf das Zusammenspiel mit dem neuen Stürmer: "Wenn er seinen Job so weitermacht, ist er eine große Hilfe."

Alexander Barklage