Seit Sommer 2018 Trainer der Frankfurter Eintracht: Adi Hütter - Thomas Eisenhuth/Bundesliga/DFL
Seit Sommer 2018 Trainer der Frankfurter Eintracht: Adi Hütter - Thomas Eisenhuth/Bundesliga/DFL
bundesliga

Trainer der Hinrunde: Adi Hütter von Eintracht Frankfurt

Köln – Wer kurz nach Saisonstart darauf getippt hätte, dass Adi Hütter der „Trainer der Hinrunde“ werden wird, der dürfte sich mit enormen Fähigkeiten als Hellseher rühmen. Nach einem schwachen Beginn steigerte sich Eintracht Frankfurt unter dem neuen österreichischen Coach und wurde mit erfrischendem Offensivfußball zu einer der Überraschungen in der Hinrunde.

Mit viel Vorschusslorbeeren im Gepäck übernahm Adi Hütter im Sommer Eintracht Frankfurt, das nach dem Abgang von Niko Kovac zu Bayern München nach einem neuen Trainer gesucht hatte. Soeben hatte der 48-Jährige die Young Boys Bern in der Schweiz zur ersten Meisterschaft nach 32 Jahren geführt. Auch in Österreich war der ehemalige Nationalspieler mit Salzburg erfolgreich gewesen. Und das immer mit offensivem Ansatz. "Ich habe gleich zu Beginn gesagt, ich möchte attraktiven und begeisternden Fußball spielen lassen, aber auch variabel sein. Da werden viele gedacht haben, das sind Sprechblasen. Aber das ist meine Idee vom Fußball", betont Hütter im Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse".

>>> Sebastian Rode: Ein Teamplayer für Eintracht Frankfurt

Den Start in der Bundesliga hatte sich Hütter allerdings anders vorgestellt: Im Supercup gab es für den Pokalsieger eine deutliche 0:5-Niederlage gegen die Kovac-Bayern, im DFB-Pokal scheiterten die Hessen als Titelverteidiger sensationell in Ulm. Auch der 2:0-Sieg in Freiburg zum Auftakt in die Bundesliga-Spielzeit brachte wenig Sicherheit – nach zwei weiteren Niederlagen wackelte Hütters Trainerstuhl bereits bedenklich. Eine Phase, die der Österreicher allerdings bravourös überstand. "Es hätte auch nach sieben Spielen vorbei sein können. Das ist mir klar, das gehört zum Geschäft. Ich kann das alles ganz gut einschätzen", so Hütter.

Zu Beginn hat Hütter in Frankfurt mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen - Lukas Schulze/Bundesliga/DFL

Höhenflug dank magischem Dreieck Haller-Jovic-Rebic

Danach startete die Eintracht durch – auch angefacht durch die Erfolge im Europapokal. In der Europa-League-Gruppenphase holten die Hessen sechs Siege aus den sechs Partien. Auch in der Bundesliga setzten die "Adler" zum Höhenflug an. Besonders das "magische Dreieck" um Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic brachte die Frankfurter Fans zum Schwärmen. "Ich mag das Offensivspiel. Mit Haller, Jovic und Rebic drei Angreifer zusammen spielen zu lassen, da sehe ich kein Problem. Wir haben vieles verändert in den vergangenen Monaten. Das soll nicht heißen, dass wir es besser machen. Wir machen es anders", erklärt Hütter in der "Bild"-Zeitung das Erfolgsgeheimnis seiner Mannschaft.

>>> Jovic, Haller, Rebic: Das magische Trio der Hinrunde

"Alles in allem denke ich, dass sich das sehen lassen kann, das ist gut. Wer das vor vier Monaten prophezeit hätte, der wäre doch ausgelacht worden, und wenn uns vor der Saison einer gesagt hätte, ihr kommt unter die ersten Zehn, hätte hier doch jeder gesagt: ,Super.‘ Aber wenn ich auf die Tabelle schaue, dann ärgert es mich, dass wir nicht Zweiter sind. Denn die Möglichkeiten dazu waren da", betonte der ambitionierte Österreicher noch im Endspurt vor der Winterpause. Dennoch macht er den Fortschritt in Frankfurt nicht ausschließlich am Tabellenstand fest: "Im Fußball geht es um Ergebnisse, die sieht man auf der ganzen Welt. Die Leistung, die dahinter steht, nicht. Ich bin ein Trainer, der versucht, den Weg zu bewerten, wie es zum Ergebnis kam."

Respekt der Gegner erarbeitet

Und dieser Weg lässt sich wahrlich sehen: Ganz gleich, ob die Eintracht 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf gewinnt oder einen 2:1-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen erkämpft. Die Zielsetzung des Trainers ist klar: "Es ist wichtig, dass die anderen Teams uns ernstnehmen und Respekt vor uns haben. Das kann man sich nur erarbeiten", so Hütter. Das ist den Frankfurtern in der Hinrunde wahrlich gelungen. Auch dank der Trainerarbeit des Meistermachers an der Seitenlinie, dessen Job nach wenigen Spielen bereits infrage gestellt wurde. Hütter hat die Kritiker eines Besseren belehrt.