Nach der erneuten Aufführung des fünf Jahre alten Klassikers "Bremen ballert im Breisgau" war sogar das Thema Meisterschaft nicht mehr tabu. "Es wäre schön, nach dem 34. Spieltag auf dem 1. Platz zu stehen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem 6:0 (1:0)-Kantersieg von Werder Bremen am 13. Spieltag bei Aufsteiger SC Freiburg.

Die Ambitionen der Hanseaten, die am 4. Dezember 2004 mit demselben Ergebnis in Freiburg gewonnen haben, kommen nicht von ungefähr.

Allofs: "Sind nicht auotmatisch Favorit"

Schließlich konnte der DFB-Pokalsieger seine beeindruckende Erfolgsserie auf 20 ungeschlagene Pflichtspiele in Folge ausbauen und darf sich deshalb zu Recht in die Schlange der Titelanwärter einreihen.

"Wir gehören zu den acht Mannschaft, die Meister werden können", erklärte Allofs, der trotz des Offensiv-Feuerwerks seiner Profis nicht komplett in Euphorie verfallen wollte: "Wir können natürlich stolz auf die Leistung sein. Aber das macht uns nicht automatisch zum Favoriten."

Schaaf will "kein Haar in der Suppe suchen"

Wer den Auftritt der Bremer im ausverkauften Freiburger badenova-Stadion gesehen hat, muss die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf aber zwangsläufig zu den Anwärtern auf die Meisterschaft zählen. Obwohl die Bremer ohne ihre Leistungsträger Torsten Frings, Claudio Pizarro und Tim Borowski auskommen musste, dominierten die Gäste die ungleiche Partie nach Belieben.

Die Tore von Hugo Almeida (2x), Marko Marin, Mesut Özil, Naldo und Markus Rosenberg spiegelten den Spielverlauf korrekt wider. "Nach so einem Spiel gibt es keinen Grund, irgendwas zu kritisieren. Da würde man ein Haar in der Suppe suchen", meinte Schaaf, dessen Club so oft in Freiburg gewonnen hat wie kein anderer Verein.

Wenn es allerdings nach Allofs geht, dann können die vom überragenden Nationalspieler Özil angeführten Bremer sogar noch besser spielen. "Ich habe vielleicht hohe Ansprüche, aber Mesut kann noch besser spielen - das gilt übrigens für viele Spieler in der Mannschaft", meinte Allofs.

Dutt will weiter offensiv spielen lassen

Sein Ausblick auf die Rückkehr der verletzten Profis dürfte in den Ohren der Kontrahenten wie eine Kampfansage klingen: "Es ist gut für uns, dass wir unter der Woche kein Spiel haben. Dann können vielleicht die verletzten Spieler schneller zurückkommen. Das wäre noch besser für uns."

Auf die Rückkehr angeschlagener Spieler kann Freiburgs Trainer Robin Dutt nicht hoffen. Der Coach kassierte die Klatsche mit seinem besten Personal. Dennoch will Dutt an seiner offensiv ausgerichteten Taktik festhalten.

"Wenn man nur mauert, dann steigt man irgendwann sowieso ab. Wir werden also weiter versuchen, uns spielerisch weiterzuentwickeln", erklärte der Trainer: "So ein Ergebnis ist nicht schön, aber es wird uns nicht umwerfen. So lange der Punkteschnitt so ist, dass wir Abstand nach unten haben, werden wir weiter versuchen, spielerisch zu gewinnen."