Köln - Nach sechs absolvierten Bundesliga-Spieltagen sind vier Clubs noch immer unbesiegt: Der FC Bayern München, der 1. FC Köln, RB Leipzig und die TSG Hoffenheim. In 54 Bundesliga-Spielzeiten gibt es diese Konstellation mit vier unbesiegten Clubs erst zum dritten Mal. bundesliga.de hat weitere Topfakten zu den Unschlagbaren zusammengestellt.

>>> Jetzt anmelden und beim offiziellen Bundesliga Fantasy Manager mitmachen!

Weniger als zwei: In 54 Bundesliga-Spielzeiten gab es erst 87 Teams (das entspricht neun Prozent), die die ersten sechs Spieltage ohne Niederlage überstanden haben. Durchschnittlich schafften dies pro Spielzeit keine zwei Mannschaften (rechnerisch 1,6 pro Saison).

Rekord eingestellt: Dass in einer Saison gleich vier Teams gleichzeitig nach sechs Spielen ohne Niederlage dastehen, ist sogar Rekord: Fünf oder mehr Teams, die gleichzeitig nach sechs Spieltagen ungeschlagen waren, gab es noch nie. Ein vierblättriges Kleeblatt an Unbesiegbaren gibt es zu diesem Zeitpunkt der Saison erst zum dritten Mal.

Wie 2014 und 1973: Zuvor war dies 2014 der Fall, als der FC Bayern (am Ende Deutscher Meister), Hoffenheim (8.), der 1. FSV Mainz 05 (11.) und Borussia Mönchengladbach (3.) ungeschlagen blieben. 1973 schafften es ebenfalls der FC Bayern (Meister) und Mönchengladbach (2.), außerdem Eintracht Frankfurt (4.) und Hertha BSC (8.).

Meisterrennen bleibt offen: 24 der bislang 53 Deutschen Meister in der Bundesliga-Geschichte waren nach sechs Spieltagen noch ungeschlagen. Im Umkehrschluss bedeutet das: 29 Mannschaften holten den Titel, obwohl sie an den ersten sechs Spieltagen schon verloren hatten.

Die anderen haben noch Chancen: Immerhin fünf Mal wurde der FC Bayern nicht Deutscher Meister, obwohl er nach sechs Spieltagen ungeschlagen war. Letztmals passierte dies in der Saison 1995/96 (Meister wurde Borussia Dortmund).

Fakten zum FC Bayern München

Dominanz bleibt: Der FC Bayern spielt weiter dominant (66 Prozent Spielanteile), gab die meisten Torschüsse ab (115) und kein Team erzielte mehr Tore als die Münchner (16 Treffer). Der Rekordmeister spielt etwas häufiger vertikal und riskanter in die Spitze (u.a. schon drei Kontertore) als unter Guardiola (deshalb ist die Fehlpassquote höher, aber immer noch die geringste der Bundesliga).

Flankenkönige: Unter Ancelotti rücken auch die Außenverteidiger Philipp Lahm und David Alaba wieder energischer über die Außenbahnen vor, anstatt in die Mitte zu rücken und am Kombinationsspiel teilzunehmen: Kein Team schlug mehr Flanken aus dem Spiel. Die Bayern-Defensive ließ bislang nur zwei Gegentore zu.

Rekord-Start: Der FC Bayern legte mit vier Siegen und 14:1 Toren an den ersten vier Spieltagen den besten Bundesliga-Start eines Teams aller Zeiten hin. Für den besten Start nach fünf Spieltagen hätten die Bayern mit drei Toren Unterschied gegen den HSV gewinnen müssen, siegten aber nur 1:0.

Fakten zum 1. FC Köln

Chancen ohne Ende: Köln hat sich schon in der vergangenen Saison in der Offensive gesteigert und machte hier mit abgezockten Auftritten auch zu Beginn dieser Spielzeit weiter. Gerade spielerisch läuft es bei den Geißböcken immer besser. Nur Dortmund erspielte sich mehr Großchancen (zwölf) als Köln (zehn).

Gefahr über Außen: Die Flanken aus dem Spiel des FC sind eine echte Waffe: Köln traf am häufigsten im Anschluss an eine Flanke (drei Mal). Durchschnittlich führte jede 15. Flanke aus dem Spiel zu einem Torerfolg. Das ist die beste Quote der Bundesliga.

Abwehrbollwerk: Köln steht unter Trainer Peter Stöger seit Jahren für Defensivstärke: 2013/14 stellte man mit 20 Gegentoren einen Zweitligarekord auf und in beiden bisherigen Erstligajahren gab es auch nur 40 bzw. 42 Gegentore. Aktuell kassierte Köln nur drei Gegentreffer (die zweitwenigsten nach dem FC Bayern).

Horn ist an der Spitze: Überragend ist Keeper Timo Horn, er ist unheimlich konstant und an normalen Tagen nur durch unhaltbare Bälle zu bezwingen. Seine Ruhe strahlt auf seine Vorderleute aus. In dieser Saison wehrte Horn 87 Prozent der Bälle auf sein Tor ab – Ligaspitze.

Fakten zu RB Leipzig

Team der 2. Hälfte: Leipzig gab in der vergangenen Zweitligasaison die meisten Torschüsse ab und suchte auch eine Etage höher konsequent den Weg nach vorne (83 Torschüsse sind die fünftmeisten). RB spielt Powerfußball und hält den auch durch, 2015/16 wurden zwei Drittel der 54 Tore in den zweiten Spielhälften erzielt, jetzt fielen acht der elf Treffer nach der Pause.

Bärenstarke Defensive: Pressing und schnelles Umschalten gehören bei Leipzig zum Programm, es gelangen schon drei Kontertore (nur Mainz traf vier Mal nach Kontern). Leipzig fing in der vergangenen Saison nur 32 Gegentore, alle anderen Zweitligisten mindestens 37. Noch krasser: RB ließ lediglich 310 Torschüsse zu, alle anderen Teams mindestens 412! Auch jetzt sind es die drittwenigsten Gegentreffer (fünf) und zweitwenigsten Torschüsse für die Gegner (52) – und das als Aufsteiger.

Rekord-Rookie: RB Leipzig ist der erste Bundesliga-Neuling (abgesehen von der ersten Bundesliga-Saison 1963/64), der seine historisch ersten sechs Bundesliga-Spiele ohne Niederlage überstand. Sie sind aber nicht der erste Aufsteiger, der dies geschafft hat. Der MSV Duisburg blieb in der Saison 1993/94 sogar die ersten zehn Spiele unbesiegt.

Video: 5 Dinge über die ersten 6 Spieltage

Fakten zur TSG 1899 Hoffenheim

Pure Offensivpower: Jung-Coach Julian Nagelsmann hat die Offensive der TSG wiederbelebt, in seinen 20 Bundesliga-Spielen erzielte die TSG 32 Tore. Elf davon hat Hoffenheim in dieser Saison erzielt, das wird nur von drei Teams übertroffen und kommt nicht von ungefähr: Die TSG gab die zweitmeisten Torschüsse ab (101, nur die Bayern mehr), die 21 Abschlussaktionen am vergangenen Spieltag in Ingolstadt waren der höchste Wert der Nagelsmann-Ära.

Distanzkönige: Hoffenheim erzielte in dieser Saison bereits drei Weitschusstore, das ist Ligabestwert und insofern überraschend, als der TSG in der vergangenen Spielzeit lediglich ein Treffer aus der Distanz gelungen war.

Zweikampfhelden: Hoffenheim zeigt sich meist laufstark bei gegnerischem Ballbesitz und wie im Vorjahr waren auch jetzt die gegnerischen Angreifer in der Abwehr gut aufgehoben (erst zwei Stürmergegentore). Nur die Defensive von Dortmund ist zweikampfstärker (57 Prozent) als die von Hoffenheim (56 Prozent).