Köln - Zum 88. Mal steigt in der Bundesliga das Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Der BVB liegt mit 32:30-Siegen in der Gesamtbilanz knapp vorne und konnte auch die beiden letzten Derbys für sich entscheiden. bundesliga.de hat zusammengestellt, auf welche Schlüsselspieler auf beiden Seiten es diesmal ganz besonders ankommt.

Ralf Fährmann (Schalke 04)

Gute Erinnerungen an Dortmund: Ralf Fährmann feierte sein Bundesliga-Debüt am 13. September 2008 in Dortmund (3:3 mit Schalke); im Trikot von Frankfurt wehrte Fährmann 2011 in Dortmund zwei Strafstöße in einem Spiel ab (von Barrios & Dede).

Ein guter Rückhalt: Der Schalker Torwart hatte in dieser Saison deutlich mehr zu tun als etwa die Kollegen Bürki, Benaglio oder auch Ingolstadts Özcan und parierte gute 72 Prozent der Bälle auf seinen Kasten. 27 Prozent der gegnerischen Großchancen vereitelte Fährmann. Er überzeugt auf der Linie wie in der Strafraumbeherrschung, fing auch viele Flankensituationen ab und ist die klare Nummer 1. Außerdem schlug der Keeper deutlich die meisten langen Pässe bei Schalke (374), von denen er für einen Torhüter gute 41 Prozent zum Mitspieler brachte.

Joel Matip (Schalke 04)

In dieser Bundesliga-Saison keine Minute verpasst: Joel Matip hat sich zum absoluten Leistungsträger entwickelt. Er glänzte nicht nur offensiv, sondern räumte auch hinten ab und gewann 64 Prozent seiner Zweikämpfe (in der Luft entschied er gar 75 Prozent der Duelle für sich) – das ist Bestwert bei Schalke. Der hoch veranlagte, schnelle, kopfballstarke und fußballerisch beschlagene Matip ist einer von vier Feldspielern in der Bundesliga, die noch keine Minute verpassten.

Offensivstark: Matip erzielte in dieser Bundesliga-Saison schon drei Tore und gab eine Torvorlage. Er sammelte mehr Scorer-Punkte als Stürmer Franco Di Santo. Seine drei Tore erzielte Matip jeweils zu Hause, jeweils zu einem 1:0, jeweils per Kopf nach einer Ecke und jeweils auf Vorlage von Johannes Geis. Überhaupt erzielte er 15 seiner 17 Bundesliga-Tore nach Standards (acht nach Ecken und sieben nach Freistößen). 13 von 17 Treffern markierte er per Kopf, darunter die letzten acht Tore.

© imago / Team 2

Johannes Geis (Schalke 04)

Meiste Torschussbeteiligungen bei Schalke: Johannes Geis war bei Schalke an den meisten Torschüssen beteiligt (117). Er bereitete bei Schalke vor allem dank der vielen Standards mit Abstand die meisten Torschüsse vor (76) und gab 41 selbst ab. Er erzielte zwei Tore (per Strafstoß und direkten Freistoß) und gab fünf Torvorlagen (davon vier per Ecke). Aus dem Spiel heraus traf er in der Bundesliga letztmals Ende März 2014 für Mainz gegen Augsburg.

Spezialist für ruhende Bälle: Sieben von Geis ausgeführte Standardsituationen führten in dieser Saison zu Toren (direkt oder indirekt); das übertrifft ligaweit kein Spieler. Letzte Saison führten sogar elf ruhende Bälle zum Tor. Besonders stark sind die Ecken von Geis, seine fünf Ecken mit Torfolge (nicht zwingend eine direkte Torvorlage) sind Ligaspitze (mit Stuttgarts Kostic und Bremens Junuzovic).

Meiste lange Pässe unter den Feldspielern: Geis setzt aus dem defensiven Mittelfeld heraus viele Akzente im Spielaufbau. Er schlug ligaweit von allen Feldspielern die meisten langen Pässe (191, davon sind gute 59 Prozent angekommen).

Leroy Sane (Schalke 04)

Schalkes Top-Scorer: Leroy Sane sammelte zehn Scorer-Punkte (fünf Tore, fünf Torvorlagen) – gemeinsam mit Klaas Jan Huntelaar ist er Topscorer bei S04. Nach zuvor fünf Spielen als Bankdrücker stand der Youngster in den letzten beiden Spielen wieder in Startelf und war dabei zu Hause gegen Mönchengladbach an beiden Treffer beteiligt.

An vielen gefährlichen Aktionen beteiligt: Schalke hatte in dieser Saison erst 25 Großchancen, an über der Hälfte davon war Sane beteiligt (13). Acht hatte er selbst – die meisten bei Schalke (drei davon nutzte er). Der 20-Jährige gab bei Schalke auch nach Huntelaar die meisten Torschüsse ab (48) und ist Top-Vorbereiter bei S04 (fünf Torvorlagen, wie Johannes Geis).

Blitzschnell, zweikampfstark und frech: Mit seiner Schnelligkeit ist Sane grundsätzlich immer eine Waffe (35 km/h Topspeed ist ligaweit einer der Top-Werte), zudem ist er auch körperlich schon erstaunlich robust. Sane führte die meisten Duelle bei S04 und gewann 44 Prozent seiner Zweikämpfe, was für seine Position und sein Alter beachtlich ist. Im Eins-gegen-Eins ist er durch seine Schnelligkeit kaum zu halten, er bestritt bei Schalke mit Abstand die meisten Dribbling-Duelle, von denen er gute 44 Prozent gewann. Sane setzte seinen Gegenspielern schon 15 Beinschüsse – ligaweit nur Mkhitaryan mehr.

© DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA

Mats Hummels (Borussia Dortmund)

Top-Zweikämpfer der Liga: Mats Hummels ist wieder topfit und gewann 68 Prozent seiner Zweikämpfe (in der Luft sogar 71 Prozent) – Ligabestwert. In Dortmund ist Hummels ein absoluter Führungsspieler; seit Sommer 2014 ist er Kapitän.

Tolles Stellungsspiel, wichtig im Spielaufbau: In Normalform überzeugt Hummels durch sein ruhiges, selbstsicheres Auftreten sowie ein gutes Stellungsspiel. Der Verteidiger agiert viel mit Auge, fängt sehr viele gegnerische Zuspiele ab. Bei Ballbesitz tritt Hummels beim BVB teils wie ein Spielmacher auf, versucht, die Offensivakteure immer wieder mit langen Bällen einzusetzen. Oft wird er deshalb von den Gegnern gezielt zugestellt. Beim BVB spielte er die meisten langen Pässe der Feldspieler (148), aber nur 37 Prozent davon kamen an.

Bemerkenswert fair: Hummels beging in seiner Bundesliga-Karriere im Schnitt nicht einmal ein Foul pro Spiel (157 in 221 Einsätzen) und sah nur 22 Karten (21 Mal Gelb, einmal Rot). Er musste in der Bundesliga noch nie eine Gelb-Sperre absitzen.

Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund)

Immer anspielbar, ballsicher und zweikampfstark: Ein gesunder Ilkay Gündogan ist das spielerische Herz der Borussia; er ist dribbelstark (hier 64 Prozent gewonnene Dribbling-Duelle), ballsicher, quirlig und technisch sehr beschlagen. Er ist ein klassischer Ballverteiler, fast immer anspielbar fordert er die Bälle, häufig leitet er gefährliche Aktionen mit Steilpässen ein. Kein anderer Borusse war diese Saison so oft am Ball wie Gündogan (105 Mal pro 90 Minuten). Absolut gesehen waren in dieser Saison sogar von allen Ligaspielern nur vier Spieler häufiger am Ball als er (2.240 Mal). Zudem gewann er starke 56 Prozent seiner Zweikämpfe.

Achtung Schalke – Tore fast nur auswärts: Acht seiner zehn Bundesliga-Tore für Dortmund erzielte der Nationalspieler auswärts. Die mangelnde Torgefährlichkeit ist insgesamt seine größte Schwäche, für Dortmund erzielte er in der Bundesliga noch nie mehr als drei Saisontore. Auch als dirketer Vorbereiter hat er Luft nach oben, sein Saisonrekord liegt bei vier Torvorlagen. Er ist meist mehr der Mann für den vorletzten Pass.

© imago / ActionPictures

Henrikh Mkhitaryan (Borussia Dortmund)

Überragende Saisonbilanz: Mkhitaryan war in 43 Pflichtspielen dieser Saison an sensationellen 45 Toren direkt beteiligt (20 Tore, 25 Torvorlagen). Er erzielte in der aktuellen Saison nach Aubameyang die meisten Pflichtspieltore für den BVB (20) und ist der Dortmunder Vorlagen-König.

Zweitbester Vorbereiter der Liga: In der Bundesliga traf Mkhitaryan neben zwölf Torvorlagen zehn Mal selbst und war auch hier an mehr Toren beteiligt als in der kompletten Vorsaison (da drei Treffer und sechs Torvorlagen). Seine 22 Scorer-Punkte überbieten ligaweit nur vier Spieler, seine zwölf der beste Wert der Bundesliga und ein neuer persönlicher Saisonrekord. Mkhitaryan bereitete beim BVB mit Abstand die meisten Torschüsse vor (96, ligaweit ebenfalls keiner mehr). Er vor Spielfreude. Er bereitete ligaweit die meisten Großchancen vor (16).

Weniger ist manchmal mehr: Mkhitaryan läuft in dieser Saison pro 90 Minuten fast einen Kilometer weniger als noch in der Vorsaison und diese Zurückhaltung bekommt seinem Spiel bestens. Er kommt deutlich öfter zu guten Chancen (er hatte nun schon mehr Großchancen als in der vergangenen Saison) und behält ausgeruht auch eher die Ruhe vor dem gegnerischen Kasten. Unter Tuchel konzentriert sich Mkhitaryan mehr auf Offensivaktionen, muss nicht mehr so viel rackern wie noch unter Jürgen Klopp.

Sehr dribbelstark und giftiger im Zweikampf: Er bestritt beim BVB die meisten Zweikämpfe und gewann für einen Offensivmann ordentliche 49 Prozent; von seinen Dribblings gewann er 48 Prozent. Mkhitaryan ist der meistgefoulte Dortmunder (48 Mal), wehrt sich aber auch und beging die meisten Fouls beim BVB (47).

Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund)

Der beste BVB-Knipser seit 35 Jahren: Pierre-Emerick Aubameyang liegt mit 23 Treffern auf Rang 2 der Torschützenliste. Erstmals traf ein Afrikaner in einer Bundesliga-Saison so oft. So viele Tore nach 28 Spieltagen gab es beim BVB zuletzt 1980/81 durch Manfred Burgsmüller (sogar 26). In 23 Spielzeiten wäre der Mann aus Gabun am Saisonende mit seinen 23 Toren Torschützenkönig geworden (u.a. in der Vorsaison, wo sich Alexander Meier mit 19 Toren die Krone holte).

Topscorer der Bundesliga: Neben seinen 23 Toren legte Aubameyang auch noch fünf Treffer auf. Insgesamt 28 Scorer-Punkte sind Ligaspitze. Aubameyang verwertete 23 von 106 Torschüssen (nur Lewandowski kam ligaweit öfter zum Abschluss) und 18 von 30 Großchancen (das sind ligaweit die meisten). Er ließ er dementsprechend schon einige Mega-Möglichkeiten aus (zwölf – Höchstwert). Als zentraler Stürmer fühlt er sich wohler als auf dem Flügel, im Strafraum kann er seinen Torinstinkt richtig ausspielen. Seine Tore erzielte er meist aus Nahdistanz, bevorzugt am langen Pfosten.

Verdammt langer Atem: Aubameyang traf diese Saison alleine neun Mal in der Schlussviertelstunde (sonst keiner mehr als vier Mal). Mehr Treffer in der Endphase schoss in den letzten 20 Jahren nur ein Spieler (Nürnbergs Marek Mintal 2004/05 mit zehn in der kompletten Saison).

Pfeilschneller Sprinter: Aubameyang ist ein sehr schneller Offensivspieler, entschlossen und zielstrebig und damit sehr torgefährlich. Die ersten 30 Meter soll er in 3,7 Sekunden sprinten – Usain-Bolt-Niveau. In der Spitze erreichte er in der letzten Saison 35,4 km/h (Ligaspitze) und auch diese Saison ist er bislang einer der schnellsten Spieler (35,0 km/h).