Köln – Bereits Ende März verkündete Borussia Mönchengladbach den ersten Transfer für die kommende Saison. Max Eberl konnte Tobias Strobl von der TSG Hoffenheim von einem Engagement am Niederrhein überzeugen. Beim zukünftigen Einsatzgebiet des Neuzugangs hat Andre Schubert die Qual der Wahl: Der Defensivspezialist ist gleich auf drei Positionen zu Hause.

Am 7. Spieltag der vergangenen Saison feiert die TSG Hoffenheim in Augsburg den ersten Saisonsieg. Tobias Strobl wird zur Pause eingewechselt und hilft im defensiven Mittelfeld mit, aus einem 1:1 zur Halbzeit einen 3:1-Erfolg zu machen. Beim wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Hertha BSC am 30. Spieltag überzeugt er in der Innenverteidigung und beim spektakulären 3:3 gegen seinen zukünftigen Arbeitgeber am 14. Spieltag beackert Strobl als Rechtsverteidiger die Außenbahn. Egal, wo der großgewachsene Strobl gebraucht wird: Er erledigt zuverlässig seinen Job.

Ausbildung bei den "Löwen"

Diese Vielseitigkeit könnte für Strobl ein großes Plus im Kampf um einen Platz in der ersten Elf sein, denn beim zukünftigen Tanz auf drei Hochzeiten wird Andre Schubert einen breiten Kader benötigen. "Ich kann mehrere Positionen in der Defensive spielen. Ich glaube, das ist meine Stärke und ich hoffe, dass ich mich bei Borussia gut einbringen werde", erklärt Strobl auf borussia.de.

Der gebürtige Münchner wurde bei 1860 München ausgebildet, bevor er 2011 nach Hoffenheim wechselte. Nach einem überzeugenden Abstecher zum 1. FC Köln in die 2. Bundesliga schaffte Strobl 2013/14 bei der TSG den Durchbruch in der Bundesliga. In den letzten drei Spielzeiten brachte er es auf 85 Bundesliga-Partien für die Kraichgauer (ein Tor).

"Strobl ist einer der eher unauffälligen Spieler, die dennoch für jede Mannschaft enorm wichtig sind, weil sie durch ihre Zweikampfstärke für viele Ballgewinne sorgen", beschreibt Max Eberl die Stärken der Neuverpflichtung, ohne Strobl auf eine bestimmter Position festzunageln.

Harte Arbeit statt überragendes Talent

Dass der Defensivallrounder im nächsten Jahr womöglich in der Champions League auflaufen wird, ist die vorläufige Krönung einer kontinuierlichen Entwicklung, die viel harte Arbeit erforderte. Strobl spielte nie für eine Juniorennationalmannschaft und galt nicht als herausragendes Talent. "Ich glaube, dass nicht viele damit gerechnet haben, dass ich irgendwann mal in der Bundesliga spielen werde. Ich glaube aber, dass das ein Vorteil für mich war. Ich konnte mich in Ruhe entwickeln, war nie im Mittelpunkt", erklärte er während seiner Kölner Zeit gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Strobls Vielseitigkeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf den Fußball. Mit 15 Jahren wurde er bayrischer Golfmeister in seiner Altersklasse. Am Golfsport fasziniert Strobl vor allem das hohe Maß an Konzentration, das bei jedem Schlag erforderlich ist, um erfolgreich zu sein. Diese Gabe zur Fokussierung soll ihn in Mönchengladbach zum nächsten Schritt verhelfen. Egal, auf welcher Position.

Florian Reinecke