Freiburg - Borussia Dortmund hat beim 3:0-Erfolg beim SC Freiburg eine überragende Leistung gezeigt und für Zufriedenheit bei Thomas Tuchel gesorgt. Der BVB-Coach feierte ein persönliches Jubiläum.

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Am Samstag herrschte nach dem Abpfiff rund um das Breisgauer Stadion gute Laune. Die SC-Anhänger, von denen viele gute Kontakte in die Dortmunder Fanszene haben, trösteten sich damit, dass ihr Verein bereits so viele Zähler (30) auf dem Konto hat, dass man gegen die Top-Teams der Bundesliga auch einmal verlieren kann. Noch besser war die Stimmung naturgemäß allerdings beim Anhang der Westfalen. Gut und gerne 4000 Dortmunder Fans, darunter viele aus dem Südwesten und aus der nahen Schweiz, hatten sich mit Karten eingedeckt und freuten sich über einen 3:0-Auswärtssieg in einer Saison, in der man in der Fremde zuvor bereits viermal verloren hatte. In Freiburg lief es besser als zuletzt in Darmstadt - deutlich besser.

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Gegen die gut geölte BVB-Angriffsmaschinerie hatte der Sport-Club in keiner Phase des Spiels eine Chance. Schon nach 13 Minuten stand es 1:0 für die Borussia – Sokratis traf nach einem Eckball von Raphaël Guerreiro per Kopf. Die beiden anderen Dortmunder Treffer schoss Pierre-Emerick Aubameyang (55./70.), der im Fernduell mit Anthony Modeste und Robert Lewandowski seine Saisontreffer 18 und 19 erzielte und weiter gute Chancen auf den Titel als Top-Torjäger der Liga hat.

Viele Chancen

Der einzige Wermutstropfen aus BVB-Sicht war allerdings auch in Freiburg die Chancenverwertung. Wäre man in der ein oder anderen Situation ein klein wenig konsequenter vor dem gegnerischen Tor gewesen, hätte das Spiel auch höher ausfallen können. Aubameyang, Marco Reus, Erik Durm und Ousmane Dembélé hatten jedenfalls mehr als ein halbes Dutzend weiterer großer Chancen, die entweder vergeben oder vom guten SC-Keeper Alexander Schwolow vereitelt wurden.

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Dass sich Freiburgs Trainer Christian Streich nach dem Spiel vorwarf, gegen Dortmund nicht mit einer defensiveren Grundausrichtung agiert zu haben, ehrt ihn. Allerdings hatte an diesem Nachmittag kaum ein Zuschauer den Eindruck, dass eine andere Taktik die Spielfreude der Borussen hätte eindämmen können.

Die nötige Schärfe und Ernsthaftigkeit

Wenn es der BVB schafft, seine individuelle Qualität auf den Platz zu bringen, gibt es in der Bundesliga nicht viele Mannschaften, die dagegen halten können. Am Samstag zeigte man ein nahezu perfektes Spiel. Und das sicher auch, weil man unter sich unter der Woche in aller Ruhe auf die Liga konzentrieren konnte – das Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon fand schließlich schon Mitte Februar statt.

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Entsprechend groß war die Erleichterung im schwarz-gelben Lager: "Wir haben 90 Minuten nach vorne gespielt, haben nie nachgelassen und deshalb verdient gewonnen", freute sich Schlussmann Roman Bürki. BVB-Übungsleiter Tuchel, der in Freiburg seinen 100. Sieg als Bundesliga-Trainer feiern konnte, traf den Nagel ebenfalls auf den Kopf, als er seiner Mannschaft ein großes Kompliment für diesen Auftritt zollte: "Wir waren hellwach, in unseren Aktionen sauber und haben mit der nötigen Schärfe und Ernsthaftigkeit gespielt, die du brauchst, um Freiburg so in Schach zu halten."

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf