Markus Babbel wirkte fast ein wenig depremiert. Neues Spiel, alte Fehler, wieder geführt, wieder nicht gewonnen. "Wir haben wieder zwei Punkte hergeschenkt", stellte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem zweiten Unentschieden im zweiten Gruppenspiel der Champions League lapidar fest.

Zugleich aber mühte sich Babbel, der enttäuschenden Gesamtsituation der Schwaben nach dem 1:1 (1:0) beim rumänischen Meister FC Unirea Urziceni die positive Seite abzugewinnen: "Wir können aus eigener Kraft weiterkommen. Das ist eine gute Ausgangsposition."

Wann platzt der Knoten endgültig?

In der "Königsklasse" ist für den VfB tatsächlich noch nichts verloren. In der Gruppe G ist der derzeitige Bundesliga-Elfte mit seinen zwei Zählern aus den zwei Spielen gegen die Glasgow Rangers (1:1) und Urziceni Tabellenzweiter. Nun allerdings folgen die zwei Begegnungen mit Tabellenführer FC Sevilla (6 Punkte), in denen die Stuttgarter eher die Außenseiterrolle bekleiden.

Der Bundesliga-Elfte kämpft sich weiter durch die Saison und hofft auf die endgültige Kehrtwende zum Guten. "Ich bin überzeugt", sagte etwa Sami Khedira, "wenn wir mal über 90 Minuten das abrufen, was wir können, kommen wir auch weiter."

Kritische Worte von Khedira

Im Stadion von Steaua Bukarest, wo der FC Unirea aus der Kleinstadt Urziceni (17.500 Einwohner) seine Heimspiele auf Geheiß der Europäischen Fußball-Union (UEFA) austragen muss, machte sich der VfB wieder mal selbst das Leben schwer. Die Stuttgarter boten ein Spiel, das sie in den vergangenen Wochen schon mehrfach wiederholt haben.

Babbel hatte kurz nach Abpfiff noch keine Erklärung parat. "Wenn ich es wüsste, würde ich es abstellen", sagte er mit einem leichten Achselzucken, als er erklären sollte, warum seine Spieler nicht in der Lage sind, aus ihren Fehlern zu lernen.

Gegen den giftigen rumänischen Meister gelang dem VfB durch einen Treffer von Serdar Tasci (5.) der erhoffte schnelle Start. Doch dann verfielen die Schwaben in ihren alten Trott. "Wir haben wieder aufgehört, Druck aufzubauen, wir haben nicht mehr agiert", bekannte Sami Khedira.

"Wir dürfen kein Trübsal blasen"

Und nach einem geradezu verunglückten Kopfball von Timo Gebhardt im Strafraum wurde diese Passivität mit dem Treffer des flinken rumänischen Angreifers Serden Ioan Varga (48.) dann auch folgerichtig bestraft. "Das Gegentor haben wir zu einfach hergeschenkt", monierte Babbel.

"Wir hatten zu viele Spiele in der Vergangenheit, die ähnlich gelaufen sind", stellte Kapitän Thomas Hitzlsperger hinterher fest. Dabei hatten sie nach dem jüngsten Spiel, dem 3:0 in der Bundesliga am vergangenen Samstag bei Eintracht Frankfurt, doch geglaubt, die Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben. Irrtum. "Wir wollten drei Punkte, und wir hatten auch die Chance zu gewinnen, aber wir haben dieses Spiel nicht so durchgezogen wie das Spiel vor ein paar Tagen", erklärte Hitzlsperger und bekannte: "Wir sind manchmal zu naiv." Khedira sagte: "Wir müssen einfach cleverer sein."

Sportvorstand Horst Heldt richtete unterdessen den Blick nach vorne. "Gut, in der Bundesliga haben wir was aufzuholen, aber wir sind noch in allen drei Wettbewerben dabei. Wir dürfen kein Trübsal blasen, dazu besteht keine Notwendigkeit", sagte er, schickte aber auch noch hinterher: "Wir müssen uns verbessern."