Sinsheim - "Ich war sehr glücklich, als der Pfiff kam", gestand ein glücklicher Julian Nagelsmann nach dem Spiel. "Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die den Sieg mehr wollte als wir", analysierte Mainz-Trainer Martin Schmidt. Die Stimmen zum Spiel TSG Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05.

Julian Nagelsmann (Trainer TSG Hoffenheim): "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Mainz war in den ersten 15 Minuten das bessere Team. Danach wurde es besser - wir haben weniger zugelassen, aber konnten dennoch nicht alles kontrollieren. Mainz hat brutal gefährlich gekontert und ist körperlich sehr präsent. Nach der Pause waren wir sehr gut im Spiel, da gab es gute Umschaltchancen. Die haben wir meist gut, aber manchmal auch zu fehlerhaft ausgespielt. Zum Ende habe ich 7000 Mal auf meine Armbanduhr geschaut. Ich war sehr glücklich, als der Pfiff kam."

Martin Schmidt (Trainer 1. FSV Mainz 05): "Auch wenn wir zuletzt drei Mal nacheinander gewonnen haben, verlieren fühlt sich nie gut an. Es ist nicht angenehm. Es bleibt ein ungutes Gefühl. Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die den Sieg mehr wollte als wir. Wir waren zu Beginn gut drin, weil wir wussten, dass sich Konter- und Umschaltchancen ergeben werden. Das Tor war der perfekte Konter. Der Ausgleich fiel dann zu früh. Das hat uns den Schwung genommen. Im letzten Drittel waren wir bei unseren Möglichkeiten zu unsauber. Hoffenheim hat das besser gemacht und das war entscheidend."

"Es hat auf dem Feld Spaß gemacht"

Mark Uth (TSG Hoffenheim): "Ich habe unter der Woche gut trainiert - das hat mir der Trainer bestätigt. Schön, dass ich heute das Vertrauen bekommen habe und es zurückzahlen konnte. Das ist nur der erste, wenn auch sehr wichtige, Dreier. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Nächste Woche wird es in Dortmund sehr schwer, aber wenn wir so weiterkämpfen und spielen, dann können wir es schaffen. Der Trainer sagt uns, dass wir nach vorne spielen und Spaß haben sollen. Das haben wir getan. Wir sind früh draufgegangen und haben Mainz nur selten ins Spiel kommen lassen." 

Kevin Volland (TSG Hoffenheim): "In diesem Sieg war viel Nagelsmann. Die TSG stand in der Vergangenheit für Offensiv-Fußball und das tut sie auch jetzt wieder. Wir wollen offensiv spielen. Ganz wichtig war, dass wir nach dem frühen 0:1 sofort zurückgekommen sind. Das ist in unserer Situation nicht selbstverständlich. Ich denke, es war eine Super-Leistung von allen. Wir haben uns diesen Sieg erspielt und erkämpft. Insgesamt waren wir die besser Mannschaft."

Nadiem Amiri (TSG Hoffenheim): "Wir haben heute verdient gewonnen. Es hat auf dem Feld viel Spaß gemacht und ich denke, es hat auch Spaß gemacht, uns zuzusehen. Wir waren immer gefährlich und hatten über 90 Minuten die besseren Chancen. Julian Nagelsmann hat uns das Vertrauen in unsere Fähigkeiten gegeben."

Alexander Rosen (Sportdirektor TSG Hoffenheim): "Ich kenne Julian Nagelsmann seit sechs Jahren, die meisten in Fußball-Deutschland nicht. Deshalb verstehe ich alle Fragen nach seinem Alter, aber mich überrascht sein Auftreten nicht. Ich weiß, welche Kompetenz und welche Ausstrahlung er mitbringt. Er lebt etwas vor und die Mannschaft ist ihm heute komplett gefolgt. Ich gehe fest davon aus, dass wir in der Bundesliga bleiben. Der Trainer hat großen Kredit bei den Fans. Und die Mannschaft hat sich diesen Kredit heute auch verdient. Alle standen hinter der Team - auch nach dem frühen Rückstand. Der Funke ist von der Tribüne auf den Platz gesprungen und umgekehrt. Das ist wichtig, aber wir stehen immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz. Wir werden uns nicht tagelang in den Armen liegen."

"Standen nicht kompakt genug"

Yunus Malli (1. FSV Mainz 05): "Wir standen in der Defensive als Mannschaft heute nicht so kompakt wie in den vergangenen Wochen - das war der Unterschied und auch für die Niederlage Ausschlag gebend. Hoffenheim hat eine gute Mannschaft. Wenn sie so weiterspielen, kommen sie da unten raus."

Leon Balugun (1. FSV Mainz 05): "Hoffenheim ist mit viel mehr Schwung als zuletzt aufgetreten. Das darf aber eigentlich kein entscheidender Faktor sein, denn darauf hatten wir uns eingestellt. Wir hatten über weite Strecken einfach nicht so viel Zugriff, wie in den letzten Spielen. Wir waren nicht eng genug am Mann und bekommen eigentlich dreimal fast dasselbe Tor. Das ist zu einfach, wir verteidigen da nicht energisch genug."