Tiflis - Pflichtsieg zum Jubiläum: Weltmeister Deutschland hat sein 900. Länderspiel in Georgien souverän mit 2:0 gewonnen und damit in der EM-Qualifikation weiter an Fahrt aufgenommen. Durch seinen dritten Sieg im fünften Spiel sitzt das Team von Bundestrainer Joachim Löw in der Gruppe D mit zehn Punkten nach wie vor Tabellenführer Polen im Nacken.

Marco Reus (39.) und Thomas Müller (44.) erzielten im Hexenkessel von Tiflis die Treffer für die Gäste, die nach anfänglichen Schwierigkeiten gegen den 126. der Weltrangliste ihrer Favoritenrolle voll und ganz gerecht wurden.

"Die ein oder andere Chance liegengelassen"

"Der Ernst der Lage war ja nicht zu übersehen, wenn man vor dem Spiel auf die Tabelle geschaut hat. Mit der ersten Hälfte bin ich zufrieden, das waren ein paar gute Kombinationen mit Zielrichtung Tor. Nach der Pause haben wir das Spiel dann zu sehr verwaltet. Da haben wir wieder die ein oder andere Chance liegengelassen", sagte Löw nach dem Match bei RTL.

Selbstkritisch äußerte sich Kapitän Bastian Schweinsteiger: "Wir haben den ein oder andern Fehler zu viel gemacht. Unter dem Strich geht das 2:0 aber in Ordnung. Wir müssen uns bis zu den nächsten Spielen aber weiter verbessern." Und Manuel Neuer ergänzte: "Georgien ist nicht der Maßstab."

Deutschland mit Viererkette

Löw stellte im Jubiläumsspiel die Experimente für seinen Masterplan wie erwartet hintenan. Der 55-Jährige kehrte zur Viererkette zurück und beorderte in Manuel Neuer, Jerome Boateng, Mats Hummels, Toni Kroos, Müller und dem erstmals offiziell als Kapitän fungierenden Bastian Schweinsteiger alle sechs beim 2:2 gegen Australien geschonten Weltmeister zurück in die Startelf. Bei den Georgiern gab der frühere Frankfurter Bundesliga-Profi Kachaber Tschadadse nach einem 2:0 zum Einstand gegen Malta sein Pflichtspiel-Debüt als Trainer. Der frühere Schalker und Düsseldorfer Lewan Kenia saß bis zur 63. Minute nur auf der Bank.

Die 54.549 Zuschauer sorgten wie von Löw erwartet für eine hitzige Atmosphäre, pfiffen den Weltmeister bei jeder Offensivaktion lautstark aus und feierten jede halbwegs gelungene Aktion ihres Teams frenetisch. Allerdings erlitten die Hoffnungen der Georgier schon frühzeitig einen Dämpfer: Abwehrchef Alexandre Amisulaschwili verletzte sich gleich bei der ersten Aktion und musste bereits in der 4. Minute ausgewechselt werden.

Eine Minute später hätte Reus beinahe schon die Führung für das DFB-Team erzielt, die die georgische Euphorie endgültig gefährdet hätte. Doch sein Schuss aus spitzem Winkel nach schöner Vorarbeit von Müller prallte an die Unterkante der Latte. Wenig später verfehlte der sehr agile Müller die Führung, als er nach einem Eckball von Kroos um Zentimeter links vorbei schoss (13.). Götze (26.) und Reus (29.) verzogen ebenfalls, bevor Reus mit seinem neunten Länderspieltreffer das deutsche Team erlöste. Götze hatte den Treffer glänzend vorbereitet. Müller legte dann noch vor der Pause nach, nachdem er von Mesut Özil schulmäßig bedient worden war. Für Müller war es bereits der fünfte Treffer in der laufenden EM-Qualifikation.

Georgien bemühte sich

Bereits nach dem Führungstreffer agierte die deutsche Elf entschlossener und energischer als in der ersten halben Stunde, in der das deutsche Angriffsspiel öfters vom Zufall geprägt war. Die Pässe in die Spitze fanden zu selten den Weg durch die dichte georgische Abwehr, die sich mit Herz und Leidenschaft in jeden Ball warf. Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der Weltmeister angesichts des beruhigenden Vorsprungs das Spiel und ließ den Gastgebern so gut wie keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr.

Zwar mühten sich die Georgier nach Kräften, gegen die aufmerksame deutsche Defensive standen sie aber zumeist auf verlorenem Posten. In der 60. Minute hatte der Außenseiter Glück, als Reus auf Vorlage von Sebastian Rudy erneut nur das Aluminium traf.

SID

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