Mönchengladbach - Aus der Europa League hat sich Borussia Mönchengladbach verabschiedet - nun soll der Weg endlich in die Crème de la Crème des Fußballs führen.

Nach einem verdienten 2:0 (1:0) gegen den SC Paderborn am Sonntag ist die Champions League für die Borussia ganz nah. Der erste Ligasieg nach einem Europapokalspiel in dieser Saison im zehnten (!) Versuch war die perfekte Antwort des Tabellendritten auf die Niederlagen der Konkurrenz: Schalke 04 und der FC Augsburg haben am Wochenende verloren, Gladbach setzte sich somit vier Punkte von Platz vier ab.

Und das mit links und etwas Glück. Die beiden Linksschüsse von Fabian Johnson (18.) und dem kurz zuvor eingewechselten Patrick Herrmann (81.) wurden jeweils von Paderborner Spielern unhaltbar abgefälscht, aber wen interessierte es? Die Gladbacher jedenfalls nicht sonderlich.

Viele Wechsel in der Startelf

"Ein Tor ist immer ein Tor", stellte Trainer Lucien Favre wie gewohnt trocken fest, zum Thema Königsklasse äußerte sich Manager Max Eberl bei Sky: "Die Bundesliga ist kein Wunschkonzert. Wir hätten gerne auch schon 60 Punkte, haben wir aber nicht", sagte er.

Immerhin 40 sind es inzwischen. "Wir wollten heute die drei Punkte, wir haben sie. Gut, dass es endlich mal nach einem Europacupspiel geklappt hat", sagte Torschütze Johnson. Am Donnerstag war der fünfmalige deutsche Meister in der Zwischenrunde unglücklich am FC Sevilla gescheitert.

Paderborn rutschte nach nur einem Sieg aus den vergangenen 13 Begegnungen auf Relegationsplatz 16 ab - so schlecht war der Aufsteiger in dieser Saison noch nie platziert. "Für uns war von Anfang an völlig klar: Wir kämpfen bis zur letzten Minute um den Klassenerhalt", sagte Kapitän Uwe Hünemeier.

Favre hatte seine Startformation wieder einmal gehörig durcheinandergewirbelt. So fanden sich Weltmeister Christoph Kramer und Nationalspieler Max Kruse zunächst nur auf der Bank wieder.

Paderborn tut sich schwer

Vor 53.152 Zuschauern im Borussia-Park benötigten die Gastgeber zehn Minuten, um ihren Rhythmus zu finden. Danach ließen sie Ball und Gegner laufen. Nach schönem Zuspiel von Granit Xhaka scheiterte der sehr auffällige Ibrahima Traoré bei der ersten guten Möglichkeit am stark reagierenden Lukas Kruse.

Der SCP-Schlussmann war auch drei Minuten später gegen Johnson auf dem Posten. Beim Führungstreffer war Kruse aber machtlos. Die Gäste fanden auch nach dem ersten Gegentreffer schwer ins Spiel: Paderborn verlor die Bälle im Spielaufbau zu schnell, vorne fehlte die Durchschlagskraft.

Mit ihrem Tempospiel rissen die Gladbacher immer wieder Lücken in die Defensive der Ostwestfalen. Nach Hereingabe von Traoré lenkte Ziegler den Ball an den eigenen Pfosten (25.).

Nach dem Wechsel traute sich Paderborn etwas mehr zu, bei einem Schuss von Meha musste Torhüter Yann Sommer erstmals eingreifen (51.). Gladbach behielt aber weiterhin die Kontrolle, verpasste bei Chancen von Raffael (47.), Johnson (58.) und Branimir Hrgota (63.) aber die Vorentscheidung.

SID

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Spieler des Spiels:

Ibrahima Traoré

Ibrahima Traore war auch ohne direkte Torbeteiligung der auffälligste Mann des Spiels. Er war an sechs Gladbacher Torschüssen beteiligt, kein Borusse gab mehr Torschüsse ab als er (vier). Zudem gewann Traore starke 68 Prozent seiner Zweikämpfe und war der schnellste Spieler auf dem Platz (33,7 km/h).

So sehen es die Clubs*

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