Die Weltmeisterschaft in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) bietet neben dem Sport jede Menge Randgeschichten. bundesliga.de präsentiert diese täglich in den WM-Splittern:

++++ Das WM-Fieber hat auch die Antarktis erreicht: Mitarbeiter einer australischen Forschungsstation werden am Sonntag das Trikot der "Socceroos" überstreifen und per Internetradio das Auftaktspiel gegen Deutschland (ab 20 Uhr im Live-Ticker) aus Durban verfolgen. "Wir haben viele Fußball-Fans hier. Hoffentlich tragen sie das Trikot bis zum Finale", sagte Elektriker Mark Baker der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Die Casey Station liegt im stürmischen Osten der Antarktis. "Derzeit haben wir hier minus zehn Grad - es ist also relativ mild", sagte Baker, der in seiner Freizeit auf dem meterdicken Eis Golf spielt oder einfach die Aussicht genießt: "Der Blick auf das Meer und die Küste ist immer wieder spektakulär." ++++

++++ Große Ehre für Portugals Superstar Cristiano Ronaldo: Der Weltfußballer von 2008 durfte am Mittwoch Südafrikas ehemaligen Präsidenten Nelson Mandela in dessen Zuhause besuchen. Neben dem Profi von Real Madrid waren auch Nationaltrainer Carlos Queiroz und Sportdirektor Carlos Godinho bei dem Termin dabei, teilte der portugiesische Fußball-Verband (FPF) mit. ++++

++++ Die italienischen Nationalspieler haben auf den Streit um ihre WM-Prämien reagiert und angekündigt, einen Teil des Geldes zu spenden. "Wir haben innerhalb der Mannschaft darüber diskutiert" sagten Kapitän Fabio Cannavaro und Torhüter Gianluigi Buffon der Nachrichtenagentur ANSA. "Die Stiftung, die die Feier zum 150. Jahrestag der italienischen Einheit finanziert, hat große Probleme. Wir sehen uns als Symbol der Einheit. Also haben wir beschlossen, dass im Erfolgsfall jeder Spieler einen Teil seiner Prämien, wieviel das auch immer sein wird, an die Stiftung spendet".

Roberto Calderoli, Minister der Regierung Berlusconi, hatte die 240.000 Euro, die der Weltmeister im Falle einer Titelverteidigung bekommen soll, als "ungehörig" bezeichnet. "Jede Arbeit, die gute Resultate bringt, wird belohnt", sagte Cannavaro. "Aber es stimmt, das sind Krisenzeiten. Also haben wir uns für die gute Sache entschieden." ++++

++++ US-Vizepräsident Joe Biden ist am Donnerstag in Südafrika angekommen. Der Politiker will den Auftakt der WM vor Ort live miterleben, bestätigte ein Sprecher der US-Botschaft in Pretoria. Biden hatte sich zuvor auf seiner Afrika-Reise in Kenia und Ägypten aufgehalten.

Am Freitag will der Stellvertreter von Präsident Barack Obama Gespräche mit Politikern und Wirtschaftsvertretern führen, ehe er am Abend das Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko (16.00 Uhr/ARD und Sky live) besuchen wird.

"Am Samstag wird er seinen südafrikanischen Amtskollegen Kgalema Mothlanthe treffen, bevor es Sonntag zum ersten Spiel des US-Teams nach Rustenberg geht", teilte der Sprecher der Botschaft mit. Nach dem Spielbesuch geht es für Biden zurück in die Heimat. ++++

++++ Die mangelnde Fitness ihres Superstars Lionel Messi bereitet den Argentiniern vor der WM schlaflose Nächte. "Messi kommt müde zur WM. Der Schaden ist angerichtet und nicht rückgängig zu machen", sagte Fernando Signorini, Konditionstrainer der Nationalmannschaft, der spanischen Sporttageszeitung Diario Sport.

Signorini, der bereits dem heutigen Nationaltrainer Diego Maradona in den 80er Jahren als persönlicher Fitnesstrainer Beine gemacht hatte, glaubt dennoch, dass der Weltfußballer vom FC Barcelona ein gutes Turnier spielen wird, schränkt aber ein: "Er wird sicher bei der nächsten WM besser sein als bei dieser."

Der Konditionstrainer kritisierte zudem den Weltverband FIFA wegen der kurzen Regenerationsphase vor dem Turnier. "Man sorgt sich um Dopingkontrollen, aber nicht um die Spieler, denen 70 Spiele pro Jahr in den Knochen stecken", sagte Signorini. ++++

++++ Wayne Rooney sollte sich im WM-Auftaktspiel der englischen Nationalmannschaft gegen die USA am Samstag besser zurückhalten: Der brasilianische Schiedsrichter Carlos Simon hat sich eigens eine Liste der gängigsten englischen Flüche besorgt, um die traditionell lautsprecherischen Stars aus der Premier League für ihre deftige Wortwahl auch bestrafen zu können.

Die Liste enthält 20 Worte und Ausdrücke. "Wir müssen einfach wissen, welche Flüche die Spieler drauf haben. Alle Spieler fluchen - und wir wissen schon, dass wir einige Male unfeine Sachen hören werden", sagte Altemir Hausmann, einer von Simons Assistenten.

Rooney war bei der WM-Generalprobe des Weltmeisters von 1966 gegen den südafrikanischen Erstligisten Platinum Stars unangenehm aufgefallen, als er Schiedsrichter Jeff Selogilwe übel beschimpfte. Teammanager Fabio Capello hat den Stürmer deshalb vor dem Duell mit den USA in Rustenburg (20.30 Uhr/ARD und Sky live) in einem ernsten Gespräch aufgefordert, sein Mütchen zu kühlen. ++++

++++ Bei all dem Trubel sollte eine Safari die englische Nationalmannschaft vor ihrem WM-Auftakt gegen die USA am Samstag in Rustenburg (20.30 Uhr/ARD und Sky live) auf andere Gedanken bringen. Bei einer Reise zum Pilanesberg National Park sahen die Engländer nach Angaben von Mittelfeldspieler Joe Cole "Elephanten, Nashörner und Zebras." Löwen bekamen die "Three Lions" allerdings nicht zu sehen. "Wir werden es aber noch einmal probieren. Einen Löwen live zu sehen, ist ein Kindheitstraum von mir", sagte Cole. ++++

++++ In das Mannschaftshotel der griechischen Nationalmannschaft in der Nähe von Durban ist eingebrochen worden. Stürmer Angelos Charisteas vom Bundesligisten 1. FC Nürnberg und Mittelfeldspieler Sotirios Ninis von Panathinaikos Athen bestätigten griechischen Medien, dass ihnen am Dienstagabend jeweils etwa 1000 Euro aus dem Hotelzimmer entwendet worden seien.

Nach einem Bericht der südafrikanischen Zeitung The Mercury sollen aus dem Luxus-Hotel Beverly Hills in Umhlanga Rocks, 15 Kilometer von Durban entfernt, umgerechnet etwa 3000 Euro gestohlen worden sein. Die Polizei bestätigte, dass ein Einbruch gemeldet wurde. Sie leitete aber keine Ermittlungen ein, weil laut einer Sprecherin "das Hotel den Vorfall intern behandeln will". ++++

++++ Bayern Münchens Kapitän Mark van Bommel will seine Karriere in der Nationalmannschaft der Niederlande nicht vor 2012 beenden. Die EURO in Polen und der Ukraine werde "die Sache abrunden", sagte der 33-Jährige der Tageszeitung Algemeen Dagblad. "Ich habe an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen, aber noch keine EM-Erfahrung", begründete er seine Zukunftspläne.

Der 56-malige Nationalspieler würde am liebsten sogar in Brasilien 2014 noch das "Oranje"-Trikot tragen. "Das schaffe ich nur, wenn ich weiter für einen internationalen Spitzenclub spiele. Das ist zu diesem Zeitpunkt aber unwahrscheinlich", sagte er.

Denn eine Rückkehr in die Niederlande nach Ablauf seines bis 2011 gültigen Vertrags beim deutschen Rekordmeister, wie sie van Bommel geplant hat, wäre dabei äußerst hinderlich: "Um international weiter Spitzenleistungen zu zeigen, so wie ich das tun will, ist das Durchschnittsniveau der Ehrendivision zu niedrig." ++++

++++ Anders als 2006 wird Südkorea den kommunistischen Nachbarn Nordkorea während der WM in Südafrika nicht mit Fernsehbildern versorgen. Dies bestätigte der TV-Konzern SBS, der die Rechte für die gesamte koreanische Halbinsel erworben hat. Zwischen den beiden Erzfeinden herrscht seit Mai Funkstille, als ein südkoreanisches Kriegsschiff unter ungeklärten Umständen versenkt worden war. "Die Gespräche haben keinen Fortschritt gemacht. Bis zur WM werden wir keine Einigung mehr erzielen", sagte ein SBS-Sprecher der französischen Nachrichtenagentur AFP. ++++

++++ Aufatmen bei WM-Teilnehmer Dänemark: Der von einem Virus geplagte Nationalcoach Morten Olsen ist zwar weiterhin krank, am Donnerstag konnte er aber immerhin wieder das Mannschaftstraining leiten. Damit dürfte Olsen auch beim Auftaktspiel der Dänen am Montag gegen die Niederlande (13.30 Uhr/ARD und Sky live) an der Seitenlinie stehen. Einen Kommentar wollte Olsen am Donnerstag jedoch nicht abgeben. "Er wollte eben keinen anstecken", sagte der dänische Teamsprecher Lars Berendt.

Unterdessen gab es auch aus der Mannschaft gute Nachrichten. Alle zuletzt angeschlagenen Spieler, darunter auch der Stürmerstar Nicklas Bendtner, nahmen am Training teil. Der Europameister von 1992 tritt damit gegen die Niederlande aller Voraussicht nach in Bestbesetzung an.

Nicht zur ersten Elf wird wohl Angreifer Sören Larsen gehören. "Aber falls mich der Trainer für eine halbe Stunde braucht, bin ich auf jeden Fall bereit", sagte der Duisburger, der seine gesundheitlichen Probleme weitgehend überwunden hat. "Ich kann wieder mehr laufen und mich besser bewegen. Aber mir fehlt schon noch was. Beim Drei gegen Drei hat es immer noch schön gepumpt in meinem Körper", sagte er. ++++


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