Für Schalke 04 geht es am Samstag gegen Werder Bremen um Wiedergutmachung - auch wenn der hauptsächlich Leidtragende nichts mehr davon hat.

Gut vier Monate nach der Entlassung von Trainer Mirko Slomka im Anschluss an die beschämende 1:5-Niederlage der "Königsblauen" bei Werder will das Team unter dem neuen Trainer Fred Rutten die Schmach der vergangenen Saison vergessen machen.

Das Gastspiel im Weserstadion am Samstag (ab 15 Uhr im Live-Ticker) ist für die Westdeutschen daher nicht nur ein Kampf um die Tabellenführung, sondern vor allem um die Ehre.

Bordon fordert Sieg

"Alle, die im April auf dem Platz standen, werden sich daran erinnern. Wir haben etwas gutzumachen", sagt Schalkes Kapitän Marcelo Bordon, der ebenso wie ein Großteil seiner Teamkollegen von jenem 13. April auch diesmal wieder zur Startformation gehören wird. An der richtigen Einstellung, die fast die gesamte Mannschaft im Frühjahr vermissen ließ, soll es diesmal jedenfalls nicht mangeln. "Das Ziel muss für uns alle heißen, drei Punkte zu holen", fordert Bordon.

Als Problem für die "Knappen" könnte sich indes die schwierige Personallage erweisen. Neben Stammtorwart Manuel Neuer muss Rutten auch auf die Mittelfeldspieler Jermaine Jones und Orlando Engelaar sowie Rekordeinkauf Jefferson Farfan im Sturm verletzungsbedingt verzichten. Doch auch das soll dem angetrebten Erfolg nicht im Weg stehen. "Unsere Stärke in diesem Jahr ist der große Kader. Jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass wir auf allen Positionen doppelt besetzt sind", meint Bordon.

Werder mit Rückkehrer Pizarro

Bei den Bremern wiegt derweil das Fehlen von Spielmacher Diego am schwersten. Der Brasilianer, der noch mit dem Olympia-Team seines Landes bei den Spielen in Peking um die Bronzemedaille kämpft, wurde im ersten Saisonspiel bei Arminia Bielefeld (2:2) an allen Ecken und Enden vermisst. Zudem müssen die Hanseaten weiter auf Nationalspieler und Abwehrchef Per Mertesacker verzichten, der nach seiner Meniskus-Operation wohl noch mehrere Wochen ausfällt.

In der Offensive kann Werder-Coach Thomas Schaaf dagegen aus dem Vollen schöpfen. Vor allem die Verpflichtung von Claudio Pizarro als Leihgabe vom FC Chelsea dürfte den Angriff der Norddeutschen zusätzlich verstärken. Vermutlich wird der Peruaner trotz fehlender Spielpraxis wegen einer Wadenzerrung neben Schweden-Stürmer Markus Rosenberg in der Startelf stehen. "Vom Kopf her bin ich auf jeden Fall bereit", versichert der 29-Jährige.

Anders als die Schalker Spieler erinnert sich Pizarro vor allem an ein Duell beider Mannschaften vom 17. Februar 2001. Bei Werders damaligem 2:1-Sieg sorgte er mit einem Traumtor für das 1: 0, als er den Ball nach einem 40-Meter-Pass des heutigen Schalkers Mladen Krstajic aus der Luft annahm, einmal auf dem Fuß tänzeln ließ und direkt weiter über Torwart Oliver Reck hinweg ins Tor lupfte. "Wie könnte ich so ein Tor vergessen", sagt Pizarro: "Es war das schönste meiner Karriere."