Verband: Federacao Portuguesa de Futebol (FPF)

Gegründet: 1914

FIFA-Mitglied seit: 1923

Bisherige WM-Teilnahmen: 5

WM-Erfolge: 3. Platz (1966)

Geschichte des Fußballs in Portugal:

Der Fußball hat in Portugal eine lange Tradition. Junge Portugiesen, die in England studiert hatten, brachten das runde Leder auf die iberische Halbinsel. Die ersten organisierten Freundschaftsspiele ließen schnell eine große Euphorie für die neue Sportart übers Land schwappen - 1875 soll die erste Partie stattgefunden haben. Nur ein Jahr später meldete mit Academica in Coimbra der älteste Verein Portugals sein Bestehen an. Das erste Kräftemessen zwischen den beiden wichtigsten Städten Lissabon und Porto datiert aus dem Jahr 1894, unter den Augen von König Carlos. 1914 schlossen sich die drei Regionen Lissabon, Portoalegre und Porto zum Vorläufer des Portugiesischen Fußballverbandes zusammen, der dann offiziell 1926 gegründet wurde. Die Premeira Liga, die höchste Spielklasse, feierte ihre Entstehung im Jahr 1934.

WM-Geschichte:

Portugal wurde bei der WM 2006 Vierter

Obwohl für viele Fußball-Fans Portugal eher zu den Schwergewichten im europäischen Fußball gehört, sind die Anzahl und die Erfolge bei WM-Endrunden eher mager. In Brasilien sind die Iberer erst zum sechsten Mal dabei. Der größte Erfolg gelang bei der Premiere. 1966 besiegte die Mannschaft um Superstar und Torschützenkönig Eusebio im Spiel um Platz drei die UDSSR. Ähnlich erfolgreich waren die Portugiesen nur noch in Deutschland 2006. Damals gab es im kleinen Finale aber eine verdiente 1:3-Pleite gegen das DFB-Team. Vier Jahre später in Südafrika kam das Aus im Achtelfinale gegen den ewigen Rivalen und Nachbarn Spanien. Besonders enttäuscht waren die Fans vom Abschneiden der letztlich titellosen "Goldenen Generation" um Luis Figo und Rui Costa. Sie scheiterte 2002 in der Vorrunde an den USA, Polen und Gastgeber Südkorea.

Star und Trainer:

Ronaldo, Ronaldo und noch einmal Ronaldo. Spricht man über die portugiesische Nationalmannschaft, redet man eigentlich nur über Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Auf den Schultern des Superstars von Real Madrid ruhen die Hoffnungen eines ganzen Landes. Und das irgendwo zurecht. Denn Ronaldo hat in dieser Saison wieder seine Extra-Klasse bewiesen. 31 Tore schoss er in 30 Ligaspielen und in der Champions League setzte er mit 17 Treffern einen neue Fabel-Bestmarke. Dass der amtierende Weltfußballer mit den Madrilenen auch die Königsklasse gewann, setzte seinem Jahr bislang die Krone auf. Nun soll sein Stern auch in Brasilien hell glänzen. Um seinen Trainer Paulo Bento herrscht nicht annähernd so viel Medienrummel. Bento ist eher ein ruhigerer Vertreter, der sich in Portugal als Spieler der "Goldenen Generation" den Stempel des akribischen Arbeiters verdient hat. Die Qualifikation zur WM gelang erst in den Playoffs. Ein frühes Ausscheiden am Zuckerhut würde wohl sein Aus bedeuten. Am 20. Juni feiert er während des Turniers seinen 45. Geburtstag.

Die Bundesliga und Portugal:

Meira holte 2007 mit dem VfB den Titel

Portugal gehört nicht unbedingt zu den großen Importschlagern in der Bundesliga, trotzdem haben sich einige Portugiesen einen unvergesslichen Namen gemacht. Allen voran Fernando Meira, der mit 173 Einsätzen (alle für den VfB Stuttgart, elf Tore) in der höchsten deutschen Spielklasse portugiesischer Rekordhalter ist. Er war der überragende Führungsspieler bei der überraschenden Meisterschaft der Schwaben 2006/07. Hugo Almeida durfte zwar keine Meisterschale gen Himmel strecken, dafür singen die Fans im Weser-Stadion immer noch Loblieder über ihn - kein Wunder bei einer Quote von 41 Treffern in 117 Partien für die Grün-Weißen von 2006 bis 2010. Die wohl namhaftesten Portugiesen kickten aber beim 1. FC Köln. Petit und Maniche galten in ihrer Heimat - und auch in der Nationalmannschaft - jeweils als echte Stars, gaben dem FC jedoch mehr schlecht (Maniche) als recht (Petit) positive Impulse.