Mönchengladbach - 60 Minuten lang hatte Borussia Mönchengladbach den großen FC Barcelona am Rande einer Niederlage. 1:0 führten die Fohlen, ehe der spanische Meister zurückschlug und am Ende das Champions-League-Duell im Borussia-Park mit 2:1 gewann. Im Interview spricht Patrick Herrmann über die Gründe für die unglückliche Niederlage und den Bundesliga-Hit auf Schalke am kommenden Sonntag.

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Patrick Herrmann, die Borussia hat in der Champions League nach großem Kampf 1:2 gegen den FC Barcelona verloren. Wie bewerten Sie das Spiel?

Patrick Herrmann: In der ersten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch. Wir haben gut mitgespielt, Barcelona hatte sicher auch die eine oder andere Chance, die sie nicht verwertet haben. Wir haben unsere Möglichkeit genutzt. Deshalb war es extrem ärgerlich, dass wir das Spiel dennoch verloren haben. Wir reden zwar von einer Partie gegen den FC Barcelona. Aber wenn man 1:0 in Führung geht, eigentlich ein gutes Spiel macht und am Ende trotzdem mit 1:2 verliert, ist das extrem bitter.

Die Borussia ist die Partie sehr mutig angegangen. Darf man sich nicht vom Namen des Gegners beeindrucken lassen?

Herrmann: Das wäre der falsche Weg. Wenn man sich gegen Barcelona nur hinten reinstellt und auf Konter hofft, dann geht das nicht gut. Wir haben in der ersten Halbzeit versucht mitzuspielen. Auch wenn nicht alles geklappt hat, war es eine gute Halbzeit von uns und die Führung nicht unverdient. Es war eins der schönsten Spiele, die ich hier im Borussia-Park verfolgen durfte. Es war Gänsehaut-Feeling pur. Das war toll.

Woran hat es gelegen, dass es nicht zum Teilerfolg gereicht hat?

Herrmann: Es war klar, dass Barcelona nach der Pause den Druck erhöhen und uns hinten rein pressen würde. Bei uns schwanden die Kräfte, Barcelona hat den Ball gut laufen lassen. Aber wir hätten achtsamer sein und besser verteidigen müssen. Beim Eckball vor dem 1:2 müssen wir wachsamer sein.

Wie entscheidend war der Ausfall von Raffael kurz nach der Pause?

Herrmann: Ihm ist fast alles gelungen, er hat eine überragende erste Halbzeit gespielt. Wenn man so einen glanzvollen Tag erwischt und dann ausfällt, ist das schon extrem bitter. Das hat uns sehr wehgetan. Trotzdem müssen wir wie gesagt besser verteidigen.

Die Borussia hat in der letzten Saison 1:1 gegen Juventus Turin gespielt, nur knapp gegen Manchester City verloren. Jetzt hat die Mannschaft wieder ganz knapp gegen Barcelona das Nachsehen gehabt. Sie sind immer nah dran gegen die ganz Großen, am Ende fehlt immer nur ein kleines Detail zum Sieg.

Herrmann: Genau das ist es. Darüber habe ich auch nach dem Abpfiff nachgedacht. Bei meinem ersten Champions-League-Einsatz gegen Man City im letzten Jahr lief es genauso. Wir haben ein grandioses Spiel gemacht und am Ende 1:2 verloren. Uns fehlt momentan nur noch das i-Tüpfelchen. Vielleicht ist es die Erfahrung, irgendetwas fehlt. Wir haben gegen eine Weltklasse-Mannschaft gespielt, die uns in der zweiten Halbzeit hinten reingepresst und irgendwann die Lücke gefunden hat.

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Wie gut hat Ihnen selbst Ihr Kurzeinsatz getan?

Herrmann: Sehr gut. Nach der kleinen Verletzung, durch die ich wieder ausgefallen war, tut mir nun jede Minute gut. Und dann gegen Barcelona zu spielen, was ja auch nicht alle Tage vorkommt, war ein schönes Erlebnis.

In der Champions League stehen jetzt vor den beiden Duellen gegen Celtic null Punkte nach zwei Spielen auf dem Konto. Wird sich gegen die Schotten entscheiden, ob die Borussia international überwintern kann?

Herrmann: Das war schon bei der Auslosung klar, dass es wahrscheinlich darauf hinaus laufen wird. Es ist bitter, dass Celtic 3:3 gespielt hat und wir knapp vor einem 1:1 gestanden und nicht gepunktet haben.

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Was kann man aus dem Spiel für den Bundesliga-Alltag am Sonntag auf Schalke mitnehmen?

Herrmann: Wir haben gegen Barcelona kein schlechtes Spiel gemacht und uns gut verkauft. Auch in der Bundesliga haben wir uns bisher ganz gut präsentiert. Daran wollen wir anknüpfen und auch auf Schalke gewinnen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski