
Osnabrück fordert die Bayern: Pokal-Magie gesucht
Das letzte Spiel der 1. Runde des DFB-Pokals 2026/27 hat alles, was das Fußballherz begehrt. Ein mutiger Außenseiter mit magischer Spielstätte fordert den zaubernden Favoriten in Frühform. Willkommen zum Duell zwischen dem VfL Osnabrück und dem FC Bayern München!
Der FC Bayern hat in der neuen Saison da angefangen, wo er vergangene Saison aufgehört hatte. Der Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart (5:1), zuvor ein verdienter Sieg im Franz-Beckenbauer-Supercup (2:1) bei Borussia Dortmund: Der FCB ist im Flow und muss nun - genau 102 Tage nach dem ersten DFB-Pokal-Triumph seit sechs Jahren - beim VfL Osnabrück zur 1. Runde 2026/27 antreten.
Angesichts der souveränen Siege gegen die Top-Gegner sollte das doch kein Problem sein, oder? Sieht Manuel Neuer etwas anders: "Wir versuchen jetzt, so weiterzumachen und machen unsere Hausaufgaben. Osnabrück wird die nächste schwere Aufgabe, wir lassen nicht locker", lässt der Kapitän keine Zweifel an der nötigen Ersthaftigkeit des Rekordmeisters - und Rekordpokalsiegers.

Saisondebüt für Jonas Urbig
Spielen wird der 40-Jährige allerdings nicht. Seinen ersten Pflichtspiel-Einsatz in dieser noch jungen Saison bekommt nämlich Jonas Urbig. Der designierte Neuer-Nachfolger stand schon im besagten Pokalfinale im Kasten.
"Das sind Meilensteine, die zeigen, dass er in wichtigen Spiele spielen kann", meinte Vincent Kompany auf der Pressekonferenz. Eine Einsatzgarantie für die angestrebenden weiteren Runden gibt es vom Coach aber nicht. Eine feste Rotation auf der Torhüterposition schloss der Belgier aus. "Wir schauen auf das Programm, es geht darum zu sehen, was das Beste ist."
Das gilt übrigens auch für andere Positionen. Während ein Kaderplatz für Serge Gnabry noch zu früh kommt, soll Lennart Karl wieder zum Aufgebot gehören. Bei Jamal Musiala steht die Entscheidung noch aus. Unabhängig davon wer am Ende auf dem Platz stehen wird, erwartet Kompany eine gute Einstellung seiner Mannschaft.
"Ich habe viel über die Bremer Brücke gehört"
Auf Seiten der Bayern scheint man gewarnt. "Das Wichtigste ist, dass man weiß, dass alles schwierig sein kann, dass man es nicht unterschätzt", so Kompany, der letzte Saison beim knappen 3:2 bei Drittligist Wiesbaden erfuhr, wie eng es auch für den FCB bei unterklassigen Clubs in der 1. Runde werden kann.
Hinzukommt in diesem Jahr: Der Gegner ist zweitklassig und der VfL hat zuletzt ausgerechnet beim mit den Bayern befreundeten Bochumern den ersten Sieg der jungen Saison in der 2. Bundesliga gefeiert. Außerdem hofft der Osnabrücker Coach auf ein besonderes Faustpfand für die Pokal-Sensation.
"Ich denke, gerade so ein Stadion wie die Bremer Brücke, das Setting, Mittwochsabends, 20:45 Uhr, früh in der Saison, das gibt einiges her", so Timo Schultz. Selbst sein Gegenüber Kompany geht mit Respekt vor der besonderen Atmosphäre an die Aufgabe heran. "Ich habe schon viel über die Bremer Brücke gehört und was uns da in Osnabrück erwarten kann."

Wer entfacht die Pokal-Magie?
Bleibt die Frage: Wessen Magie entfaltet sich am Mittwochabend? Die der zaubernden Offensiv-Abteilung der Müchener um Michael Olise und Neuzugang Ismael Saibari - oder die Wucht der Bremer Brücke, die eine Pokal-Sensation hervorbringt?
30 Jahre hat der FCB keine Erstrunden-Partie mehr verloren, in Osnabrück hat man sich zweimal in Runde 2 knapp durchsetzen können. 2002 gewann man 2:0, 2004 war es ein 3:2 - mit einem Siegtreffer in der 90. Minute. Doch in Osnabrück weiß man schließlich auch, aller guten Dinge sind bekanntlich drei...