Marco Rose übernimmt in Gladbach - © imago/DeFodi
Marco Rose übernimmt in Gladbach - © imago/DeFodi
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Gladbachs neuer Trainer Marco Rose: Einer, der mitreißt

Köln - Marco Rose gilt als Motivator. Als Trainer, der seine Spieler begeistert – dem sie vertrauen. Mit Rose – dem bis zu seiner Verpflichtung vielleicht begehrtesten jungen Coach auf dem deutschsprachigen Trainermarkt – wagt Borussia Mönchengladbach ab Sommer den Umbruch. Die Fohlen setzen dabei auf einen Übungsleiter, der in Österreich bei Red Bull Salzburg durch attraktiven erfolgreichen Fußball überzeugte.

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Bei Borussia Mönchengladbach freuen sie sich auf den neuen Trainer. "Marco Rose hat in Salzburg in den vergangenen sechs Jahren hervorragende Arbeit geleistet und wir freuen uns, dass er ab der kommenden Saison bei uns sein wird“, erklärte Sportdirektor Max Eberl. Der 42-Jährige bringt seine Co-Trainer Rene Maric, Alexander Zickler und Patrick Eibenberger mit nach Mönchengladbach, sei werden den Gladbacher Trainerstab ergänzen.

2,34 Punkte pro Spiel - bester Schnitt der österreichischen Bundesliga-Geschichte

In Österreich erreichte Rose Historisches. 2017 hatten ihn die Salzburger aus der Jugendabteilung zum Trainer der Profis befördert, bereits in seiner ersten Saison feierte er die Meisterschaft – mit 13 Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger. Europaweit machten die Rose-Mannen damals auf sich aufmerksam, als sie ins Halbfinale der Europa League einzogen. Auf dem Weg in die Runde der letzten Vier hatte Salzburg damals im Achtelfinale keinen geringeren Gegner als Dortmund ausgeschaltet, im Viertelfinale setzte es sich spektakulär gegen den italienischen Spitzenclub Lazio Rom durch. Auch in dieser Spielzeit führt das Team die Meistergruppe an, hat bei neun noch zu absolvierenden Spielen vier Zähler Abstand. Roses Punkteschnitt auf der Trainerbank beträgt Stand jetzt 2,34 Zähler pro Duell – Bestwert in der Geschichte der österreichischen Bundesliga.

Anfang April brachten seine Erfolge ihm im zweiten Jahr in Folge die höchste Salzburger Auszeichnung im Sport, den goldenen Leonidas der Tageszeitung Salzburger Nachrichten, in der Kategorie "Trainer des Jahres" ein. "Ich freue mich sehr über den Leonidas, verstehe ihn aber als Auszeichnung für den gesamten Club", erklärte Rose bei der Preisverleihung.

Marco Rose setzt sich 2017/18 mit Salzburg gegen Dortmund durch - imago/Revierfoto

Intensität im Spiel mit dem und gegen den Ball

Das kolportierte Interesse vieler Vereine an Rose liegt mutmaßlich aber nicht nur an seinen Erfolgen in Salzburg – die Art, auf die sie zustande kamen, beeindruckt. Der gebürtige Leipziger lässt mutig Fußball spielen, mit viel Ballbesitz und vielen Abschlüssen. Wenn der Gegner die Kugel hat, zeigt sich die hohe Intensität, die Rose von seinen Spielern fordert – denn durch aggressives Pressing, vor allem nach eigenen Ballverlusten, soll das Rund so schnell wie möglich wieder in den eigenen Besitz. In Österreich erarbeiteten sich seine Akteure durch Gegenpressing Torchance um Torchance. Rose verbindet spielerische Dominanz mit einem intensiven Ansatz im Spiel gegen den Ball.

Bei Salzburg setzte der Coach dabei zumeist auf ein 4-4-2 mit Raute, mit vielen Positionswechseln und Passspiel auf kleinem Raum. Möglich, dass er sein System mit an den Niederrhein bringt, mit Jonas Hofmann, Florian Neuhaus, Denis Zakaria, Christoph Kramer, Tobias Strobl und Mickael Cuisance ständen ihm hervorragende Optionen für eine Raute zur Verfügung. Unter Hecking agierte die Borussia – lange sehr erfolgreich – 2018/19 meist in einem 4-3-3, mit zwei Flügelstürmern und einer zentralen Spitze.

Gladbacher Schaltzentrale: Jonas Hofmann und Florian Neuhaus - imago/Sven Simon

Bundesliga-Erfahrung im Gepäck

Die Bundesliga kennt Rose gut. Als Aktiver spielte er für Mainz, absolvierte 65 Bundesliga-Partien für die 05er. In der 2. Bundesliga kam der damalige Linksverteidiger insgesamt 119 Mal für die Rheinhessen sowie den VfB Leipzig und Hannover zum Einsatz. Sein größter Erfolg war wohl der Aufstieg 2004, gemeinsam mit dem heutigen Mainzer Trainer Sandro Schwarz – Roses bestem Freund und damaligem WG-Mitbewohner – ging es in die Bundesliga.

Bei den 05ern ging Rose auch seine ersten Schritte als Trainer, agierte 2009/10 zwei Spiele als Co-Trainer unter Thomas Tuchel und zwischen 2010 und 2012 als Co-Trainer unter Martin Schmidt. Für eine Saison hatte er dann als Chefcoach seinen Jugendverein Lokomotive Leipzig übernommen, ehe es ab 2013 vier Jahre in die Nachwuchsabteilung von Red Bull Salzburg ging. 2016/17 gewann er mit den Junioren die UEFA Youth League.

Marco Rose und Sandro Schwarz feiern den Mainzer Bundesliga-Aufstieg 2004 - imago/Martin Hoffmann

Eine vielversprechende Personalie

In Gladbach dürfen sich die Verantwortlichen und Spieler also auf einen Trainer freuen, der begeistert – durch Motivation, Erfolge und Spielidee. Was ihn in Salzburg auszeichnete, will Rose jetzt mit in die Bundesliga bringen. "Ich freue mich auf diese Herausforderung. Gladbach ist ein toller Verein mit Ambitionen", sagte er. Die Borussia geht den Umbruch an – mit einem spannenden Coach, der viel verspricht.