München - Als der SV Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach im Hinspiel am 13. Spieltag aufeinander trafen, gingen beide Teams mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Punktgleich belegten die Clubs die Ränge 3 und 4 der Tabelle, bevor die "Fohlen" das Spiel mit 5:0 gewannen und an den Hanseaten vorbeizogen.

Im Rückspiel am Dienstag (alle Spiele ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) stehen die Vorzeichen nicht mehr ganz so gut. Gladbach liegt zwar immer noch auf einem sehr guten 4. Tabellenplatz, hat aber wie Bremen auch nur eine der letzten sieben Partien gewonnen. Werder muss nach den durchwachsenen letzten Spieltagen sogar noch um die Teilnahme am internationalen Geschäft bangen. Mit einem Sieg könnten also beide Mannschaften etwas fürs Selbstvertrauen tun.

Der Kampf um die Europa-League-Plätze geht in die spannende Phase, denn nur drei Zähler liegen zwischen Platz 5 und Platz 9. Werder-Trainer Thomas Schaaf ist deshalb erleichtert, dass er wieder mit Abwehrchef Naldo planen kann. Ob der Brasilianer nach seiner Verletzungspause in der Startelf steht, ist aber noch offen.

Verbesserungspotenzial haben die "Grün-Weißen" aber auch in der Offensive. "Wenn wir in Ballbesitz sind, müssen wir etwas daraus machen. Wir müssen den Gegner wieder in Not bringen. Wir müssen effektiver und entschlossener nach vorne spielen, klarere und sicherere Aktionen zeigen. Das hat in Köln gefehlt", mahnt Schaaf. Der Trainer unterstrich aber auch, dass er dem Team die Wende zu besseren Ergebnissen zutraut: "Alle betreiben dafür großen Aufwand. Wenn man die Mannschaft beim Training sieht, dann weiß man, dass sie mehr zeigen wollen, als ihnen gelingt. Wir brauchen jetzt mal ein Erfolgserlebnis, aber das können wir uns nur über viele kleine Schritte holen."

Einen 5:0-Kantersieg wie im Hinspiel erwarten die Gladbacher derweil nicht noch einmal. "Es wird sehr schwer für uns, denn die Bremer kämpfen noch um den Einzug in den Europacup", warnte Borussia-Coach Lucien Favre. "Sie spielen im Mittelfeld mit einer Raute, deswegen ist es wichtig, stark bei der Balleroberung zu sein." Die Reise nach Bremen haben gleich 20 Spieler angetreten, denn der Einsatz von Marco Reus, der sich am Samstagabend einen schmerzhaften Pferdekuss zuzog, ist weiter offen. "Er hat ebenso wie Oscar Wendt individuell trainiert. Wir müssen abwarten, ob es für einen Einsatz reicht. Das entscheidet sich erst am Dienstag", erklärt Favre. Nicht mit im Kader steht Tony Jantschke, der wegen muskulären Problemen im Oberschenkel zum zweiten Mal in dieser Saison ein Bundesligaspiel verpasst.



Schiedsrichteransetzungen

Ein schwäbsiches Derby steigt in Augsburg zwischen dem FCA und dem VfB Stuttgart. Trotz der knappen Niederlage in München sind die Augsburger derzeit gut in Form - und das vor allem im eigenen Stadion. Denn seit dem 12. Spieltag haben die bayerischen Schwaben kein Heimspiel mehr verloren.

"Es gibt keinen Grund zur Verunsicherung. Im Gegenteil: Mit unserer Heimstärke und unseren Fans im Rücken können wir mit einem Heimsieg einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Das ist unser Ziel", sagt Trainer Jos Luhukay, der den Gegner aber schätzt. "Der VfB ist im Vergleich zu Hinrunde noch stärker geworden, weil sie konstant gute Leistungen bringen. Sie haben sich nach vorne gespielt und eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Europacup-Plätze geschaffen."

Für den Aufschwung der Stuttgarter, die die letzten sieben Spiel nicht verloren haben und dabei fünf Siege einfuhren, steht auch Stürmer Vedad Ibisevic. Der Winterneuzugang hat bereits sieben Mal für den VfB in der Rückrunde getroffen - allein fünf Mal in seinen letzten drei Einsätzen. Ibisevic ahnt, wie schwer das Spiel am Dienstag wird: "Die Augsburger sind mittlerweile kaum mehr mit der Mannschaft der Vorrunde zu vergleichen und spielen nun auch noch einen guten Ball. Da müssen wir höllisch aufpassen." Beide Trainer können am Dienstag personell aus dem Vollen schöpfen.



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Für 05-Coach Thomas Tuchel ist das Duell der "Karnevals-Clubs" kein Entscheidungsspiel in puncto Klassenerhalt: "Ich bin kein Freund davon, eine ganze Saison auf den Ausgang eines einzigen Spiels zu reduzieren, und so wird das auch mit dem Spiel gegen den 1. FC Köln sein", erklärt Tuchel, "schon gar nicht am 30. Spieltag."

Dass es im Kampf um den Ligaverbleib wichtig für seine Mannschaft ist, gegen Köln zu punkten, steht dennoch außer Frage. "Wir haben einen kleinen Punktevorsprung vor unserem kommenden Gegner und diesen wollen wir mit aller Macht verteidigen. Ich kann keinen Sieg versprechen, generell kann ich den Ausgang des Spiels nicht vorhersagen, aber was ich garantieren kann ist, dass die Mannschaft geistig und körperlich am allerobersten Limit spielen wird", erklärt der Fußball-Lehrer.

Die Kölner haben beim Unentschieden gegen Bremen am vergangenen Spieltag eine durchaus ansprechende Leistung gezeigt, nur die Belohnung blieb am Ende aus. Das will der FC gegen die Rheinhessen nun verbessern. "Wir waren gegen Bremen die klar bessere Mannschaft und hätten die drei Punkte verdient gehabt", meint auch Lukas Podolski. "Wir müssen in Mainz so spielen wie heute und dann hoffen, dass das Glück diesmal auf unserer Seite ist." Fehlen wird den Kölnern auf jeden Fall Slawomir Peszko, der aus dem Kader gestrichen wurde.



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Die aktuelle Tabelle rückt in den Fokus, wenn am Dienstag die Hertha auf den SC Freiburg trifft, denn beide Mannschaften brauchen noch dringend Punkte gegen den Abstieg. Berlin ist mit 27 Punkten Vorletzter, und weiterhin Tabellen-13. ist mit 32 Punkten der SC Freiburg. Hertha-Coach Otto Rehhagel wählte recht deutliche Worte, als er nach dem letzten Spiel in Mönchengladbach auf das kommende gegen den Sport-Club vorausblickte: "Für unsere mentalen Verhältnisse habe wir heute gut gespielt. Darauf wollen wir aufbauen und am Dienstag gibt es dann natürlich eine Entscheidungsschlacht gegen Freiburg." SC-Trainer Christian Streich formulierte dies etwas anders: "Wir fahren nach Berlin und spielen Fußball. Wir wissen, was auf uns zukommt. Ich kenne die Offensivabteilung von Hertha und auch die Namen. Aber wir sind es ja fast gewohnt, gegen so starke Individualisten zu spielen."

Vor allem den brasilianischen Mittelfeldspieler Raffael dürfte Streich gemeint haben, und ebenso die Stürmer Adrian Ramos, der beim packenden 2:2 im Hinspiel traf, oder Pierre-Michel Lasogga, bisher siebenfacher und bester Berliner Torschütze in dieser Saison. In Bezug auf das eigene Team und die englische Woche hatte der Trainer bereits vor der Partie gegen Nürnberg erklärt: "Über eine grundsätzliche Rotation machen wir uns keine Gedanken. Aber es ist natürlich möglich, dass am Dienstag der ein oder andere von Anfang an auf dem Platz steht, der gegen Nürnberg nicht in der Startelf ist."

Zu Umstellungen ist das Freiburger Trainerteam nach dem Spiel gegen die Franken allerdings gezwungen. Denn zum einen fehlt Julian Schuster, der einen Nasenbeinbruch und eine Mittelgesichtsfraktur erlitt. Mit Cedrick Makiadi, der am Samstag seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison gesehen hatte, fehlt zudem ein weiterer Spieler im zentralen Mittelfeld.



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