Frankfurt - Mit der Niederlage in Frankfurt ist der "Viktory-Zug" von Bremens Trainer Viktor Skripnik ins Stottern geraten. Werder konnte nicht den Schwung des Sieges gegen Paderborn mitnehmen und steht jetzt wieder auf einem direkten Abstiegsplatz.

"Wir haben uns nicht richtig getraut Fußball zu spielen, da hätte mehr von uns kommen müssen", so Zlatko Junuzovic, der das zwischenzeitliche 1:1 mit seiner Ecke vorbereitete, "so ist es eine bittere Niederlage für uns. Vor allem wegen der zweiten Halbzeit." Im Laufe des Spiels bei der Eintracht war den Bremern anzumerken woran Trainer Skripnik in den nächsten Tagen arbeiten muss: Seinen Spielern fehlt das Selbstbewusstsein, das Thomas Schaaf seinen Frankfurtern inzwischen einimpfen konnte.

Verletzungen nicht verkraftet

Eine fehlende Selbstsicherheit sah auch Sportmanager Thomas Eichin: "Wir haben uns in vielen Szenen und Zweikämpfen zu leicht abkochen lassen. Das 1:2 und die damit verbundene Auswechslung von Wolf waren ein Nackenschlag für uns, von dem wir uns nicht mehr richtig erholen konnten. Dazu kam dann noch, dass Felix Kroos mit seinem Schuss nicht erneut den Ausgleich schafft und wir im Gegenzug das 1:3 kassieren."

Zusammen mit der frühen Verletzung von Sebastian Prödl konnte Bremen das nicht mehr kompensieren. "Wenn der beste Innenverteidiger und der Torwart raus müssen, dann macht das natürlich schwächer", so Viktor Skripnik zu den vorzeitig notwendig gewordenen Auswechslungen, "das können wir momentan nicht auffangen." Außerdem erkannte auch der Trainer die fehlende mentale Stärke in diesem Auswärtsspiel: "Zu Hause sind wir besser, weil wir selbstbewusster spielen. Das kommt gerade den jungen Spielern in unserem Team entgegen."

Eichin: "Gegen Hannover Heimstärke zeigen"

Dass bei Werder Bremen auch vor der Niederlage in Frankfurt die Situation realistisch eingeschätzt wurde bestätigte Thomas Eichin: "Wir haben nach den Siegen in den letzten Wochen auch nicht die Sektkorken knallen lassen. Es ist noch ein langer Weg für uns." Doch Trainer Skripnik machte den Bremern nach dem Spiel schon wieder Mut: "Wir wissen um unsere Defizite und werden sie bis zur nächsten Woche abstellen."

Die Niederlage hat Bremen aber vorerst wieder auf einen direkten Abstiegsplatz geführt. "Es ist alles sehr eng unten", so Trainer Skripnik. Für ihn geht es darum wie sein großes Vorbild Schaaf in Frankfurt die Ruhe zu bewahren und die Spieler wieder zu stärken. Vor allen Dingen für das wichtige Heimspiel gegen Hannover am nächsten Samstag. "Das Spiel gegen 96 ist extrem wichtig für uns", erklärte Sportchef Eichin, "da gilt es unsere Heimstärke zu zeigen und Punkte zu holen."

Aus Frankfurt berichtet Alexander Dionisius