
Nach 63 Jahren: BVB macht erstes Bundesliga-Tor sichtbar
Es ist der Moment, mit dem die Geschichte der Bundesliga begann – doch bislang konnte ihn niemand sehen. Am 24. August 1963 erzielte Timo Konietzka für Borussia Dortmund beim SV Werder Bremen in der ersten Spielminute das 1:0 und damit das erste Tor der neu gegründeten Bundesliga. Videoaufnahmen oder Fotos von diesem historischen Treffer existierten nicht. Bis jetzt.
Zum Start der neuen Bundesliga-Saison hat Borussia Dortmund gemeinsam mit Vodafone das Tor nach 63 Jahren erstmals als bewegtes Bild rekonstruiert. Die begleitende Kurzdokumentation "The Unseen Goal" lässt damit einen Moment der Vereins- und deutschen Fußballgeschichte wieder aufleben, der bislang ausschließlich durch die Erinnerungen der damaligen Zuschauer überliefert war.
Zeitzeugen liefern die Grundlage
Für die Rekonstruktion wurden über mehrere Monate zahlreiche Informationen zusammengetragen. Der BVB und Vodafone werteten Archivmaterial und Medienberichte aus und sprachen mit Zeitzeugen. Unter ihnen war Gerd Kolbe, heutiger BVB-Chefhistoriker, der diesen historischen Moment 1963 selbst im Stadion miterlebt hatte. Auch Günther Konietzka, der Bruder des 2012 verstorbenen Torschützen, und Eugen Kraas, Vorsitzender des BVB-Fanclubs Oeventrop-Freienohl, steuerten Erinnerungen bei.
Zusätzlich flossen Daten aus anderen Spielen des BVB und des SV Werder Bremen aus dieser Zeit in das Projekt ein. Daraus wurden Bewegungsmodelle erstellt, um Spielweise und Verhalten der damaligen Akteure möglichst authentisch abzubilden.
Auch die Rahmenbedingungen des historischen Nachmittags wurden berücksichtigt: Fanexperten rekonstruierten die damalige Stadionatmosphäre, zudem wurden die Wetterbedingungen, die Trikots der Spieler und die Zuschauerzahl in die Erstellung des Videos einbezogen. Auf Basis dieser gesammelten Informationen übernahm anschließend die KI die Rekonstruktion.

Watzke: "Ein absolutes Highlight"
"Ich freue mich unheimlich, dass es der BVB und Vodafone geschafft haben, diese Inszenierung zu realisieren. Damit schließt sich eine historische Lücke der deutschen Fußballgeschichte", sagt BVB-Chefhistoriker Gerd Kolbe.
Auch BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke sieht in dem Projekt eine besondere Würdigung der Vereins- und Bundesliga-Geschichte. "Für viele Fans, die sehr traditionsbewusst sind – und das ist beim BVB, aber sicherlich auch bei den Bremern der Fall – ist diese KI-Rekonstruierung ein absolutes Highlight."
Ein Highlight, das nun auch in der offiziellen Bundesliga-App zu sehen ist...
