Schon wenige Minuten nach dem 1:2 (0:1) gegen Dortmund fasste Gladbachs Trainer Hans Meyer neuen Mut: "Alle haben uns schon aufgegeben, aber wir uns noch nicht."

Selbst der Blick auf die Tabelle, die seine Mannschaft mit nur elf Punkten als Schlusslicht ausweist, konnte ihn nicht schrecken: "Für einen Abgesang ist es noch zu zeitig. Zum Glück hat uns bisher die Konkurrenz den Gefallen getan, an uns dran zu bleiben. Am Ende werden es vermutlich vier Mannschaften sein, die eine Meisterschaft unter sich ausspielen werden."

Seine Hoffnungen ruhen auf der Rückrunde, die auswärts aber in Stuttgart und mit einem Heimspiel gegen Hoffenheim beginnt. Mit intensiver Arbeit in der Vorbereitung und "zwei oder drei Verstärkungen" will der Coach eine Situation schaffen, bei der "Fußball-Gladbach wieder hoffen kann".

Verstärkungen sollen kommen

Bezüglich Verstärkungen will Sportdirektor Max Eberl möglichst schnell Vollzug melden: "Bei 35 Gegentoren ist klar, dass wir vor allem für den Abwehrbereich nach Alternativen suchen. Mit zwei Spielern sind wir schon sehr weit."

Meyer hofft, dass die Verantwortlichen "so viel Geld zur Vefügung stellen, um das tun zu können, was uns weiterhilft". Denn in Dortmund wurden wieder einmal die Schwachstellen offensichtlich. Individuelle und taktische Fehler wechselten sich ab, am Ende reichte dem BVB nach der Gelb-Roten Karte gegen Tamas Hajnal (38.) wegen wiederholten Foulspiels eine durchschnittliche Vorstellung zum Heimsieg.

"Aber ich sehe nicht nur das Miese. Wenn man die letzten drei Spiele betrachtet, hatten wir auch gute Ansätze", meinte Meyer, dessen Mannschaft durch einen Sonntagsschuss von Mohamed Zidan (35.) und einen Treffer von Nuri Sahin (56.) mit 0:2 in Rückstand geraten war, bevor der eingewechselte Johannes van den Bergh (80.) für das Anschlusstor und damit für den ersten Gegentreffer des BVB nach 498 Minuten sorgte.

Zufriedenheit beim BVB

Anders als Meyer kann Kollege Jürgen Klopp gelassen in die Ferien gehen. Auf ihrer Weihnachtsfeier zogen die Schwarz-Gelben eine positive Zwischenbilanz. "29 Punkte sind mehr als wir es uns erträumt haben", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

"Das ist eine gute Basis für die Rückrunde. Die Hinrunde hat allen Spaß gemacht. Was die Mannschaft bisher geleistet hat - Hut ab", ergänzte Klopp nach seinen ersten sechs Monaten mit nur zwei Punktspielniederlagen in Dortmund.