Köln - "Mach ihn! Mach ihn! Er macht ihn! Mario Götzeeeeeeee!" - Genau 365 Tage ist es her, seit ARD-Kommentator Tom Bartels diese historischen Worte in sein Mikrofon in Rio de Janeiro brüllte. Weltmeister! Deutschland ist dank Mario Götzes Tor zum vierten Mal in der Geschichte Weltmeister! bundesliga.de präsentiert eine große Infografik zu deen Leistungen der Bundesliga-Stars in Brasilien blickt ein Jahr nach dem Titel auf das packende Finale in Brasilien zurück.

Der Weg ins Finale:

Der deutsche Weg ins WM-Finale war steinig. Einem beeindruckenden 4:0 im Auftaktspiel gegen Portugal folgten zwei mühsame Gruppenspiele gegen Ghana (2:2) und die USA (1:0). Beim 2:1-Erfolg nach Verlängerung im Achtelfinale gegen Algerien bestaunte die ganze Welt, wie Manuel Neuer das Torwartspiel revolutionierte.

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Beim 1:0 gegen Frankreich im Viertelfinale ist es Mats Hummels, der den Gegner hinten zur Verzweiflung treibt und vorne das entscheidende Tor erzielt. Unvergessen natürlich auch das 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien. Binnen 18 Minuten filetierte die DFB-Elf die Gastgeber, lag schon zur Pause mit 5:0 vorne. Miroslav Klose avancierte zum WM-Rekordtorschützen.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Spielberichte der WM 2014.

Das Finale:

Die Aufstellungen:

Deutschland: Manuel Neuer − Philipp Lahm, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes − Christoph Kramer (31. André Schürrle), Bastian Schweinsteiger − Thomas Müller, Toni Kroos, Mesut Özil (120. Per Mertesacker) − Miroslav Klose (88. Mario Götze)

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Argentinien: Sergio Romero − Pablo Zabaleta, Martín Demichelis, Ezequiel Garay, Marcos Rojo − Enzo Pérez (86. Fernando Gago), Javier Mascherano, Lucas Biglia, Ezequiel Lavezzi (46. Sergio Agüero) − Lionel Messi , Gonzalo Higuaín (78. Rodrigo Palacio)

So ist das Spiel gelaufen:

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In der enorm kräftezehrenden Neuauflage der Endspiele von 1986 (2:3) und 1990 (1:0) hatte die DFB-Auswahl eine Leistung voller Leidenschaft, bisweilen spielerischer Klasse und unbändigem Willen gezeigt. Vor allem der Münchner Block mit dem starken und sich aufopfernden Bastian Schweinsteiger, dem umsichtigen Kapitän Philipp Lahm, dem überragenden Jerome Boateng und Teufelskerl Manuel Neuer gab der Mannschaft gegen den starken zweimaligen Weltmeister um Lionel Messi Struktur und Halt.

Die deutsche Mannschaft hatte mehr vom Spiel, aber auch Glück bei zahlreichen hochkarätigen Chancen der Argentinier um den diesmal phasenweise starken Messi. Sie blieb stets mutig, versuchte mit Geduld und schnellem Spiel, die Gouchos zu knacken. Sie steckte die Ausfälle von Sami Khedira und Christoph Kramer weg.

Rasse, nicht immer Klasse

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Sie war auch nach einem Pfostentreffer von Benedikt Höwedes (45.+1) immer drauf und dran, einen Treffer zu erzielen - was gegen tief stehende und gefährlich konternde Argentinier, in der K.o.-Runde bis dahin ohne Gegentor, alles andere als einfach war. Und sie biss nach den Großchancen von Andre Schürrle (92.) und Rodrigo Palacio (97.) auf die Zähne, als in der Verlängerung beide Mannschaften fast stehend k.o. waren.

Das Endspiel hatte Rasse, wenn auch nicht immer Klasse, dabei musste die deutsche Mannschaft früh mit Rückschlägen fertig werden. Zunächst hatte Khedira nach dem Aufwärmen Wadenprobleme beklagt, für ihn kam Kramer. Der Gladbacher wurde in der 16. Minute rücksichtslos von Ezequiel Garay über den Haufen gerannt: Schiedsrichter Nicola Rizzoli (Italien) reagierte nicht, Kramer blieb ausgeknockt im Strafraum liegen, spielte aber zunächst weiter.

Mit Verdacht auf Gehirnerschütterung wurde Kramer eine Viertelstunde später benommen vom Platz geführt, für ihn kam Schürrle, Toni Kroos zog sich auf die Doppelsechs zurück, Mesut Özil rückte weiter in die Spielfeldmitte. Das Spiel der deutschen Mannschaft wurde danach sogar etwas gefährlicher. Kroos war bei einem Schuss von der Strafraumgrenze aber zu unentschlossen (40.), in der 45. Minute verfehlte Miroslav Klose eine Flanke von Müller nur knapp. Sekunden später köpfte Höwedes an den Pfosten

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Die deutsche Mannschaft hatte aber auch Glück, nicht schon zur Halbzeit zurückzuliegen. Argentinien war bei Vorstößen über die rechte Seite durch Messi anfällig, der bislang so souveräne Mats Hummels sah dabei zwischenzeitlich nicht gut aus - so in der 40. Minute, als der aufmerksame Boateng auf der Linie klären musste. Zuvor hatte Higuain nach einer verunglückten Kopfballrückgabe von Kroos völlig frei vor Manuel Neuer am Tor vorbeigeschossen (21.) - außerdem wurde ein Treffer des Angreifers wegen Abseits nicht anerkannt (30.).

Szenen für die Ewigkeit

Der Blutdruck von Löw und den deutschen Anhängern schnellte auch gleich nach der Pause hoch - Messi schoss aber knapp am langen Pfosten vorbei (47.). Zehn Minuten später riskierte Neuer gegen Higuain Kopf und Kragen, faustete den Ball weg, rammte dabei Higuain um. Danach entwickelte sich zunehmend ein Geduldsspiel - in dem dem ausgeruhten Götze der entscheidende Geniestreich gelang.

Mit Tempo ging Schürrle nach 113 Minuten über die linke Seite, setzte sich gegen zwei Argentinier durch und flankte punktgenau zum wartenden Götze im Strafraum. Der nahm den Ball mit der Brust an, versenkte ihn aus der Luft direkt mit links im lange Eck des Tores. "Er macht ihn! Mario Götzeeee!", schreit Tom Bartels. Worte, die in die Geschichte eingehen. Bilder, die noch immer Gänsehaut erzeugen. Szenen für die Ewigkeit.

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