
Der Tor-Kämpfer: Luis Diáz verblüfft nicht nur die Bayern
Fünf Torbeteiligungen gegen Hoffenheim: Luis Diáz weckt in München Erinnerungen an einen großen Vorgänger.
Auf dem heimischen Sofa sitzend, selig lächelnd, mit dem von den Teamkollegen unterschriebenen Spielball in der Hand, wirkt Luis Díaz gar nicht so gefährlich.
Doch wenn er den Ball am Fuß hat und sich nicht seine Tochter, sondern Hoffenheims Rechtsverteidiger Vladimir Coufal an sein Bein schmiegt, im verzweifelten Versuch, ihn zu aufzuhalten, dann ist der Kolumbianer ein Anderer.
"Er liebt das Chaos"
Mit der oft genug leeren Worthülse "purer Wille" beschreibt Max Eberl treffend, was den Sommerneuzugang aus Liverpool ausmacht: "Er fährt alle Aktionen mit 100 Prozent," so der Sportvorstand. Vincent Kompany fügt hinzu: "Lucho ist auch clever, er liebt dieses Chaos – und das macht ihn so gefährlich."
"Lucho" - wörtlich übersetzt: "ich kämpfe", könnte als Spitzname von Luis Fernando aus Barrancas nicht passender sein. Wer sieht, wie Díaz beim 5:1-Statement des Meisters gegen Hoffenheim zwei Elfmeter rausholt, erkennt, was Eberl meint.

Tor-Arbeit fast ohne Pause
Den Linksaußen auf diese Tugenden zu reduzieren, greift aber zu kurz: Nach den beiden herausgekämpften Strafstößen, die Harry Kane jeweils verwandelte, schoss Díaz die weiteren drei Bayern-Tore selbst, tütete seinen ersten Hattrick als Münchner ein. Fünf Torbeteiligungen in einem Spiel - das gelang selbst Top-Torjäger Kane in zweieinhalb Bundesliga-Jahren erst einmal.
An Kane (24 Tore) führt - auch dank Díaz' Zuarbeit - in der Torschützenliste kein Weg vorbei. Gleich dahinter folgt aber der Mann aus dem Norden Kolumbiens, der nach einem halben Jahr in Deutschland nun bei 13 Treffern steht.
Identisch ist die teaminterne Rangfolge in einer Statistik, die für gewöhnlich Defensivspieler anführen: Nur Kane sammelte mit 1.682 noch 22 Minuten mehr Spielzeit als Díaz, der trotz seiner intensiven Spielweise erst vier Mal aus- und zwei Mal eingewechselt wurde.

Ribéry-Vergleich ist nicht zu hoch gegriffen
Wenn der 29-Jährige doch mal fehlt, fehlt er Bayern sehr: Während er seine Sperren in Bundesliga und Champions League absaß, ließen die Teamkollegen gegen Mainz (2:2) und Arsenal (1:2) Federn.
Weil sich neben den 13 Treffern auch schon zwölf Assists auf dem Konto des Rechtsfußes türmen, ist sogar der Vergleich mit Club-Legende Franck Ribéry nicht zu hoch gegriffen.
Díaz' Vorgänger als urwüchsiger Hochleistungs-Linksaußen erreichte in zwölf Bayern-Jahren nur zwei Mal die Marke von 25 Scorerpunkten. Sein Nachfolger erreichte sie nun am 21. Spieltag. 2011/12 verbuchte Ribéry 33 Scorerpunkte - auch diese Bestmarke könnte bald in kolumbianischer Hand sein.
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