München - Der treffsicherste Angreifer des 1. FC Kaiserslautern hat elf Saisontore auf seinem Konto. Der Kroate gab 62 Torschüsse ab - ligaweit die zweitmeisten hinter Lucas Barrios (64.). 27 seiner Schüsse gingen aufs gegnerische Tor - nur Papiss Demba Cisse (29) und Barrios (28) sind besser.

In allen drei Fällen ist ein und derselbe Spieler gemeint: Srdjan Lakic. Auch wenn es zuletzt viel Wirbel um die Bekanntgabe seines Wechsels nach Wolfsburg gab und der Stürmer im Jahr 2011 noch ohne Treffer ist, der 27-Jährige ist für seine "Roten Teufel" unverzichtbar im erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt. bundesliga.de präsentiert wissenswerte Fakten rund um die Karriere von Srdjan Lakic.

Kroatische Heimat

Srdjan Lakic wurde am 2. Oktober 1983 in der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik geboren. Die Stadt wird aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung und der jahrhundertelangen politischen Sonderstellung oft auch als "Perle der Adria" und "Kroatisches Athen" bezeichnet. Im Jahr 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Persönliche Daten

Der 27-Jährige wiegt 81 Kilogramm und ist aufgrund seiner Körpergröße von ist 1,86 Meter ein durchaus kopfballstarker Stürmer. Am Boden ist er stärker mit dem rechten Fuß. Lakic' Spitzname liegt quasi auf der Hand - "Lucky". Verheiratet ist der Profi mit Antonia, im Jahr 2010 bekam die Familie Zuwachs - Sohn Rafael erblickte das Licht der Welt. Was sich dadurch verändert habe? "Alles, alles", sagte Lakic mit leuchtenden Augen.

Anfänge in Kroatien

Mit zehn Jahren begann er in Dubrovnik das Fußballspielen, nachdem er zuvor schon einige andere Sportarten wie den in Kroatien sehr beliebten Wasserball ausprobiert hatte. Nachdem ihm seine Mutter den Sport verbot, weil er danach so häufig erkältet war, ging es mit den Kumpels zum Fußball. Seine Profikarriere begann 2003 in der 2. Liga bei NK GOSK Dubrovnik, wo er sogar hinten rechts ran musste. NK Hrvatski Dragovoljac und NK Kamen Ingrad hießen die nächsten Stationen in Kroatien, ehe er sich aufmachte in die Fußballwelt.

Stotterstart in Deutschland

Vor der Saison 2006/07 wechselte Lakic zu Hertha BSC. Zwölf Liga-Spiele, null Tore für Berlin im ersten Jahr - aller Anfang ist schwer. "Der Unterschied zwischen Kroatien und Hertha war groß. Ich hatte wenig Erfahrung und fiel in ein Loch", sagte er im Rückblick. Weil er mit dem damals auf Trainer Falko Götz folgenden Lucien Favre nicht mehr so gut klar kam, wurde er im zweiten Vertragsjahr zu Heracles Almelo in die niederländische Eredivisie ausgeliehen.

Glück in der Pfalz

Den Durchbruch schaffte er dann ab Sommer 2008 beim 1. FC Kaiserslautern, wenn auch zunächst im "Unterhaus". In 25 Partien in der 2. Bundesliga steuerte er zwölf Treffer zum Klassenerhalt des pfälzischen Traditionsvereins bei. Auch eine zweimonatige Zwangspause wegen einer Fersenverletzung zu Beginn der 2009/10 brachte ihn nicht aus dem Tritt und mit sieben Treffern trug er dazu bei, dass die "Roten Teufel" am Ende der Spielzeit als souveräner Erster in die Bundesliga aufstiegen. "Lautern und ich - das passt zusammen."

Aktuelle Saison

Zum Start der aktuellen Runde war Lakic dann besonders motiviert: Beim 3:1-Sieg in Köln traf er doppelt - seine ersten Bundesligatreffer. An den ersten 14 Spieltagen gelangen Lakic neun seiner insgesamt elf Tore, seine Quote liegt aktuell bei bei 0,58 Treffer pro Partie für den FCK. Vier Mal erzielte die 1:0-Führung für sein Team, das ohne seine Tore nur 17 statt 22 Punkten geholt hätte. Aktuell wartet der Angreifer seit 257 Bundesliga-Minuten auf einen Treffer und ist im neuen Jahr noch torlos.

Zweiter Kapitän

Zu Beginn der Saison 2009/10 wurde Lakic von Trainer Marco Kurz gemeinsam mit Martin Amedick zum Mannschaftskapitän bestimmt. Allerdings trägt Martin Amedick die Kapitänsbinde, da auf dem Spielberichtsbogen nur ein Kapitän eingetragen werden kann. Dieses "Zwei-Spielführer-Modell" hat auch in der aktuellen Saison Bestand. Da Amedick am vergangenen Spieltag (in Hoffenheim) erstmals nach zuvor 54 Einsätzen in Serie verletzt fehlte, führte Lakic die Lauterer zum ersten Mal als Spielführer aufs Feld.

Wechsel nach Wolfsburg

Kurz vor Transferschluss sorgte Lakic mit seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg (ab Sommer 2011) für reichlich Schlagzeilen. Dass der Stürmer Begehrlichkeiten anderer Clubs geweckt hatte, war FCK-Boss Stefan Kuntz klar: "Da konnten wir nicht einmal im Ansatz mithalten. Inhalt und Laufzeit der Wolfsburger Offerte waren unschlagbar." Lakic selbst versprach vollen Einsatz: "Wer mich kennt weiß, dass ich den FCK nur schweren Herzens verlassen werde. Ich werde alles geben, damit wir unser großes Ziel Klassenerhalt erreichen."

Knipser im Pokal

Lakic schied zwar im Viertelfinale mit dem FCK aus dem DFB-Pokal aus (0:2 in Duisburg), mit stolzen sieben Treffern führt er aber die Torjägerliste im diesjährigen Wettbewerb an. Ein Tor beim 3:2 n.V. in Osnabrück sowie zwei "Dreierpacks" (beim 3:0 gegen Bielefeld und beim 4:1 in Koblenz) stehen für ihn zu Buche.

Traum vom A-Länderspiel

Srdjan Lakic absolvierte 2005 drei Spiele für die U 21 Kroatiens bei der Qualifikation für die U-21-EM 2006 in Portugal. Am 4. November 2010 wurde er von A-Nationaltrainer Slaven Bilic für das EM-Qualifikationsspiel gegen Malta erstmals für die droatische Nationalmannschaft nominiert, kam jedoch nicht zum Einsatz. "Wenn ich über einen längeren Zeitraum gesund bleibe und meine Leistung halte, glaube ich, dass ich eine Chance bekommen werde. Das ist mein Traum", hofft Lakic.


Zusammengestellt von Tim Tonner