Köln - 33 Jahre mussten die Fans vom SV Darmstadt 98 auf ein Heimspiel in der Bundesliga warten. Am Samstag ist es wieder so weit. Dann empfangen die Lilien Hannover 96. Vor dem Spiel gegen seinen Ex-Verein spricht Darmstadts Neuzugang Konstantin Rausch im Interview mit bundesliga.de über den Charme des Underdogs, seine Gespräch mit Dirk Schuster und das Duell gegen die Niedersachsen.

bundesliga.de: Konstantin Rausch, der SV Darmstadt 98 ist Ihre dritte Station in der Bundesliga. Was unterscheidet den Verein von Ihren beiden Ex-Vereinen Hannover und Stuttgart?

Konstantin Rausch: Es ist bekannt, dass wir bei Darmstadt 98 etwas andere Bedingungen haben. Das Stadion und die Kabinen sind ein bisschen älter. Das hat aber auch seinen Charme und macht den Verein unglaublich sympathisch. Alles andere ist genauso wie bei anderen Vereinen. Und am Ende werden die Spiele immer noch auf dem Rasen gespielt.

bundesliga.de: Können Sie sich damit identifizieren, dass die Lilien ihr Image als Underdog kultivieren?

Rausch: Definitiv. Ich wurde in Darmstadt sehr gut aufgenommen und komme sehr gut klar. Wenn man so schnell zweimal hintereinander aufsteigt, ist es ganz normal, dass der Verein der Underdog ist.

bundesliga.de: Sie haben für ein Jahr in Darmstadt unterschrieben, eine eher ungewöhnlich kurze Vertragsdauer. Welche Intention steckt dahinter?

Rausch: Keine besondere. Ich hatte super Gespräche mit dem Trainer, in denen wir uns dann beidseitig darauf geeinigt haben, dass wir ein Jahr zusammenarbeiten und dann weitersehen. Ich habe jetzt erst einmal den Spaß am Fußball wieder gefunden.

"Unser Kader ist relativ klein"

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bundesliga.de: Wie hat Dirk Schuster Sie überzeugt? Was hat er Ihnen in den Gesprächen erzählt, wie er mit Ihnen plant und was er von Ihnen erwartet?

Rausch: Er hat mich durch seine offene und ehrliche Art überzeugt. Das passt sehr gut zu mir. Er ist ein Trainer, der direkt auf die Spieler zugeht und alles erklärt. Er hat mir gesagt, dass ich in seinen Plänen eine wichtige Rolle spiele. Er weiß, dass ich auf der linken offensiven Seite meine besten Spiele gemacht habe. Und da sieht er mich, und da sehe ich mich auch. Ich hoffe, dass ich ihm das Vertrauen während der Saison zurück geben kann.

bundesliga.de: Der Kader wurde vergleichsweise spät komplettiert. Noch in den letzten Tagen wurden Neuzugänge gestandener Profis wie etwa Peter Niemeyer bekannt gegeben. Wie stark schätzen Sie den Kader ein?

Rausch: Es war wichtig, dass wir uns noch weiter verstärkt haben, um auch den Konkurrenzkampf in der Mannschaft zu stärken. Der Kader ist nach wie vor relativ klein. Wie stark wir sind, ist ganz schwierig zu beantworten. Wir müssen erst die Spiele abwarten. Wichtig ist, wie man in die Saison startet. Wir brennen auf die Saison und sind in einem sehr guten Fitnesszustand. Wenn wir die ersten Punkte geholt haben, steigt auch das Selbstvertrauen.

"Die Fans können über die Saison unser großes Plus sein"

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bundesliga.de: Brennen Sie noch ein bisschen mehr auf den Saisonstart, weil Darmstadt im ersten Spiel auf Ihren Ex-Verein Hannover 96 trifft?

Rausch: Das ist ein besonderes Spiel für mich, ganz klar. Ich komme aus der Hannoveraner Jugend und habe dort lange gespielt. In Hannover ist mein Zuhause.

bundesliga.de: Was läuft hinter den Kulissen ab? Haben Sie mit alten Kumpels gewettet?

Rausch: Nein, es gibt keine Wetten. Ich habe aber mit einigen ehemaligen Mitspielern wie Manuel Schmiedebach, Artur Sobiech, Christian Schulz oder Ron-Robert Zieler geschrieben. Mit denen habe ich noch zusammengespielt. Der Kontakt ist da und wird auch bleiben. Unabhängig davon wollen wir das Spiel natürlich gewinnen.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison legte Darmstadt in den Heimspielen den Grundstein zum Aufstieg. Wird diese Heimstärke auch der Schlüssel zum Klassenerhalt sein?

Rausch: Es wird ganz wichtig sein, dass wir zuhause mit unseren tollen Fans im Rücken punkten. Die Fans können über die Saison unser großes Plus sein.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski